Stop Hate For Profit: Jetzt gehts auch in der Musikbranche mit dem Facebook-Boykott los
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Stop Hate For ProfitJetzt gehts auch in der Musikbranche mit dem Facebook-Boykott los

Nachdem über 100 Firmen ihre Werbebudgets für den Social-Media-Giganten gestrichen haben, ziehen erste Vertreter der Musikbranche nach.

von
Melanie Biedermann
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Die «Stop Hate for Profit»-Organisation ruft die Industrie dazu auf, den sozialen Medien den Geldhahn zuzudrehen, solange diese auf ihren Plattformen nicht aktiver gegen Rassismus und Hate-Speech vorgehen. Über 100 Unternehmen haben ihre Facebook-Werbebudgets für Juli bereits gestrichen.

Die «Stop Hate for Profit»-Organisation ruft die Industrie dazu auf, den sozialen Medien den Geldhahn zuzudrehen, solange diese auf ihren Plattformen nicht aktiver gegen Rassismus und Hate-Speech vorgehen. Über 100 Unternehmen haben ihre Facebook-Werbebudgets für Juli bereits gestrichen.

EPA/SASCHA STEINBACH 
Die Musikbranche hielt sich bisher zurück: Soziale Medien gehören zu den wichtigsten Plattformen zur Bekanntmachung neuer Künstler und sind essentiell für deren Community. Dennoch zeigen sich erste Vertreter nun solidarisch, darunter die ie in London ansässige unabhängige Musikagentur Cooking Vinyl.

Die Musikbranche hielt sich bisher zurück: Soziale Medien gehören zu den wichtigsten Plattformen zur Bekanntmachung neuer Künstler und sind essentiell für deren Community. Dennoch zeigen sich erste Vertreter nun solidarisch, darunter die ie in London ansässige unabhängige Musikagentur Cooking Vinyl.

Cooking Vinyl
Digital-Chef Lewis Newson erklärte im Gespräch mit der Branchenplattform «Music Business Worldwide»: «Man kann die Verbreitung hasserfüllter und rassistischer Online-Inhalte nur stoppen, wenn soziale Medien zur Rechenschaft gezogen werden.» Es ginge um die Wahrung der Grundwerte Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.

Digital-Chef Lewis Newson erklärte im Gespräch mit der Branchenplattform «Music Business Worldwide»: «Man kann die Verbreitung hasserfüllter und rassistischer Online-Inhalte nur stoppen, wenn soziale Medien zur Rechenschaft gezogen werden.» Es ginge um die Wahrung der Grundwerte Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.

Instagram Cooking Vinyl

Seit dem 17. Juni will die #StopHateForProfit-Kampagne soziale Medien via Werbestopp dazu bringen, Richtlinien bezüglich Hass-Posts zu verschärfen. Innert einer Woche bestätigten über 90 namhafte Unternehmen, ihre für Facebook vorgesehene Werbeetats für den Monat Juli zu streichen, darunter etwa die Outdoor-Labels The North Face und Patagonia, Glace-Hersteller Ben & Jerry’s und US-Telekommunikationsriese Verizon.

Facebook-Aktien verzeichneten infolgedessen Verluste im Wert von 56 Milliarden US-Dollar, CEO Zuckerberg verlor darauf 7 Milliarden seines Privatvermögens. Am vergangenen Freitag gab er schliesslich die Revision der Richtlinien und eine künftige Kennzeichnung kritischer Inhalte bekannt.

Zuckerberg hat sein Vertrauen verspielt

Versöhnlich zeigte sich seither niemand, im Gegenteil: Unternehmer doppeln nach. Mit Unilever kündigte etwa einer der weltweit grössten Verbrauchsgüterhersteller an, seine Budgets für Facebook, Instagram und Twitter bis Ende 2020 komplett zu streichen. Begründung: «Zum aktuellen Zeitpunkt Werbung auf diesen Plattformen zu schalten, trägt nichts Positives zur Gesellschaft bei.» Coca-Cola hat sich inzwischen ebenfalls dem Boykott angeschlossen.

Die Musikbranche hielt sich bisher zurück, wohl weil soziale Netzwerke zu den wichtigsten Plattformen für die Künstler-Promotion zählen. Doch: «Man kann die Verbreitung hasserfüllter und rassistischer Online-Inhalte nur stoppen, wenn soziale Medien zur Rechenschaft gezogen werden», so Lewis Newson, Digital-Chef bei Cooking Vinyl. Die in London ansässige Musikagentur operiert international und fordert im Gespräch mit Musicbusinessworldwide.com Branchenkollegen auf, diesen Schritt ebenfalls in Erwägung zu ziehen.

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4 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Ahmed

02.07.2020, 04:26

Das ist an Hysterie kaum noch zu überbieten. Ich bin jeden Tag auf facebook und solche Sachen sind mir noch gar nie gezeigt worden. Im Gegenteil störe ich mich daran dass facebook soviel zensiert und sperrt. Profile zu löschen ist die neue Bücherverbrennung. Leider ist Facebook damit bei weitem nicht alleine wenn es darum geht Meinungen und Gedanken zu zensieren. Das finde ich sehr Schade und nimmt mir die Freude an der Zukunft.

Ohje

01.07.2020, 20:09

Nur weil es hasserfüllte Menschen gibt, soll die freie Meinungsäusserung mehr und mehr und mehr eingeschränkt werden? Und weil andere Menschen überhaupt nicht mehr kritikfährig sind? Das wird sicher fest zum gesellschaftlichen Wohl beitragen... Lockdown, Maskenpflicht, keine Meinung - am besten aufhören zu denken und einfach schweigend fleissig Arbeiten :-)