Schutz durch Pillen und Cremes?: Jetzt gilt es, die Haut auf die Sonne vorzubereiten
Sonne tut gut – aber kann der Haut auch schaden. Ein Experte verrät, wie wir uns jetzt ideal vorbereiten. 

Sonne tut gut – aber kann der Haut auch schaden. Ein Experte verrät, wie wir uns jetzt ideal vorbereiten.

Pexels
Publiziert

Schutz durch Pillen und Cremes?Jetzt gilt es, die Haut auf die Sonne vorzubereiten

Ganz plötzlich ist Frühling – ein guter Zeitpunkt, um unsere Haut schon jetzt auf die Sommersonne vorzubereiten. Wir haben einen Dermatologen gefragt, was wirklich möglich ist.

von
Malin Mueller

Jedes Jahr ist es das gleiche Spiel: Kaum wagen sich die ersten Sonnenstrahlen aus dem wolkenverhangenen Winterhimmel, werden Beauty-Firmen und Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln hellhörig. Sie stellen ihre Produktion von Vitamin D-Kapseln um auf Präparate, die uns auf den Sommer vorbereiten sollen. Unser Instagram-Feed und die TV-Werbung ziehen mit. Nur logisch, dass auch wir irgendwann beginnen uns zu fragen, ob wir unseren Körper langsam auf die bevorstehende Sonne vorbereiten sollten. Und was sollen wir sagen: Wir haben die Antwort herausgefunden. Nicht allein, sondern mit professioneller Hilfe von Dermatologe Dr. med. Johannes Gutwald.

Dr. Gutwald, was ist dran an Kapseln und Präparaten, die unsere Haut auf die Sonne vorbereiten sollen? Bringen die tatsächlich etwas?
Kapseln und Präparate mit Wirkstoffen wie Betacarotin bringen leider nichts. Sie haben keine Sonnenschutzwirkung vergleichbar mit einer Sonnenschutzcreme oder schützender Kleidung. Was aber wahr ist: Vitamine helfen der Haut, Sonnenschäden zu reparieren.

Das heisst, mit der richtigen Ernährung können wir unsere Haut dabei unterstützen, mit der Sonne umzugehen?
Ja. Dazu bedarf es aber keiner speziellen Präparate. Sinnvoller und gesünder ist der Konsum von möglichst vielfältigen und bunten Sorten Obst und Gemüse. Rote und orangene Sorten – sogenanntes Skin-Food – sind aktuell besonders zu empfehlen. Aber auch grünes Gemüse, wie die unterschiedlichen Kohlsorten sind hilfreich. Sie helfen der Haut sich zu regenerieren und Schäden zu reparieren. Was man aber nicht vergessen darf: Auch mit guter Ernährung können nicht alle Schäden ausgeglichen werden. Im Umgang mit der Sonne ist immer Vorsicht geboten.

Übrigens: Der Experte empfiehlt neun oder mehr Portionen unterschiedlicher Gemüse- und Obstsorten pro Tag. Dabei ist eine Portion so gross wie eine Faust. Ein Apfel, eine Peperoni oder eine Handvoll Beeren also. Ja, das ist eine ganze Menge. Mit Salaten, Obst im Müsli und als Zwischenmahlzeit sowie vitaminreichen Gerichten, wie Ofengemüse tun wir so aber nicht nur unserer Figur, sondern auch unserer Gesundheit etwas Gutes.

Wie sieht es mit Bräunungsbeschleunigern aus?
Von Bräunungsbeschleunigern ist dringend abzuraten. Diese verstärken die Wirkung der UV-Strahlung. Damit wird auch die schädigende Wirkung auf die Zellen sowie auf die kollagenen und elastischen Fasern der Haut verstärkt. (Anm. d. Red.: Wir übersetzen Letzteres kurz: Ihr werdet schneller faltig.)

Macht es Sinn, dem Solarium vor dem Sommer ein paar Mal einen Besuch abzustatten?
Von der Nutzung von Solarien rate ich unbedingt ab. Sie helfen nicht, die Haut an die Sonne zu gewöhnen, da sie hauptsächlich mit UV-A-Strahlen arbeiten. Ausserdem sind Solarien nachweislich schädlich und erhöhen das Hautkrebsrisiko. Eine langsame Gewöhnung an die Sonne durch regelmässige Steigerung der Aufenthaltszeit in der Sonne ist sinnvoller. Natürlich immer unter Beachtung des individuellen Hauttyps.

Kein äusserliches Produkt gleicht Unachtsamkeit beim Umgang mit der Sonne aus.

Dr. med. Johannes Gutwald

Was ist nach einem Tag in der Sonne – wenn vielleicht auch nur im Gesicht – das Beste, um Folgeschäden zu vermeiden? Die Sonne scheint ja schliesslich auch jetzt schon.
Leider gibt es keine Möglichkeit, nach zu viel Sonne die Haut von aussen zu regenerieren. Auch wenn dies von der Kosmetikindustrie immer wieder suggeriert wird. Kein äusserliches Produkt gleicht Unachtsamkeit beim Umgang mit der Sonne aus. Akute Reizungen, bis hin zum Sonnenbrand können mit Feuchtigkeitscremes oder After-Sun-Produkten gemildert werden. Bei massiven Sonnenbränden hilft der Hautarzt mit entzündungshemmenden Medikamenten. Eine regelmässige Untersuchung der Haut zum Ausschluss bösartiger Hauttumoren – mindestens einmal im Jahr – ist besonders für Menschen anzuraten, die sich häufig der Sonne aussetzen.

Deine Meinung

2 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Cristallady

02.04.2021, 03:00

Da ich eher helle Haut habe und schnell rote+ juckende Stellen bekomme, nehme ich tgl. 2 Kps. Burgerstein Betacarotin. So ist meine Haut weniger anfällig. Für längere Aufenthalte an der Sonne, darf ich Creme Sonnenschutzfaktor 50 benutzen.

covid cäsar

01.04.2021, 19:55

ich bin frisch geimpft. mir kann die sonne nichts anhaben