25.06.2020 13:26

Entlassungen bei Reiseveranstaltern

«Jetzt braucht es Pioniere, damit die Schweizer wieder reisen»

Hotelplan muss 170 Stellen streichen. Max E. Katz, Präsident des Schweizer Reiseverbands, erklärt, warum es noch weitere Entlassungen geben wird und wie es mit der Reisebranche weitergeht.

von
Barbara Scherer
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Die Hotelplan-Gruppe muss wegen der Corona-Krise  weltweit 425 Arbeitsplätze streichen.

Die Hotelplan-Gruppe muss wegen der Corona-Krise weltweit 425 Arbeitsplätze streichen.

KEYSTONE
In der Schweiz sind 170 Stellen betroffen und 12 Filialen müssen geschlossen werden.

In der Schweiz sind 170 Stellen betroffen und 12 Filialen müssen geschlossen werden.

BRK News
Laut Max E. Katz, Präsident des Schweizer Reiseverbands, werden noch mehr Reiseveranstalter Personal entlassen müssen.

Laut Max E. Katz, Präsident des Schweizer Reiseverbands, werden noch mehr Reiseveranstalter Personal entlassen müssen.

PD

Darum gehts

  • Hotelplan streicht 170 Stellen in der Schweiz.
  • Laut Max E. Katz, Präsident des Schweizer Reiseverbands, wird es noch mehr Entlassungen in der Branche geben.
  • Die Lage könnte sich wohl ab nächstem Jahr verbessern.
  • Eine zweite Welle wäre ein Desaster für die Reisebranche.

  • Hotelplan muss 170 Mitarbeiter in der Schweiz entlassen, werden andere Reiseveranstalter diesem Beispiel folgen?

Max E. Katz: Das ist zu befürchten. Durch die Corona-Krise sind die Reisebuchungen um bis zu 80 Prozent zurückgegangen: Kleine und grosse Unternehmen werden aus finanziellen Gründen ihren Personalbestand wohl verkleinern müssen. 2020 wird das schwierigste Jahr dass die Branche je erlebt hat.

  • Welche Reiseausfälle tun der Branche besonders weh?

Dass diesen Sommer die Ferien in Übersee wegfallen: Kanada und die USA sind sonst sehr beliebte Destinationen für die Sommerferien. Auch viele Länder in Asien sind noch nicht bereisbar, das bekommen die Reiseveranstalter zu spüren.

  • Ab wann könnte sich die Lage für die Reiseveranstalter verbessern?

Ich denke, ab 2021 werden sich die Buchungen langsam stabilisieren. Dann sollten alle Grenzen wieder offen sein und mehr Flüge stattfinden: Das gibt den Leuten eine Planungssicherheit zurück. Trotzdem wird es wohl auch 2021 noch 30 Prozent weniger Buchungen geben als 2019. Denn die Fluggesellschaften werden nur zögerlich ihr Angebot wieder ausbauen. Wir werden wohl erst in zwei Jahren auf dem Stand sein von vor Corona.

  • Auch weil die Leute keine Lust zum Reisen haben?

Die Reiselust der Menschen ist immer noch gross. Es herrscht einfach eine grosse Verunsicherung. Damit die Schweizer wieder mehr Ferien buchen, braucht es jetzt Pioniere. Die ersten Reiselustigen müssen vor Ort sein und berichten, dass alles geklappt hat. Dann werden mehr Leute folgen und wieder Ferien im Ausland buchen.

  • Bricht eine zweite Welle der Reisebranche das Genick?

Nein, aber es wäre ein absolutes Desaster. Viele kleine Unternehmen würden jedoch aus Freude an ihrem Job durchbeissen. Grosse Veranstalter wie Hotelplan, die einer Gruppe angehören, könnten sich mit Querfinanzierungen am Leben erhalten.

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54 Kommentare
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hugo anderhub

26.06.2020, 14:27

es braucht nicht pioniere! auf die kann kann und muss man aktuell verzichten. die fallzahlen werden durch diese die ferienreisen innert kürze ein unkontrollierbares wachstum erreichen! was es braucht sind vernünftige menschen, die ihr leben und ihre ferienansprüche einfach mal reduzieren können!

TELL.CH

26.06.2020, 14:00

Die Schweizer sollen wieder Reisen, dass ist wunderbar. Aber als Schweizer weiss ich natürlich, dass es keinen schöneres Land auf der Welt gibt als unsere Schweiz! Darum mache ich meine Ferien auch hier im Paradies!

Äggsberde

26.06.2020, 11:33

Naja da habt Ihr ja mal einen richtigen Experten gefragt, der Dudenhöfer hätte Euch sicher auch geantwortet. Jeder der eins und eins zusammenzählen kann hätte das auch gekonnt.