TCS startet Benzinpreisradar

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Tool für PreisvergleichJetzt gibt es auch bei uns einen Benzinpreisradar

Schon bei einem Unterschied von fünf Rappen pro Liter Benzin könne sich der Weg zu einer anderen, günstigeren Tankstelle lohnen, sagt der TCS. Ein Preisradar soll helfen.

von
Yasmin Rosner
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User erfassen im Benzinpreisradar die aktuellen Preise an den jeweiligen Tankstellen.

User erfassen im Benzinpreisradar die aktuellen Preise an den jeweiligen Tankstellen.

Screenshot Benzin.tcs.de
Fürs Tanken musste man dieses Jahr teils besonders tief in die Tasche greifen.

Fürs Tanken musste man dieses Jahr teils besonders tief in die Tasche greifen.

20min/Anna Bila
Auch auf parlamentarischer Ebene wird über ein staatliches Benzinpreistool debattiert.

Auch auf parlamentarischer Ebene wird über ein staatliches Benzinpreistool debattiert.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Steigende Benzinpreise haben uns insbesondere Anfang des Jahres beschäftigt.

  • Nun gibt es ein Tool, mit dem man die Preise an den verschiedenen Tankstellen vergleichen kann.

  • Das funktioniert aber nur, wenn möglichst viele mitmachen und möglichst viele Preise erfasst werden.

  • Der TCS, der den Benzinpreisradar lanciert hat, ist zuversichtlich.

«Plus 25 Rappen in einer Nacht», «Abzocken an Tankstellen?» oder «Preis-Schock – Benzin könnte bald 3.20 Franken pro Liter» kosten, lauteten dieses Jahr die Schlagzeilen zu den steigenden Benzinpreisen. Die Preise sind zwar nicht an jeder Tankstelle gleich, aber vergleichen war bislang schwierig. 

Der TCS hat nun nach sechsmonatiger Entwicklung einen Benzinpreisradar lanciert, schreibt der «SonntagsBlick». «Viele TCS-Mitglieder und auch Nichtmitglieder haben nach einem Preisvergleichstool gefragt, als die Benzinpreise im Frühjahr besonders hoch waren», sagt TCS-Generaldirektor Jürg Wittwer im Interview. Auch wenn die Preise inzwischen wieder etwas gesunken seien, glaube er an das Produkt. «Jeder gesparte Rappen zählt», ist sich Wittwer sicher. «Online können wir heute von Socken bis Versicherungen alle Preise vergleichen. Warum sollte Treibstoff hier eine Ausnahme sein?»

TCS-Mitarbeitende hätten bislang über 25’000 Einträge gemacht und es seien Preisdifferenzen von bis zu 30 Rappen festgestellt worden. Es habe sich eine «Fünfer-Regel» herauskristallisiert: «Ein um fünf Rappen pro Liter tieferer Preis lohnt sich nur bei einem Umweg von bis zu fünf Kilometern pro Wegstrecke und bei einer Tankfüllung von mindestens 50 Litern.» 

Achtest du beim Tanken auf den Preis?

Der Benzinpreisradar funktioniert nur, wenn Userinnen und User die aktuellen Preise der jeweiligen Tankstelle eingeben. Wittwer glaubt, dass ein solches auf Teilnahme der Nutzer beruhendes Modell funktionieren werde, da es dem Zeitgeist entspreche. Es könne aber sein, dass bei Tankstellen in abgelegeneren Gebieten Preise weniger regelmässig upgedatet würden. 

Auch auf politischer Ebene wird ein Benzinpreisrechner diskutiert. Die Idee sei, einen frei zugänglichen Online-Rechner zu schaffen, mit dem sich die Preise für Treibstoff, Gas und Strom für Autos in der Schweiz berechnen liessen – analog zu einem Modell in Österreich, das es laut Parlament.ch bereits seit 2011 gibt. Dass der Radar des TCS mit dem vom Parlament geplanten Rechner konkurrieren könnte, glaubt Wittwer im «SonntagsBlick» nicht. «Bis zur Umsetzung eines staatlichen Tools dauert es ohnehin noch eine Weile und bis dahin können wir eine Lücke füllen.» Man habe «das Problem der fehlenden Benzinpreisübersicht in der Schweiz hier und jetzt angehen» wollen. Man werde dann sehen und entscheiden, wenn es ein Tool von staatlicher Seite gibt. 

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