iPhone kann jetzt auch Autos öffnen

Bei Apples Entwicklerkonferenz WWDC hat der Hersteller neue Systeme für iPhones, iPads und den Mac gezeigt. Mit dem Apple-Telefon kann man künftig sogar Fahrzeuge öffnen.

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Montag, 22.6.2020

Zusammenfassung

Apple hat an der Entwicklerkonferenz WWDC einen «historischen» Schritt gemacht: Der Hersteller wechselt bei den Macs die Prozessoren aus. Anstatt auf Intel setzt Apple künftig auf sogenannte ARM-Chips, die der iPhone-Bauer selbst entworfen hat. Für Mac-Nutzer soll die Umstellung so unkompliziert wie möglich werden. Apple hatte die letzten 15 Jahren Prozessoren des Herstellers Intel verbaut. Mit dem Schritt erlangt Apple mehr Kontrolle über die Hardware. Die Umstellung soll rund zwei Jahre dauern.

Sonst war der Event geprägt von Neuigkeiten rund um das Thema Software. Es gab News zu den Systemen für iPads, Watch und iPhone. Künftig wird das Apple-Telefon auch zum Autoschlüssel. So lässt sich etwa der neue BWM 5er bereits mit dem Handy entsperren. Legt man das Gerät dann auf die Ladematte im Auto, lässt es sich starten. Praktisch: Den Zugang zum Auto kann man auch via iMessage teilen.

Ein praktisches Update gibt es auch für die Apple Watch. Der Helfer am Handgelenk erkennt neu, ob man die Hände ausreichend wäscht. So erkennt die Uhr automatisch wenn man sich die Finger einseift und warnt, wenn man das zu wenig lange macht. Neu kann die Watch auch den Schlaf der Träger überwachen.

Kino-Feeling im Zug, Tram oder Bus gibt es mit der Funktion namens Spatial Audio für Airpods. Die drahtlosen Kopfhörer von Apple können damit 3-D-Raumklang darstellen. Das System nutzt dafür die in den AirPods Pro integrierten Bewegungssensoren, um die Bewegungen des Kopfs zu verfolgen.

Das wars

Die Systeme für iPhone, iPad, Watch und Co. werden ab Herbst verfügbar sein.

Neue Chips

Software soll innerhalb von wenigen Tagen für die neuen Macs umgeschrieben werden können, verspricht Apple. Ob das auch für gigantische Software-Projekte der Fall ist? Die eigenen Apple-Apps sind bereits für die neue Architektur bereit und auch Anbieter wie Microsoft haben ihre Programme parat. Lightroom, Photoshop und Final Cut werden an einer Demo gezeigt. Das Programm Rosetta 2 konvertiert inkompatible Apps automatisch, falls die Entwickler dies nicht machen.

ARM statt Intel

Apple nutzt für die seine Chips Technologie, die von der Firma ARM lizenziert wurde. ARM ist Teil des japanischen Tech-Konzerns Softbank. Hergestellt werden die Apple-Chips dann vom taiwanischen Halbleiterhersteller TSMC. Da die Prozessoren anders aufgebaut sind als Intel-Chips, brauchen Entwickler Zeit, um die Software für die neuen Komponenten anzupassen. Es macht also Sinn, diesen Schritt an der hauseigenen Entwicklerkonferenz anzukündigen. Apple wechselte vor rund 15 Jahren von PowerPC zu Intel.

🖥️

Es ist ein «historischer Tag» für Apple, sagt CEO Tim Cook. Apple kehrt Intel-Prozessoren den Rücken. Man werde künftig die eigenen Chips in Mac-Computern verbauen. Sprich: Die Axx-Prozessoren von iPhones und iPads werden Computer antreiben.

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Ist das ein iPhone oder ein Macbook? Mac-Computer erhalten mit macOS Big Sur ebenfalls ein Update. Die Oberfläche erinnert jetzt stark an iPhones und iPads. Benannt ist das Mac-System nach dem Küstengebiet im US-Bundestaat Kalifornien. Neben neuen Icons gibt es nun auch ein Kontrollzentrum. Dort kann man - wie vom iPhone bekannt - den Dark Mode aktivieren oder die Bildschirmhelligkeit ändern. Die verschiedenen Apple-Systeme kommen sich tatsächlich immer näher: So gibt es auch die sogenannten Widgets, die auf iPhones und iPads kommen, auf dem Mac.

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Neues gibt es auch für den Apple TV. Die Spielstände von Games sind neu für jeden Nutzer einzeln hinterlegt. Das ist praktisch für Familien. Der Streamingdienst TV+ ist ab Sommer zudem auf Sony-Fernsehern verfügbar. «Foundation» ist eine neue Sci-Fi-Serie, die exklusiv über den Streamingdienst verfügbar sein wird. Sie basiert auf dem Kultwerk des Autors Isaac Asimov. Die Serie kommt allerdings erst 2021.

