Coronavirus-Krise: Jetzt beenden die Luxus-Hotels reihenweise die Wintersaison
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Coronavirus-KriseJetzt beenden die Luxus-Hotels reihenweise die Wintersaison

Für viele Hotels ist die Saison jetzt schon zu Ende. Wegen fehlenden Reservationen wird der Betrieb gerade im Luxus-Bereich zu teuer. Kleinere Hotels haben zum Teil noch etwas mehr Gäste.

von
Raphael Knecht
Barbara Scherer
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Das Hotel Monte Rosa in Zermatt ist zu.

Das Hotel Monte Rosa in Zermatt ist zu.

Monte Rosa Zermatt
Das Posthotel in Davos bleibt bis Ende Saison zu, da es zu wenige Reservierungen gab.

Das Posthotel in Davos bleibt bis Ende Saison zu, da es zu wenige Reservierungen gab.

Morosani Posthotel
Seit dem 28. Januar ist das Badrutt’s Palace Hotel in St. Moritz vorübergehend geschlossen. Im Hotel war es zu Coronavirus-Fällen gekommen.

Seit dem 28. Januar ist das Badrutt’s Palace Hotel in St. Moritz vorübergehend geschlossen. Im Hotel war es zu Coronavirus-Fällen gekommen.

Badrutt’s Palace Hotel St. Moritz

Darum gehts

  • Weil die Gäste ausbleiben, ist für manche Luxushotels die Saison schon vorbei.

  • Besonders hart trifft es Orte wie Zermatt und Davos.

  • Die Hotels hoffen weiterhin auf finanzielle Hilfe vom Bund.

  • Besonders kleinere Hotels können aber weiterhin geöffnet bleiben.

Die Coronavirus-Krise zieht auch in der Schweizer Hotelleriebranche weitere Kreise: Bei vielen Hotels fällt nun die Wintersaison dem Virus zum Opfer. So ist etwa das Hotel Monte Rosa in Zermatt komplett geschlossen. Das Posthotel Davos gibt ebenfalls an, bis Ende Saison zuzubleiben. Es habe zu wenige Reservierungen gegeben, heisst es auf Anfrage. Weitere prominente Luxushotels wie das Badrutt’s Palace und das Carlton in St. Moritz sowie das Intercontinental in Davos haben ebenfalls die Läden dicht gemacht.

Die Schliessungen betreffen besonders Luxushotels, erklärt Andreas Züllig, Präsident des Branchenverbands Hotelleriesuisse: «Gerade für 5-Stern-Hotels lohnt sich der Betrieb zur Zeit finanziell nicht.» Denn grosse Hotels verursachen hohe Fixkosten. Hat es wenig Gäste, können diese nicht gedeckt werden. «Darum schliessen nun Betriebe mitten in der Wintersaison.»

Hotellerie

Nachfrage innert kürzester Zeit weggebrochen

Der Schweizer Tourismus ist durch die Coronavirus-Krise sehr rasch und ausserordentlich stark betroffen. Vielen Betrieben ist die Nachfrage in kürzester Zeit weggebrochen. Neben einer eigentlichen Stornierungswelle finden auch neue Buchungen beziehungsweise Reservationen kaum statt. Der Grund ist die weltweite Verunsicherung unter der Bevölkerung sowie die Massnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Virus. Sowohl der Geschäftstourismus in den Städten als auch der Ferientourismus in den ländlich-alpinen Räumen sind betroffen.

Besonders hart trifft es Hotels in Orten wie Zermatt und Davos. Diese leben normalerweise vor allem von ausländischen Gästen. Schliessen sei dort die einzige Option. Dabei können die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden, auch wenn das Hotel freiwillig zumacht.

Auch Härtefallgelder können die betroffenen Hotels grundsätzlich beantragen, egal ob sie schliessen oder offenbleiben, heisst es beim Staatssekretariat für Wirtschaft auf Anfrage. Die Regelung der Härtefallprogramme ist allerdings kantonal unterschiedlich.

Keine behördliche Schliessung

Grundsätzlich macht es also bei den Unterstützungsleistungen keinen Unterschied, ob das Hotel geöffnet oder geschlossen hat. Dies, weil es derzeit keinerlei behördliche Weisung gibt, dass Hotels geschlossen bleiben müssen. Dass Hotels nicht als teilweise behördlich geschlossen gelten, ist aber ein Problem für manche Betriebe, sagt Nicole Brändle, Leiterin Arbeit, Bildung, Politik bei Hotelleriesuisse.

Denn bei einer behördlichen Schliessung hat man besseren Zugang zu Hilfsgeldern, unabhängig davon, wie sich der Umsatz entwickelt. Das ist gerade für Hotelbetriebe mit Restaurant schwierig: «Solche Hotels sollten in der momentanen Lage als teilweise behördlich geschlossen betrachtet werden, da ein grosser Anteil des Umsatzes in der Restauration mit externen Gästen erwirtschaftet wird», so Brändle.

Auch für die Saisonniers hat die Schliessung Folgen. Bei Hotelleriesuisse heisst es, dass Saisonmitarbeitende bei den geschlossenen Betrieben betroffen sein können. Da aber andere Hotels die Saison regulär zu Ende führen, könne man keine allgemeingültige Aussage dazu machen, wie viel weniger Arbeit derzeit für die Saisonniers da ist.

Einer, der die Saison weiterführt, ist Hotellerie-Chef Züllig selbst. Sein Hotel in Lenzerheide müsse die Saison nicht abbrechen: «Wir haben traditionell viele einheimische Gäste.» Auch kleinere Hotels können dank Schweizer Touristen meist weiter offen bleiben.

Manche andere Betriebe gehen eine Art Mittelweg: Das Hotel Schweizerhof in Zermatt etwa hat seit dem 18. Januar geschlossen, gibt sich aber noch nicht komplett geschlagen. Am 10. Februar wird wieder geöffnet. Weitere Hotels schreiben auf Anfrage, man wolle vorerst zwar geöffnet bleiben, aber die Situation weiter beobachten. Man wisse ja nie, heisst es etwa beim Alpina in Gstaad.

Deine Meinung

137 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

das Leben mit Corona ist leer und arm

02.02.2021, 16:56

In Luzern hatten viele Hotels k e i n e Saison. Mitbetroffen waren diverse Branchen, Taxichauffeure welche vergebens auf Fahrten hofften. Wann kann man auf eine neue Normalität hoffen⁉️

resultato

01.02.2021, 09:00

Ich glaube kaum dass es Berset Somaruga Engelberger und dass BAG interessiert,sie folgen den Befehlen der reichen Globalisten,WEF Boss Schwab hat heute mehr Einfluss als dass Volk,mit Mithilfe der jeweiligen Polizeien,die jetzt freihe Hand haben

Luzernerr

01.02.2021, 08:57

Kann jetzt nicht in die Ferien denn in Luzern steht die Fasnacht vor der Tür und als Einzelmaske oder kleinen Gruppen sind ja erlaubt werde jedenfals mut meinem Kaffeewägeli unterwegs sein und freue mich ander Maskierte in der Altstadt zu treffen.