Kryptowährung für alle: Jetzt gibts Bitcoin-Gutscheine in Schweizer Läden
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Kryptowährung für alleJetzt gibts Bitcoin-Gutscheine in Schweizer Läden

Das digitale Geld im Laden um die Ecke: Über 4000 Verkaufsstellen in der Schweiz nehmen Kryptowährungen ins Sortiment. Manor hat die Gutscheinkarten schon im Angebot. So sollen Bitcoin und Co. auch für Menschen ausserhalb der Krypto-Community zugänglich werden.

von
Janine Gloor
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So sieht die neue Bitcoin-Gutscheinkarte aus.

So sieht die neue Bitcoin-Gutscheinkarte aus.

Värdex Suisse
59 Manor-Filialen in der Schweiz haben Bitcoin-Karten im Sortiment. Valora soll im April folgen.

59 Manor-Filialen in der Schweiz haben Bitcoin-Karten im Sortiment. Valora soll im April folgen.

gwa
Die Gutscheinkarten gibt es zu 100, 500 oder einem variablen ganzen Frankenbetrag zwischen 50 und 500 Franken.

Die Gutscheinkarten gibt es zu 100, 500 oder einem variablen ganzen Frankenbetrag zwischen 50 und 500 Franken.

Darum gehts

  • Bitcoin und Co. gibt es jetzt als Gutscheine zu kaufen.

  • Manor und Valora nehmen die Kryptowährungen ins Sortiment auf.

  • Die Bitcoins auf den Gutscheinen müssen aktiviert werden, der Kunde entscheidet, wann der Zeitpunkt am günstigsten ist.

  • Im Alltag ist der Nutzen von Bitcoin beschränkt.

Ab heute ist es viel einfacher, Bitcoins zu kaufen: Manor verkauft Kryptowährung-Gutscheine gegen Schweizer Franken, wie das Unternehmen Värdex Suisse mitteilt. Värdex Suisse ist eine Tochtergesellschaft des grössten Schweizer Bitcoin-Brokers Bitcoin Suisse mit Sitz in Baar ZG.

Die Gutschein-Karten sollen neben den 59 Manor-Filialen ab April auch bei Valora und den Avec-Shops erhältlich sein, wie Värdex Suisse auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt. Auch die Tankstellenshops von Shell, BP und Avia wollen ins Geschäft mit der begehrten Krypto-Währung einsteigen.

Der Kurs des Bitcoins ist in den vergangenen Monaten stark angestiegen, momentan kostet ein Bitcoin über 50’000 Franken. So viel sollen die Gutscheine aber nicht kosten. Mit den Gutscheinen soll man zwischen 50 und 500 Franken in die Kryptowährungen investieren können.

Bitcoin ist salonfähig geworden

Wird der Bitcoin jetzt massentauglich? «Man muss sicher abwarten, wie die neuen Gutscheine bei den Konsumentinnen und Konsumenten ankommen», sagt Daniel Diemers, Bitcoin-Experte und Mitgründer der SNGLR-Group.

Die Gutscheine haben auf jeden Fall eine Signalwirkung. «Dass sich Manor und Valora auf Kryptowährungen einlassen, unterstützt die deren Glaubwürdigkeit. Sie sind sind salonfähig geworden.»

Der Code darf nicht verlorengehen

Auf der Gutscheinkarte befinden sich verschiedene Codes. «Um die Bitcoin-Gutscheine einzulösen, muss man auf cryptonow.ch den aufgedruckten PIN-Code zusammen mit der Mobilnummer eingeben und den Wechsel von Schweizer Franken in Bitcoin bestätigen», erklärt Simon Grylka von Värdex. Die sogenannte Public Address auf der Karte gilt als öffentlicher Schlüssel und gibt an, wo auf der Blockchain die Bitcoins gespeichert sind.

Doch nur wer den Private Key auf dem Gutschein hat, kann auch darauf zugreifen. Wenn man die Bitcoins etwa verkaufen will, muss man den Private Key freirubbeln und bei der Transaktion angeben. Dieser Code darf nicht verloren gehen oder in Falsche Hände geraten. Deshalb gilt es, die Karte sicher aufzubewahren. «Wir haben uns für einen Träger in Kartenform entschieden, wo der Private Key auch nach Jahrzehnten noch gut leserlich ist», sagt Grylka.

Kryptowährungen sollen den Nischenmarkt verlassen

Mit den neuen Verkaufsstellen soll es einfacher werden, an die Währung zu kommen. Gerade für Neulinge. «Krypto ist eine der spannendsten Innovationen unserer Zeit. Trotzdem erreicht Krypto auch heute noch nur einen Nischenmarkt und die Krypto-Community. Das wollen wir ändern», sagt Grylka.

Die Gutscheinkarten sind gegen Schweizer Franken in den Geschäften erhältlich und müssen am Smartphone oder Computer aktiviert werden. Die Käuferin oder der Käufer kann selber entscheiden, wann der Wechselkurs günstig ist.

«Die Gutscheinkarte bietet zudem auch ein sogenanntes Cold Storage, die beste Möglichkeit, um Kryptowährungen sicher und gut geschützt aufzubewahren», schreibt Värdex. Da der Kurs von Krypto-Währungen starken Kursschwankungen unterliegt, dürften die Gutscheinkarten sich für jene lohnen, die auf einen Kursgewinn hoffen.

Mit Bitcoin kann man sich eine Pizza bestellen

In der Schweiz gibt es verschiedene Unternehmen, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren; zum Beispiel Digitec, Galaxus und Eat.ch. Und die Unterstützung für Kryptowährungen nimmt laufend zu: Nach dem Bezahldienst Paypal wollen auch die Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa ihren Kunden die Bitcoin-Nutzung ermöglichen.

«Ich bezweifle jedoch, dass sich Bitcoin als Zahlungsmittel durchsetzen wird», sagt Grylka. «Er wird eher als digitales Gold wahrgenommen.» Welche Kryptowährung sich langfristig als Zahlungsmittel etablieren wird, werde sich zeigen.

Was ist Bitcoin?

Hinter der Digitalwährung steckt die Idee einer Währung, die unabhängig von Staaten, Zentralbanken und der Geldpolitik existiert. Anders als klassische Währungen werden digitale Zahlungsmittel nicht von einer zentralen Stelle kontrolliert, auch Buchungen müssen nicht von einer zentralen Stelle bestätigt werden.

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