Die Apple Watch erkennt mit dem neuen watchOS-System automatisch, wenn man sich die Hände wäscht und startet einen Countdown. Ebenfalls wird die Uhr jetzt zum vollwertigen Schlaf-Tracker. So überwacht die Uhr den Schlaf in der Nacht und zeigt auch, wie man eingeschlafen ist.

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Airpods, die drahtlosen Kopfhörer von Apple verbinden sich jetzt mit mehreren Geräten gleichzeitig. So muss man nicht immer hin und her wechseln. Auch erhalten die Airpods sogenanntes Spatial Audio, also 3-D-Raumklang. Beim Pendeln mit dem Zug kann man sich dann ein bisschen fühlen wie im Kino.

iPad

Scribble - hier geht es um Handschrift. Neu wird diese auf dem iPad noch stärker integriert. Künftig kann man in jedes Eingabefeld etwas mit dem Apple Pencil schreiben, etwa in die Adresszeile des Browsers.

iPadOS

Das neue iPad-System heisst iPadOS 14. Soweit keine Überraschung. Calls sind nun dezenter und nehmen weniger Platz auf dem Display ein. Überarbeitet wurde auch die Suchfunktion. Die App Library und Widgets gibt es künftig auch für Apples Tablet-Computer.

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Eine neue Funktionen gibt es für Carplay. So kann man mit dem iPhone in Zukunft auch Autos öffnen. Demonstriert wird die Funktion an einem neuen BWM 5er. Das Auto kommt in den nächsten Wochen in den USA auf den Markt. Man arbeite zur Zeit aber auch mit anderen Herstellern zusammen, um die Funktion zum Standard zu machen, sagt Apple. Die virtuellen Autoschlüssel kann man sogar als Nachricht an jemanden verschicken. Praktisch.

Memojis

Aufgemotzt werden auch die animierten Emojis, Apple nennt sie Memojis. So gibt es unter anderem mehr als 20 neue Hut- und Frisurvariationen.

Siri, Translate und Karten

Apples Sprachassistent Siri kann jetzt auch Audionachrichten versenden und in noch mehr Sprachen übersetzen. Apropos Sprache: Es gibt eine neue App namens Translate von Apple. Mit dem Übersetzungsprogramm macht der iPhone-Hersteller Google Konkurrenz. Auch Apples Kartendienst wurde verbessert. Die neuen Karten kommen in den USA, in Kanada und nach Grossbritannien.

In iMessage können einzelne Konversationen neu oben angeheftet werden

Vom Design erinnert die Oberfläche in iOS 14 an die Apple Watch.

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Craig Federighi, Apples Software-Chef, übernimmt. Er spricht über die Änderungen, die mit der kommenden iOS-Version auf die iPhones kommen werden. Der Homescreen wird mit iOS 14 komplett überarbeitet. Mit der sogenannten App Library werden Programme direkt sortiert, was für bessere Übersicht sorgen soll. Auch sogenannte Widgets gibt es künftig für Apple-Fans. Mit diesen können sich diverse Informationen wie das Wetter oder Fitness-Daten direkt auf dem Homescreen angezeigt werden. Android-Nutzer werden jetzt nur müde lächeln. In Googles Betriebssystem gibt es diese Funktionen schon eine halbe Ewigkeit.

Es geht los

Apple-CEO Tim Cook steht vor leeren Rängen und begrüsst die Zuschauer zur WWDC. Er spricht über die Black-Lives-Matter-Bewegung in den USA und eine Anti-Rassismus-Initiative in die der Konzern 100 Millionen Dollar investieren will.

Apple-Chef Tim Cook als Memoji

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Die WWDC mit Workshops und Panels ist in diesem Jahr für Entwickler kostenlos. Dies sofern man bereits Mitglied beim Apple Developer Program ist (99 Dollar). Die Entwickler bezahlten in den Jahren zuvor für ein WWDC-Ticket 1600 Dollar, dazu kamen die Kosten für Unterkunft, Anreise und Verpflegung.

125 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Marc

23.06.2020, 11:10

Etwas über 5500 Kommentare innerhalb so kurzer Zeit. Dies schaffen keine Artikel als die welche über Apple :) Als warten gewissen Leute nur endlich wieder mal den Frust an Apple loszuwerden. Immer wieder Amüsant zu beobachten.

David

23.06.2020, 09:19

Ich habe meine ganze Lebe auf das gwartet

speck

23.06.2020, 08:31

Ich hab einen Autoschlüssel und ser heisst AUTO-SCHLÜSSEL weil ich damit das Auto öffne, so einfach ist das !