Absage ist keine Option: «Jetzt braucht es die Kreativität aller Fasnächtler»
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Absage ist keine Option«Jetzt braucht es die Kreativität aller Fasnächtler»

Seit Montag steht fest: Wenn auch nicht wie gewohnt, die Basler Fasnacht 2021 soll stattfinden. Das Fasnachts-Comité fordert Ideen von den Fasnächtlern für die wohl unkonventionellsten «drey scheenschte Dääg».

von
Lea Lozano
Oliver Braams
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Nachdem die Fasnacht letztes Jahr geplatzt ist, können sich die Fasnächtler nun auf eine eher unkonventionelle Fasnacht freuen. Es werden jetzt Ideen gesucht, damit die Fasnacht möglichst sicher stattfinden kann. 

Nachdem die Fasnacht letztes Jahr geplatzt ist, können sich die Fasnächtler nun auf eine eher unkonventionelle Fasnacht freuen. Es werden jetzt Ideen gesucht, damit die Fasnacht möglichst sicher stattfinden kann.

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Als Ansätze bestehen bereits: Morgenstraiche in den Quartieren anstatt der Innenstadt, Schnitzelbänke auf Aussenbühnen … 

Als Ansätze bestehen bereits: Morgenstraiche in den Quartieren anstatt der Innenstadt, Schnitzelbänke auf Aussenbühnen …

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… oder die Verlegung der Laternenausstellung, die normalerweise auf dem Münsterplatz stattfindet, in die Messehalle. 

… oder die Verlegung der Laternenausstellung, die normalerweise auf dem Münsterplatz stattfindet, in die Messehalle.

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Darum gehts

  • Die Fasnacht 2021 soll stattfinden. In welchem Rahmen, ist aber noch unklar.
  • Deshalb wird nun fleissig nach kreativen Ideen gesucht, die die Durchführung trotz Corona-Krise ermöglichen sollen.
  • Fasnächtler äussern gegenüber 20 Minuten bereits erste Ansätze.

Die Basler Fasnacht 2021 wird stattfinden, trotz Corona. Das hat das Basler Fasnachts-Comité am Montagabend bekannt gegeben. Die Rahmenbedingungen sind aber klar: Ein Cortège vor Zehntausenden Zuschauern durch die Innenstadt oder die grosse «Druggede» am Morgenstraich wird es nicht geben. «Menschenansammlungen, ob drinnen oder draussen, gilt es auch Anfang 2021 immer noch zu vermeiden.»

Für die Fasnacht vom 22. bis 25. Februar 2021 seien jetzt «neue Formen» gefragt. «Dazu braucht es die Kreativität aller Fasnächtlerinnen und Fasnächtler», so das Comité. Diese haben jetzt bis am 26. September Zeit, ihre Ideen – «ob ausgegoren oder nicht» – den Organisatoren der Basler Fasnacht zu schicken. Danach würden diese am runden Tisch mit den Behörden gesichtet und weiterentwickelt.

Das Comité macht auch schon ein paar Vorschläge. So ist beispielsweise die Rede von einem über drei Tage verteilten Morgenstraich in den Quartieren anstatt der Innenstadt, Schnitzelbänken auf Open-Air-Bühnen, der Laternenausstellung in den Messehallen oder Platzkonzerten von Guggenmusiken vor Altersheimen.

«Traditionalisten müssen umdenken»

Patrick Allmandinger ist Schauspieler, Comedian und Betreiber der Beiz Fasnachtsstuube und der Kopf hinter der Vorfasnachtsveranstaltung «s’Läggerli».

Patrick Allmandinger ist Schauspieler, Comedian und Betreiber der Beiz Fasnachtsstuube und der Kopf hinter der Vorfasnachtsveranstaltung «s’Läggerli».

almi.ch

«Der Aufruf des Fasnachts-Comités ist eine Chance. Veränderung ist etwas, was unsere Fasnacht ausmacht. Wenn sie sich nicht verändert, wird sie irgendwann langweilig. Bei dieser Ideensammlung könnte etwas ganz Tolles dabei sein. Wir wollen alle Fasnacht machen, dann müssen wir uns auch anpassen können und die Schutzkonzepte in Kauf nehmen. Eingefleischte Fasnächtler, die an den Tradition festhalten wollen, müssen vielleicht umdenken. Man könnte beispielsweise statt des Cortèges auch eine Art Parade machen, Tribünen aufstellen und nur eine gewisse Anzahl Sitzplätze verkaufen. Die Einnahmen könnten dann als Unterstützung für die Larvenbauer und Kostümschneider verwendet werden.»

«Lokale in der Innenstadt unterstützen»

Edi Etter ist Obmann des Schnitzelbank-Comités.

Edi Etter ist Obmann des Schnitzelbank-Comités.

Andre Auderset

«Schnitzelbänke auf Aussenbühnen sind natürlich denkbar. Es gilt dabei aber auch an unsere Partner, die Lokale in der Innenstadt, zu denken. Die müssen wir supporten. Säle, die bis anhin nicht geöffnet waren, müssen wir daher auch in Betracht ziehen. Möglich wäre es auch, Auftritte an drei statt zwei Tagen zu organisieren. Hierzu müssten die einzelnen Formationen aber auch erst mal ins Boot geholt werden. Schnitzelbänke auf dem Floss im Rhein? Das stelle ich mir zwar gefährlich vor, ist aber nicht die schlechteste Idee. Es stellt sich aber die Frage, wie viel wir stemmen können. Für solche Anlässe bräuchten wir sicher externe Hilfe.»

«Eine Fasnacht der Schyssdräggziigli»

Roger Jean Rebmann ist Lokalhistoriker und bietet als Grabmacherjoggi historische Stadtrundgänge in Basel an.

Roger Jean Rebmann ist Lokalhistoriker und bietet als Grabmacherjoggi historische Stadtrundgänge in Basel an.

grabmacherjoggi.ch

«Ich stelle mir eine Fasnacht der Schyssdräggziigli vor. Das ist ja sehr typisch für die Basler Fasnacht. Wenn die vielen kleinen Formationen dazu noch grosse Laternen wie sonst die Cliquen tragen, könnte das der Fasnacht zusätzlichen Charme verleihen. Still und dezent, gewissermassen. Die Basler Fasnacht ist in ihrer Geschichte ja bereits mehrfach kreativ mit Verboten umgegangen. Die Laterne zum Beispiel fusst auf dem Verbot von offenen Fackeln und dem Vorschlag, stattdessen Laternen zu verwenden. Diese wurden dann einfach bemalt.»

«Zu früh für konkrete Ideen»

Markus Krayer ist Obmann Alte Garde der Lälli-Clique.

Markus Krayer ist Obmann Alte Garde der Lälli-Clique.

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«Es ist schön, zu sehen, dass sowohl dem Fasnachts-Comité als auch der Regierung alles daran liegt, dass die Fasnacht in irgendeiner Form stattfindet. Für die Lälli ist es jedoch, wie auch für viele andere Cliquen, noch zu früh, um konkrete Ideen präsentieren zu können.»

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