Aktualisiert 05.06.2019 11:18

Mikropendler

Jetzt bietet auch die SBB E-Trottinette an

E-Scooter sind derzeit überall zu sehen. Nun steigt auch die SBB ins boomende Geschäft ein – und tut sich mit einem Berliner Start-up zusammen.

von
Dominic Benz

In Schweizer Städten stehen sie mittlerweile an jeder Ecke und auf jedem Trottoir: die Elektro-Trottinette oder schlicht E-Scooter zum Mieten. Nun steigt auch die SBB in das boomende Geschäft mit den Tret-Flitzern ein und geht mit dem Berliner Start-up Circ eine Partnerschaft ein.

Vorerst dient der Hauptbahnhof in Zürich als Hub für die orange-schwarzen E-Scooter von Circ. Von dort aus sollen Kunden mit dem Trottinett direkt nach Hause oder ins Büro fahren können. «Wir wollen den Kunden eine Tür-zu-Tür-Reise anbieten», sagt Circ-Schweiz-Geschäftsführer Torge Barkholtz zu 20 Minuten. Eine Ausweitung auf weitere Bahnhöfe werde geprüft.

«Trend und Kundenbedürfnis»

Mit dem auf ein Jahr befristeten Pilotprojekt will man die Menschen vermehrt in den ÖV locken. «Je besser die SBB auch in Zukunft mit anderen Mobilitätsträgern der ersten und letzten Meile vernetzt ist, desto mehr Menschen wählen die Bahn als nachhaltiges Verkehrsmittel und attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr», sagt eine SBB-Sprecherin auf Anfrage. Zudem sei diese Mikromobilität ein klarer Trend und ein Kundenbedürfnis.

Geplant ist zudem die digitale Integration in den Swiss Pass, mit dem die Kunden die E-Scooter freischalten und bezahlen können. Ob die SBB mit der Partnerschaft Geld verdient, ist nicht bekannt. Zu vertraglichen Inhalten gebe man keine Auskunft, so die SBB. Die Mietkosten für den E-Scooter von Circ liegen bei 1 Franken pro Fahrt plus 25 Rappen pro Minute.

Etliche Anbieter in der Schweiz

In der Schweiz tummeln sich bereits etliche Anbieter von E-Scootern. Allein in Zürich sind neben Circ die Firmen Bird und Tier tätig. Die Masse an E-Scootern ist für viele ein Ärgernis. Oft werden die Gefährte mitten auf dem Trottoir abgestellt, teils landen sie im Gebüsch oder im Fluss. Von solchen Problemen will man bei Circ nichts wissen: Ein Logistikteam sammle rund um die Uhr die E-Scooter ein und stelle sie wieder mit aufgeladenem Akku an ihre definierten Plätze.

Der Touring Club Schweiz (TCS) begrüsst grundsätzlich solche E-Scooter. Die Mobilität der Zukunft müsse multimodal sein. «E-Trottinetts könnte hier insbesondere auf der letzten Meile vom Bahnhof zum Arbeitsort eine wichtige Rolle zukommen», teilt der TCS mit. Gelöst werden muss aber die Frage, welchen Verkehrsteilnehmern welche Fläche zur Nutzung zusteht. «Denn durch neue Verkehrsmittel wie E-Scooter können neue Nutzungskonflikte entstehen.»

Circ hiess bis jetzt Flash

Circ ist in in der Schweiz nicht ganz neu. Das Start-up bietet seine E-Scooter seit Anfang Jahr in Zürich an – allerdings unter dem alten Namen Flash. Auch in Basel, Zug und Winterthur ist Circ präsent. Neben der Schweiz gibt es die E-Scooter auch in Deutschland, Frankreich, Portugal und Belgien.

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