Kostbare Ware: Jetzt beginnt die Jagd nach den Ural-Meteoriten
Aktualisiert

Kostbare WareJetzt beginnt die Jagd nach den Ural-Meteoriten

Auf der ganzen Welt suchen Schatzjäger nach Meteoriten-Teilchen. Dafür werden bis zu 1000 Franken bezahlt – pro Gramm. Im Ural dürften die ersten das nächste grosse Geschäft wittern.

von
Andreas Bättig

Es sind Zahlen, die Schätzjägern die Augen leuchten lassen. Bereits faustgrosse Meteoriten-Brocken können für mehrere Tausend Dollar pro Stück verkauft werden. Deshalb gibt es auf der ganzen Welt Meteoriten-Jäger, die fieberhaft nach den besonderen Objekten aus dem All suchen.

Zwei der wohl populärsten Meteoriten-Jäger sind die beiden Amerikaner Steve Arnold and Geoffrey Notkin. In ihrer TV-Show «Meteorite Men», die auch auf dem deutschen Sender Dmax zu sehen ist, suchen sie weltweit nach Meteoriten und dokumentieren ihre Funde. Die gefundenen Stücke spenden sie an Universitäten, behalten sie gleich selber oder verkaufen sie an Sammler. Seit der Erstausstrahlung der Show, brach in den USA ein regelrechtes Jagd-Fieber aus. Hunderte von Hobby-Jägern machen sich seitdem auf, um mit Metalldetektoren besonders kostbare Objekte zu finden.

Ein Experte auf diesem Gebiet ist auch der Schweizer Geologe Manuel Eggimann. Er suchte schon mehrmals in den letzten Jahren im Oman nach Meteoriten. Dies nicht aus Abenteuerlust, sondern im Auftrag der Wissenschaft. Die Forscher haben die Verwitterung der Meteoriten untersucht. «Wir hofften, spezielle Objekte vom Mond oder vom Mars zu finden», sagt Eggimann.

Auf der Jagd mit dem Magneten

Damit man Meteoriten auch tatsächlich findet, braucht es ein spezielles Vorgehen. Zuerst werden Satellitenbilder ausgewertet, um geeignete Suchgebiete zu identifizieren. Danach wird die Suche vor Ort fortgesetzt. «Am besten sucht man in einer Wüste auf dem hellen Boden nach Meteoriten. Denn diese haben eine schwarze Oberfläche, die durch das Verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre entstand. Da die meisten Meteoriten Eisen enthalten, können auch Metalldetektoren oder Magnete bei der Suche eingesetzt werden», so Eggimann

Auch in der Schweiz gibt es wertvolle Stücke, die noch unentdeckt sind. «Bis jetzt wurden nämlich erst acht Meteoriten in der Schweiz gefunden», sagt Eggimann. «Statistisch gesehen sollten pro Jahr in der Schweiz drei bis vier Meteoriten fallen. Diese sind aber meistens klein und dadurch schwierig zu finden.»

1000 Franken pro Gramm

Gemäss dem Geologen setzt sich der Wert eines Meteoriten aus zwei Faktoren

zusammen: Der Einschlag muss gut dokumentiert sein und es darf nur wenige Stücke des Weltraumobjekts geben. Sind beide Kriterien erfüllt, können für sehr seltene Typen vom Mars oder Mond über 1000 Franken pro Gramm verlangt werden. Gewöhnliche Steinmeteoriten erzielen jedoch nur wenige Franken pro Gramm. Wie wertvoll die Stücke des russischen Meteoriten sind, lässt sich zurzeit laut Eggimann noch nicht abschätzen. Der Geologe ist aber überzeugt: «Die ersten Meteoriten-Jäger haben sich schon auf den Weg in den Ural gemacht.»

Die beiden Meteoriten-Jäger Steve Arnold and Geoffrey Notkin in Action: In ihrer TV-Show «Meteoriten Männer» suchen sie auf der ganzen Welt nach den kostbaren Objekten aus dem All:

(Quelle: Youtube/ScienceChannel)

(Quelle: Youtube/ScienceChannel)

(Quelle: Youtube/ScienceChannel)

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