14.07.2020 18:44

Partnerschaft mit SaltJetzt gibts ein WWF-Handyabo

Salt bietet jetzt ein WWF-Abo an. Die Telecomfirma hat eine Partnerschaft mit WWF Schweiz und zahlt den Tierschützern 10 Franken pro Kunde und Monat. Eigentlich kommt die Spende aber vom Kunden.

von
Raphael Knecht
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Handy nutzen und dabei den WWF unterstützen …

Handy nutzen und dabei den WWF unterstützen …

RKN
… das soll mit einem neuen Abo von Salt möglich sein.

… das soll mit einem neuen Abo von Salt möglich sein.

Salt
Der Telecomanbieter hat eine Partnerschaft mit WWF Schweiz.

Der Telecomanbieter hat eine Partnerschaft mit WWF Schweiz.

Keystone

Darum gehts

  • Beim WWF-Abo von Salt gehen 10 Franken pro Monat an die Umweltorganisation.
  • Das Abo kostet den Kunden 40 statt 60 Franken.
  • Experten finden den Preis allerdings nicht besonders gut.
  • Salt erwartet, so pro Kunde über 1000 Franken zu spenden.

«WWF Swiss» heisst das neue Abo von Salt, das der Telecomanbieter im Rahmen einer Partnerschaft mit WWF Schweiz lanciert hat. So funktionierts: Salt zahlt dem WWF pro Monat 10 Franken für jeden Kunden, der das neue Abo hat. Zudem berät WWF Schweiz die Telecomfirma bei der Verbesserung ihres ökologischen Fussabdrucks, wie Salt mitteilt.

Bei dem neuen Angebot handelt es sich eigentlich um das bereits etablierte «Swiss»-Abo. Es beinhaltet unlimitiert Internet, Telefonie und Nachrichten innerhalb der Schweiz. Dazu kommt ein kleines Roamingpaket mit Gesprächsminuten und SMS in Europa und den USA.

Coop und Migros

WWF in der Schweiz

Der World Wildlife Fund (WWF) setzt sich nicht nur für den Artenschutz ein, sondern engagiert sich auch für andere Umweltthemen wie die Verhinderung der Klimaerwärmung oder die Regulierung von Pestiziden. Die Organisation arbeitet auch mit verschiedenen Schweizer Unternehmen zusammen. So hat der WWF etwa mit Coop seit 2007 diverse Klimaschutzprojekte lanciert. Damit wurden gemäss Eigenangaben bisher rund 400’000 Tonnen CO₂ kompensiert. Die Migros hat ebenfalls seit 2009 eine strategische Partnerschaft mit dem WWF. In diesem Rahmen gibt der Detailhändler jährlich über eine Million Franken an Beiträgen aus.

Salt wirbt damit, dass das WWF-Abo zwar die gleichen Leistungen beinhaltet wie «Swiss» – es kostet allerdings 40 statt 60 Franken pro Monat. Der Anbieter hofft, dass dies Konsumenten dazu motiviert, auf das neue Abo zu wechseln.

So wirklich sparen kann der Kunde mit dem Angebot aber nicht, findet Telecomexperte Ralf Beyeler von Moneyland.ch: «Es ist schon lange so, dass Salt seine Abos mit Rabatt verkauft – 40 Franken ist ein gängiger Preis für dieses Abo.» Beyeler bezweifelt darum, dass die WWF-Spenden Salt selbst viel kosten werden.

Kunde trägt die Spende selber

Auch laut Tarifexperte Oliver Zadori von Dschungelkompass.ch ist der Preis an sich nicht besonders günstig: «Verglichen mit anderen Promos, ist das ähnlich oder sogar teurer.» Direkt vor der Lancierung des WWF-Angebots sei das «Swiss»-Abo für 30 Franken erhältlich gewesen.

Zadori findet den Abopreis allerdings gut, sofern man sich bewusst ist, dass nicht Salt, sondern man selbst die 10 Franken WWF-Spende trägt. Dann zahlt man für das eigentliche Abo den halben Listenpreis. Insgesamt erhält Salt von Zadori Lob für die Aktion: «Das ist ein viel innovativeres Promo-Angebot, als einfach 50 Prozent Rabatt zu geben.»

Zwei Jahre Mindestdauer

Entscheidet sich der Kunde für das WWF-Angebot, muss er dann aber mindestens zwei Jahre bei Salt bleiben. Das wären dann mindestens 240 Franken pro Kunde. Salt-CEO Pascal Grieder geht von noch viel höheren Beträgen aus: «Dank der Partnerschaft wird Salt dem WWF im Laufe eines durchschnittlichen Kunden-Lebenszyklus über 1000 Franken pro Abo spenden.»

Für den Telecomanbieter dürfte es dabei vor allem darum gehen, neue Kundengruppen anzusprechen. Dass Salt ausgerechnet mit einem Umweltschützer zusammenarbeitet, ist allerdings nicht gerade naheliegend, sagt Beyeler von Moneyland.ch. Denn Schweizer Telecomfirmen bewerben ihre Abos oft mit Gratishandys, was Konsumenten dazu bewege, häufiger das Gerät zu wechseln: «Das ist nicht sehr ressourcenschonend.»

Ob WWF und Salt zusammenpassen, sei aber gar nicht von grosser Bedeutung, meint Zadori: «Sunrise hat Roger Federer als Markenbotschafter – er hat auch nichts mit Telecom zu tun.»

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11 Kommentare
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Darios

15.07.2020, 16:11

Zum Glück gibt's noch keinen Abo-Zwang. Aber die arbeiten dran.

Daniel

15.07.2020, 10:52

Damit der CEO noch mehr verdient? wenn ihr da Geld spendet, unterstützt ihr nur die 180'000CHF Lohn vom CEO Vellacott.

Ronald

15.07.2020, 10:50

Der WWF ist im PR angekommen. Werde denen nie mehr etwas spenden.