Yapeal erhält Finma-Lizenz fürs Ausland – Jetzt gibt es auch für Auswanderer Schweizer Konti mit tiefen Gebühren
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Yapeal erhält Finma-Lizenz fürs AuslandJetzt gibt es auch für Auswanderer Schweizer Konti mit tiefen Gebühren

Auslandschweizerinnen und -schweizer hatten bisher je nach Wohnort gar keine Möglichkeit fürs Schweizer Bankkonto oder mussten dafür bis zu 330 Franken im Monat zahlen. Eine Digitalbank bietet ihnen nun ein neues Angebot.

von
Fabian Pöschl
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Schweizer Konto eröffnen und dann mit dem Surfbrett ab zum Strand. Das ist neu mit der Digitalbank Yapeal möglich.

Schweizer Konto eröffnen und dann mit dem Surfbrett ab zum Strand. Das ist neu mit der Digitalbank Yapeal möglich.

Andre Borges/
Die Digitalbank hat seit kurzem die Lizenz, um Kunden und Kundinnen im Ausland bedienen zu dürfen.

Die Digitalbank hat seit kurzem die Lizenz, um Kunden und Kundinnen im Ausland bedienen zu dürfen.

Stefan Sauer/dpa
Auswanderer und Auswandererinnen können nun von deutlich tieferen Bankgebühren profitieren.

Auswanderer und Auswandererinnen können nun von deutlich tieferen Bankgebühren profitieren.

AFP

Darum gehts

  • Auswanderer und Auswandererinnen zahlten für ein Konto in der Schweiz bisher überrissene Gebühren.

  • Die UBS verlangt in Thailand 330 Franken – pro Monat.

  • Yapeal bietet nun ein neues Angebot, das auch beim Vergleichsdienst gut ankommt.

Im Nachbarland, in den USA oder Down Under: Rund elf Prozent der Schweizer Bevölkerung lebt im Ausland. Das sind fast 780’000 Menschen, für die sich die Schweizer Banken bisher aber kaum interessiert haben. Denn je nach Wohnort gibt es kein Konto für sie bei einem Schweizer Institut, weil der Aufwand so gross ist.

Falls Auslandschweizerinnen- und -schweizer doch ein Konto eröffnen können, müssen sie hohe Gebühren zahlen. So kostet ein Konto für sie im Schnitt rund 300 Franken im Jahr, wie der «Tages-Anzeiger» unter Bezug auf den Vergleichsdienst Moneyland schreibt. In Thailand verlangt die UBS gar 330 Franken pro Monat.

Yapeal bietet dieselben Tarife im In- und Ausland

Viele der Auswanderer und Auswandererinnen brauchen aber ein Konto in der Schweiz, etwa für Auszahlungen aus der Pensions- oder der Krankenkasse. Yapeal lanciert nun eine Lösung für sie. Die Schweizer Digitalbank erhielt kürzlich von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht die Erlaubnis, auch Kunden und Kundinnen im Ausland bedienen zu dürfen. Das Angebot eigne sich auch für die rund 340’000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie für Saisonniers.

Das Konto lässt sich per App eröffnen und die Tarife sind dieselben wie in der Schweiz. Die Jahresgebühr fürs Konto beträgt 49 Franken. Es gibt zwar auch ein kostenloses Konto (siehe Box), damit lassen sich aber keine Rechnungen bezahlen.

Gratis-Kontoeröffnung

Grundsätzlich ist Yapeal gratis. Das Gratis-Angebot ist aber stark eingeschränkt. Wer etwa Rechnungen mit Yapeal bezahlen möchte, muss eine monatliche Gebühr von mindestens 4.90 Franken in Kauf nehmen. Die Karte kostet sieben Franken, Inland-Geldbezüge kosten zwei Franken (fünf Franken bei Eurobezügen); bei Auslandsbezügen beträgt die Gebühr 1,5 Prozent. Für 89 Franken pro Jahr kannst du bei Yapeal aber auch ein Konto haben, bei dem Bargeldbezüge im In- und Ausland inbegriffen sind.

Den Anfang macht Yapeal im Spätherbst in den angrenzenden Ländern Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Liechtenstein. Im ersten Halbjahr 2022 sollen weitere fünfzehn Länder hinzukommen, wovon die meisten in Westeuropa sind. Bei entsprechender Nachfrage wolle die Digitalbank auch Länder im südostasiatischen Raum oder in Nord- und Südamerika angehen.

Moneyland-Experte findet Angebot «sehr interessant»

Benjamin Manz, Gründer des Vergleichsdienstes Moneyland.ch, riet Auswanderern und Auswanderinnen bisher von einem Schweizer Bankkonto wegen der hohen Gebühren ab, wie er in dem Beitrag des «Tages-Anzeigers» sagt. Die Konditionen von Yapeal seien aber «sehr interessant». Er frage sich, ob sich das Angebot für die Bank selbst ebenfalls lohne.

Daniel Bänziger, Leiter Marktentwicklung bei Yapeal, erklärt die tiefen Gebühren mit den Kostenvorteilen der Smartphone-Bank gegenüber herkömmlichen Banken. Als komplett digitales Unternehmen habe es keine hohen Infrastruktur- oder Personalkosten zu tragen.

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