IKRK-Geiseln: Jetzt droht die Enthauptung aller Geiseln
Aktualisiert

IKRK-GeiselnJetzt droht die Enthauptung aller Geiseln

Die Lage der drei entführten IKRK-Mitarbeiter wird immer dramatischer. Mittlerweile sollen die Abu-Sayyaf-Rebellen damit drohen, notfalls alle drei Geiseln zu enthaupten. Die Armee zieht derweil ihren Kreis enger.

Es handle sich um einen Nervenkrieg, der sich seinem Höhepunkt nähere, berichtetet der NZZ-Korrespondent Manfred Rist gegenüber der «Tagesschau». Die Rebellen drohten nun damit, alle Geiseln zu enthaupten.

Die neusten Meldungen von der Insel Jolo deuten auf eine Konfrontation hin. Gouverneur Sakur Tan rief den Notstand aus, Panzer und Truppentransporter fuhren in Richtung der Stadt Indanan.

Die Behörden beteuerten aber, dass sie nicht angreifen werden, solange es den Geiseln gut geht. Nur: Die Behörden haben den Kontakt zu den Geiselnehmern verloren, wie «GMA News» berichtet. Momentan ist daher nicht bekannt, wie es den Geiseln geht. Die Rebellen hatten die Hinrichtungsfrist, die ursprünglich heute Morgen um acht Uhr auslief, um eine Stunde verlängert. Laut NZZ-Korrespondent Rist stehen die Chancen schlecht, dass die Geiseln aus der Situation heil herauskämen.

Armee soll sich zurückziehen

Die islamistischen Rebellen hatten ursprünglich damit gedroht, eine ihrer drei Geiseln zu enthaupten, falls sich die Armee nicht zurückzieht. Innenminister Ronaldo Puno erklärte aber, die Streitkräfte könnten innerhalb der von den Rebellen gesetzten Frist nicht wie verlangt 15 Dörfer auf der Insel Jolo räumen.

Der Leiter des Philippinischen Roten Kreuzes, Richard Gordon, forderte kurz vor Ablauf des Ultimatums im landesweiten Fernsehen eindringlich die Freilassung der Geiseln. «Die ganze Gemeinschaft des Roten Kreuzes betet für euch», sagte Gordon mit brüchiger Stimme an die Geiseln gewandt. Die drei Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) waren am 15. Januar verschleppt worden. Dabei handelt es sich um den Schweizer Andreas Notter, den Italiener Eugenio Vagni und die Philippinerin Mary Jean Lacaba.

IKRK-Chef Kellenberger appellierte bereits am letzten Freitag per Video an die Geiselnehmer$$VIDEO$$(Quelle: IKRK)

(AP/SDA/mlu)

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