Kanton nach Alba-Absage«Hätten das auch bei einer anderen Community gemacht»
Nach der Absage des Alba-Festivals fühlen sich die Veranstalter diskriminiert. Der Kanton Zürich nimmt Stellung zu den Vorwürfen.
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Veranstalter vom Alba-Festival fühlt sich diskriminiert (Video: 20min)
Jetzt meldet sich der Kanton
Am späteren Nachmittag hat der Kanton Zürich zu den Diskriminierungsvorwürfen Stellung genommen. «Der Widerruf der Bewilligung erfolgte ausschliesslich aufgrund der Einschätzung der epidemiologischen Situation und der spezifischen Risiken des Events», sagt Sprecher Andreas Melchior. Die Absage des Festivals habe auch damit zu tun, dass es sich an eine stark von Covid betroffene Bevölkerungsgruppe richte: «Man hätte das auch bei einer anderen Community getan», so Melchior.
Zusammenfassung
Zwei Tage vor der Veranstaltung hat der Kanton Zürich dem Alba-Festival die Bewilligung entzogen – unter anderem mit der Begründung, dass sich der Event an eine «stark von Covid betroffene Community» richtet. Eine Beschwerde der Veranstalter wurde vom Zürcher Verwaltungsgericht abgeschmettert. Der Entscheid sorgte für Empörung in der albanischen Community.
Um 14 Uhr traten Adem Morina, Veranstalter des Alba-Festivals und der Zürcher FDP-Gemeinderat Përparim Avdili vor die Medien. Er sei extrem enttäuscht, sagt Morina: «Vom Regierungsrat habe ich mich klar diskriminiert gefühlt.» Das Schutzkonzept sei gut gewesen, man hätte sogar einen Impfbus vor Ort gehabt.
Avdili findet den Verweis auf die albanische Community «skandalös». Vielen potenziellen Besucherinnen und Besuchern werde so mitgeteilt: «Du bist gefährlicher als der Rest.» Avdili fordert eine Gleichbehandlung aller Grossveranstaltungen, wie er sagt: «Ein Schwingfest wird auch nicht abgesagt, nur weil Schwing-Fans eine tiefere Impfquote haben.»
Damit ist die Medienkonferenz beendet. Danke fürs Mitlesen!
Der emotionale Schaden sei riesig, so Morina. Den finanziellen Schaden könne man noch nicht beziffern. Aber: «Man findet im Moment keine Versicherung, die Corona-Risiken abdeckt.» Man prüfe, ob der Kanton verpflichtet sei, Schadenersatz zu zahlen.
Advili kritisiert die Absage: «Alle Veranstaltungen müssen mit dem 3G-Konzept durchgeführt werden können.» Alle sollten gleich behandelt werden: So würden etwa Schwingfeste auch nicht abgesagt, nur weil Schwing-Fans eine tiefere Impfquote hätten.
«Wenn man sich vor Augen führt, welche Veranstaltungen sonst noch durchgeführt werden, befremdet das», sagt Perparim Avdili. Natürlich könne es in einer Pandemie kurzfristige Absagen geben: «So löst man aber auch einen riesigen Schaden aus.»
Der Verweis auf die albanische Community sei skandalös, so der FDP-Politiker: «Hier wurden Annahmen über diese Gruppe getroffen, ohne Zahlen zu liefern.» Das führe zu einer Stigmatisierung. Vielen potenziellen Besuchern und Besucherinnen werde mitgeteilt: «Du bist gefährlicher als der Rest.»
Nun wird auf die Begründung des Zürcher Regierungsrats eingegangen. «Ich habe mich klar diskriminiert gefühlt» sagt Adem Morina. Das Schutzkonzept sei gut gewesen, man hätte sogar einen Impfbus vor Ort gehabt.
«Ich bin extrem enttäuscht», sagt Veranstalter Adem Morina. «Ich hätte das Festival extrem gerne durchgeführt.» Das Ziel sei, die albanische Community im besten Licht zu zeigen. «Das haben wir bei der letzten Ausgabe geschafft.»
«Die Bewilligung wurde vor zwei Tagen vom Kanton entzogen», sagt ein Festivalsprecher. «Uns wurde geraten, gegen diesen Entscheid juristisch vorzugehen.» Man habe versucht, eine superprovisorische Einsprache einzureichen, diese sei aber abgeschmettert worden.
Jetzt gehts los: Vor Ort sind Veranstalter Adem Morina und FDP-Gemeinderat Përparim Avdili.
In wenigen Minuten beginnt die Medienkonferenz auf dem Zürcher Hardturm-Areal. 20 Minuten berichtet live im Stream.
Nachdem eine Beschwerde der Veranstalter abgewiesen wurde, ist das Alba-Festival in Zürich nun definitiv abgesagt. Die Empörung ist gross: «Spezielle Regeln für die albanische Community gehen gar nicht», sagt etwa Nationalrat Mustafa Atici. Jetzt äussern sich die Veranstalter zur Absage.