Madame-Shiva-Kopie?: Jetzt bringt auch Samsung ein WM-Meersäuli
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Madame-Shiva-Kopie?Jetzt bringt auch Samsung ein WM-Meersäuli

Wie Swissaid benutzt auch Samsung Schweiz ein Meersäuli-Orakel und «Gilbert Gress» als Kommentator. Das sei aber kein Plagiat, sondern reiner Zufall, heisst es beim Handy-Konzern.

von
vro

Das Orakel-Meersäuli Madame Shiva von Swissaid hat es bereits weltweit in die Medien geschafft. Es prophezeit - wenn auch wenig treffsicher - vor jedem Spiel der Schweizer das Ergebnis der Partie, während Fussballexperte Gilbert Gress das Ritual kommentiert. Doch nun wurden die Macher bei Swissaid stutzig. Denn Samsung Schweiz benutzt ebenfalls ein Orakel-Meersäuli und einen Mini-Gilbert-Gress für die WM-Aktion «UHD-Studio». In den Clips kommentieren jeweils zwei Kinder die vergangene Partie der Schweizer Nati und lassen ihr Meersäuli Beni orakeln. Einer der Knaben ist als Gilbert Gress verkleidet.

«Nun kommt uns natürlich der Verdacht, ob da der Milliarden-Konzern dem Hilfswerk die Ideen klaut. Wir wissen es nicht», sagt Swissaid-Sprecher Lorenz Kummer. Er wolle Samsung allerdings nichts unterstellen. «Vielleicht hatten ja auch bloss zwei die gleiche Idee.»

Spende als Entschädigung?

20 Minuten fragte bei Samsung Schweiz nach. Dort erklärt Sprecherin Mirjam Berger, dass es sich um einen puren Zufall handle. «Unsere UHD-Studio Virals wurden mit einem Vorlauf von mehreren Wochen konzipiert und geplant. Unser Aufhänger ist in erster Linie auch nicht das weit verbreitete Tier-Orakel-Konzept, sondern das Kommentieren der Spiele mit Anlehnung an bekannte Schweizer Fussballexperten im Nachhinein und mit Jöh-Faktor.»

Die Clips von Samsung wurden deshalb auch erst nach dem Auftaktspiel der Schweizer Nati erstmals veröffentlicht. Das Missverständnis mit Swissaid bedauert Berger. Dort ist man jedoch nicht wütend. «Wenn sie sagen, dass sie das seit Wochen planen, dann glaube ich das», sagt Kummer. Trotzdem wünscht er sich, dass der Grosskonzern die Meersäuli nicht nur für die Werbung nutzt, sondern eine Spende für die Bio-Projekte mit ihren Artgenossen in Ecuador leistet, die Swissaid unterstützt.

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