Aktualisiert 11.08.2009 15:57

Wolfsland SchweizJetzt bilden sich Rudel

In der Schweiz sind in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Wölfe genetisch nachgewiesen worden, darunter aktuell drei neue. Fünf bis sechs weitere Tiere werden vermutet. Unter den geschätzten knapp 20 Tieren ist auch mindestens ein Pärchen im Land, was auf eine allmähliche Rudelbildung hindeutet.

Die jüngsten genetischen Analysen von Kot- und Speichelproben bei Schafsrissen belegten den Aufenthalt von drei neuen Wölfen in der Schweiz, teilte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Dienstag mit. Es handle sich dabei um je ein Männchen im Walliser Val d'Illiez und im Bündnerland sowie um ein bislang nicht bekanntes Weibchen in der Grenzregion der Kantone Bern und Freiburg.

Noch kein Nachwuchs

In der Region Waadt-Freiburg-Bern hielten sich zurzeit ein Männchen und ein Weibchen auf. Aktuell nicht bestätigt sei das im Herbst 2007 im Val d'Illiez festgestellte Weibchen. Es sei aber wahrscheinlich, dass die Wölfin noch im Chablais herumstreife, denn die Walliser hätten Hinweise auf die Präsenz von mehreren Tieren. Für Nachwuchs gebe es aber nach wie vor keine gesicherten Belege. Der neue Nachweis im Bündnerland dürfte laut BAFU von einem wandernden Wolf stammen. Es könnte sich um das Tier handeln, dass im Frühjahr im Kanton Schwyz geortet wurde.

Ein Pärchen

Im Goms im Oberwallis, im Tessiner Bleniotal und bei Bosco Gurin gab es zudem Risse, die auf weitere Wölfe hindeuten. «Damit kann der Wolfsbestand in der Schweiz auf zwölf in den letzten zwei Jahren genetisch nachgewiesene und vermutlich fünf bis sechs weitere Wölfe beziffert werden», halten die BAFU-Experten fest. Es sei anzunehmen, dass aktuell mindestens ein Paar darunter sei, was auf eine allmähliche Rudelbildung in der Schweiz hindeute.

Aus 18 mach 15

Die Ausbreitung des Wolfes in der Schweiz sei aus Sicht des Artenschutzes erfreulich, schreibt das BAFU. Die Ausbreitung der international streng geschützten Tierart, die in der Schweiz fast ein Jahrhundert ausgerottet gewesen sei, führe aber auch zu Konflikten mit der Schafhaltung. Opfer dieses Zielkonfliktes sind zurzeit drei Tiere, die vergangene Woche im Rahmen der Bundesregelung zum Abschuss freigegeben wurden. Es handelt sich um einen Wolf im luzernischen Entlebuch, der in einem bestimmten Gebiet mindestens 30 Schafe gerissen hat. Dazu kommen je ein Wolf im Val d'Illiez und im Val des Dix im Wallis, nachdem es zu mindestens 55 Schafrissen gekommen war. (dapd)

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