Dollar am Boden: Jetzt eindecken für den Sommerurlaub 2010?
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Dollar am BodenJetzt eindecken für den Sommerurlaub 2010?

Der Wechselkurs des Dollars sinkt dramatisch, mittlerweile entspricht ein Dollar mehr oder weniger einem Franken. Soll man von diese Situation nutzen, und bereits das Feriengeld für die nächsten Jahre wechseln?

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zac/scc

Die US-Valuta hat seit Ende 2008 stetig an Wert verloren. Gründe dafür gibt es laut ZKB Ökonom Beat Schumacher mehrere: «Seit die globale Konjunktur nach der Krise wieder in Gang gekommen ist, gilt der Dollar nicht mehr als sicherer Hafen. Anleger haben begonnen auf andere Währungen und Rohstoffe auszuweichen». Zudem würden strukturelle Probleme der USA, wie die Verschuldung der privaten Haushalte und des Staates, den Dollar belasten.

«Die Vereinigten Staaten sind ein hoch verschuldeter Staat mit niedrigem Zinsniveau. Geld in eine solche Währung anzulegen, ist für Investoren nicht attraktiv», sagt Martin Streb von Devisenhändler «wechselstube.ch». Zusätzlich galt der Greenback lange Zeit als weltweite Leitwährung und als einzige attraktive Reservewährung. Dies habe sich mit der Einführung des Euro abgeschwächt. «Viele Länder diversifizieren ihre Währungsreserven und schichten von Dollar in Euro um» sagt Streb. Die weltweiten Rohstoffreserven, allen voran das Rohöl, werden nach wie vor in erster Linie mit US-Geld bezahlt. Laut Streb findet aber auch hier ein Prozess statt, welcher die Abhängigkeit vom Dollar reduzieren werde.

Crash oder Aufschwung des Greenback

Soll der schwache Kurs der US-Valuta genutzt werden, um sich mit dem zukünftigen Bedarf an Dollar einzudecken? Darüber gehen die Meinungen der Experten auseinander: Die ZKB rechnet damit, dass der Dollar in den nächsten 6 Monaten noch weiter sinken wird. Von einem Dollar-Crash – also einer massiven Werteinbusse – könne aber nicht die Rede sein. «Ein Engagement in den Dollar eilt nicht», sagt Schumacher abschliessend. Doch nicht alle gehen davon aus, dass es mit der Währung der grössten und produktivsten Volkswirtschaft nur noch bergab geht. Die Privatbank Rothschild rechnet mit einer Stabilisierung des Dollars. Ein Grund sei auch, dass die Schweizer Nationalbank kein weiteres Erstarken des Frankens wolle.

Wer vom aktuellen tiefen Dollar-Niveau profitieren möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel Bargeld in Dollar wechseln und es wieder bar mitnehmen. Der Nachteil: Der hohen Bargeldbestand ist nicht vor Verlust oder Diebstahl geschützt. Zudem sind grosse Barbeträge in der USA – dem Land des Plastikgeldes – ziemlich unpraktisch.

Reisechecks in Plastik gegossen

Eine Alternative wäre die Travel Cash Card von Swissbankers. Diese Karte funktioniert nach dem Prinzip der bewährten Reisechecks Swiss Bankers Traveller Cheques. Die Prepaid Karte kann direkt in Dollar ausgestellt werden und ermöglicht den Bargeldbezug an weltweit über einer Million Geldautomaten. Dank Maestro-Funktion kann die Karte auch als Zahlungsmittel in vielen Geschäften verwendet werden. Für das Aufladen wird eine Gebühr von 1 Prozent verlangt. Beim Bargeldbezug werden 3 Dollar Gebühren fällig. Die Karte ist mit einem Pin geschützt und wird bei Verlust weltweit kostenlos ersetzt.

Für Private mit «kleinem» Dollarbedarf lohnt sich die Eröffnung eines Fremdwährungskontos nicht. Die Gebühren sind hoch, dafür die Zinsen tief oder inexistent. Zudem ist der Bezug im Ausland nur über Kreditkarten möglich und daher teuer.

Noten gehen kaum mehr auf Reisen

Reiseanbieter stellen fest, dass immer weniger Bares mit über die Grenze reist. «Wir beobachten einen Trend zu immer weniger Bargeld - insbesondere in Europa und aber auch für die USA. Auch in den meisten übrigen Ländern, ist die der Bezug von Bargeld zum Beispiel mit der EC-Karte oder die Bezahlung mit Kreditkarte problemlos möglich», erklärt Kuoni Mediensprecherin Andrea Müller. Die meisten Kunden entscheiden sich laut Kuoni für einen guten Mix - sie nehmen eine Kreditkarte, eine EC-Karte, teilweise eine Travel Cash Karte und ein wenig Bargeld mit.

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