Ölkatastrophe: Jetzt darf nicht mehr gefischt werden
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ÖlkatastropheJetzt darf nicht mehr gefischt werden

Wegen der Naturkatastrophe «von noch nie dagewesenem Ausmass» bangen nun Tausende von Fischern um ihre Existenz. US-Präsident Barack Obama ist vor Ort und will BP zur Kasse bitten.

Nun ist die Ölpest zur Chefsache geworden: US-Präsident Barack Obama hat sich persönlich in die verpestete Region begeben und versprach, die Regierung werde tun, «was immer und wie lange es nötig ist, um diese Krise zu beenden».

Unterdessen wird die Lage immer dramatischer. Die US-Behörden verfügten am Sonntag ein Fischereiverbot für die am stärksten bedrohten Küstengewässer. Damit müssen Tausende von Fischern um ihre Existenz bangen. Der Ölteppich auf dem Wasser hatte sich zuvor rapide ausgedehnt, ein Ende ist nicht in Sicht.

Der Präsident traf in Venice am Mississippi-Delta mit Vertretern der Küstenwache und anderen Experten zusammen, um sich aus erster Hand über das Ausmass der Ölpest und über die Gegenmassnahmen informieren zu lassen.

BP soll Rechnung bezahlen

«Wir haben eine massive und möglicherweise noch nie dagewesene Naturkatastrophe», sagte Obama anschliessend wörtlich. Er bekräftigte, dass der britische Konzern BP für den anhaltenden Ölaustritt verantwortlich sei, und «BP wird die Rechnung dafür bezahlen».

Die Ursachen für den Unfall müssten gründlich aufgeklärt werden, aber im Mittelpunkt stehe jetzt «der unermüdliche Versuch», den Ölfluss ins Wasser zu stoppen. «Wir werden nicht ruhen, bis die Lecks geschlossen sind und die Region gesäubert ist», sagte Obama.

Verschlimmert wird die Lage durch anhaltend schlechtes Wetter mit heftigem Wind: Der hohe Wellengang erschwert das Auslegen von schwimmenden Barrieren und das Absaugen des Ölfilms. Das Abfackeln von Teilen des Ölteppichs ist seit Tagen nicht mehr möglich gewesen.

Fangverbot gilt zehn Tage

Die US-Behörde für Ozeanographie verfügte ein Fangverbot zunächst für zehn Tage, es gilt für kommerzielle und Hobbyfischer. Wissenschaftler sollen nun prüfen, ob der Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten noch sicher ist. Die Fangverbotszone reicht von den Gewässern vor Venice bis zur Pensacola Bay an der Westküste Floridas.

Bis zum Sonntagabend waren dünne Ausläufer des Ölteppichs in die Kanäle zwischen den kleinen Inseln vor der Küste Louisianas geschwappt. Die ersten schwereren Ölklumpen könnten am Montag oder Dienstag angeschwemmt werden. Dann könnten die ersten Ölflecken auch die Küsten von Mississippi und Alabama erreichen. Alles hänge jedoch von der Wetterlage und Windrichtung ab, sagte Admiral Thad Allen, den Obama am Samstag zum Einsatzchef im Kampf gegen die Ölpest ernannt hatte. (sda)

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