Bis 16 Prozent mehr: Jetzt explodieren die Preise für Velo- und Autoreifen 

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Bis 16 Prozent mehrJetzt explodieren die Preise für Velo- und Autoreifen 

Wichtige Rohstoffe für die Pneu-Herstellung stammen aus Russland und der Ukraine. Der Krieg treibt nun die Preise in die Höhe. So kosten Pneus seit Anfang Jahr bis zu 16 Prozent mehr.

von
Barbara Scherer
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Autofahren wird teurer.

Autofahren wird teurer.

20min/Taddeo Cerletti
Neben den Spritpreisen schiessen nun auch die Kosten für Reifen in die Höhe.

Neben den Spritpreisen schiessen nun auch die Kosten für Reifen in die Höhe.

20min/Celia Nogler
Das trifft auch Velofans.

Das trifft auch Velofans.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Es gibt Engpässe wegen des Krieges bei wichtigen Rohstoffen für Reifen.

  • Das treibt die Preise für Auto- und Velopneus in die Höhe.

  • Weil Veloreifen vor allem im Frühling und Herbst gefragt sind, könnten die Kosten dort im Herbst aber wieder sinken.

Der Krieg in der Ukraine treibt die Preise für verschiedene Rohstoffe in die Höhe. Autofans trifft das gleich doppelt: Neben Benzin kosten jetzt auch die Reifen mehr. Seit Anfang 2021 sind die Pneu-Preise um rund 20 Prozent gestiegen, wie die «Automobilwoche» schreibt.

Schuld sind laut europäischem Reifenherstellerverband ETRMA Engpässe bei Rohstoffen. Denn Russland und die Ukraine waren bislang führend bei der Versorgung Europas mit synthetischem Kautschuk und Russ. Beide Materialen braucht man für die Herstellung von Pneus. 

So ist der Preis von Industrieruss allein im April um 20 Prozent gestiegen. Der deutsche Reifenhersteller Continental erwartet darum inzwischen in der Reifensparte Kostensteigerungen von 1,9 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.

16 Prozent mehr für Autopneus

Dass Pneus teurer werden, bestätigt auch der Reifen-Verband der Schweiz gegenüber 20 Minuten. Konkrete Zahlen habe man aber nicht vorliegen. «Wir hatten dieses Jahr schon drei Preissteigerungen bei den Reifen», heisst es vonseiten des Fachgeschäfts Pneu Egger.

Die letzte Preiserhöhung lag bei etwa zehn Prozent. Gesamthaft seien die Preise für Pneus bisher um etwa 16 Prozent in die Höhe geschossen. Auch die Beschaffung von Reifen sei zurzeit schwieriger. Dabei trifft die Teuerung der Rohstoffe nicht nur die Autoindustrie: Auch Veloreifen werden teurer.

«Dieses Jahr sind die Kosten für Velo-Pneus schon um sieben Prozent gestiegen», sagt Martin Platter, Leiter der Schweizerischen Fachstelle Velo und E-Bike SFVE. Schuld daran sei der Rohstoff-Preis sowie die hohen Lieferkosten. Diese sind seit der Corona-Krise explodiert.

Preise für Veloreifen könnten im Herbst sinken

Es sei zu befürchten, dass die Pneu-Preise noch weiter steigen, so Platter. «Allerdings sind Veloreifen vor allem im Frühling und Sommer gefragt, darum könnten die Kosten ab Herbst wieder sinken.» Je nach Händler sind die Pneu-Preise auch sehr unterschiedlich, wie ein Blick ins Netz zeigt. 

So verlangt etwa Galaxus für den Reifen Continental Cross King Performance 26 x 2.2 25.80 Franken. Bei Brack kostet der gleiche Veloreifen 33 Franken. «Insbesondere Online-Händler haben trotz hohen Herstellungspreisen einen gewissen Spielraum für die Preissetzung», erklärt Platter. 

Auch bei den Autoreifen unterscheiden sich die Preise stark: So verlangt etwa Pneu Egger für den Sommerreifen Continental Premium Contact 6 116.90 Franken. Der gleiche Reifen kostet bei Galaxus 82.49 Franken und auf Reifenleader.ch nur 78.99 Franken.

Daraus bestehen Reifen:

Um Reifen für Autos und Velos herzustellen, benötigt man verschiedene Rohstoffe:

  • Naturkautschuk: Er sorgt dafür, dass der Reifen selbst bei niedrigen Temperaturen weitgehend flexibel bleibt.

  • Chemikalien: Dazu gehören zum Beispiel Synthetikkautschuk und Russ, der den Reifen schwarz einfärbt. Zusammen mit weiteren Bestandteilen verbessern sie die Verschleiss- und Alterungsbeständigkeit sowie die Bodenhaftung eines Reifens.

  • Stahl: Das Ausgangsmaterial für die Herstellung des Stahlgürtels sowie der Drahtkerne.

  • Textilien: Für die Cordherstellung, welcher zur Verstärkung des Reifens dient.

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