Au SG - «Jetzt habe ich den Übeltäter, der das Vogelhäuschen plündert»
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Au SG«Jetzt habe ich den Übeltäter, der das Vogelhäuschen plündert»

Ein Vogelfreund in Au SG wundert sich: Jedes Mal, wenn er sein Vogelhäuschen mit Futter füllt, liegt es am nächsten Tag geplündert am Boden. Eine Wildkamera gibt nun Aufschluss über den nächtlichen Dieb.

von
Katja Fässler

«Er ist so gross wie ein Hund»: Im Rheintal ging des Nachts ein Dachs vor die Linse einer Wildkamera. 

privat 

Darum gehts

  • Ein Leser aus Au SG wunderte sich über einen nächtlichen Besucher, der sich an seinem Vogelhäuschen zu schaffen machte. 

  • Mit einer Wildkamera konnte er den Eindringling schliesslich erfassen. 

  • Der Dachs treibt gerne sein Unwesen in Gärten. Eine Situation, die sich aufgrund seiner Kraft kaum vermeiden lässt, wie ein Wildhüter erklärt. 

Ueli Fässler aus Au SG wunderte sich: Jedes Mal, nachdem er sein Vogelhäuschen für den Garten neu mit Futter befüllt hatte, war es am nächsten Tag geplündert und lag des Öfteren auch am Boden. «Bei uns schleicht immer eine Katze im Garten rum, ich dachte schon, dass sie das Häuschen bei der Jagd auf Vögel runterreisst», so Fässler. Er habe dann das Futterhaus von der Anhöhe im Garten auf den Tisch näher am Haus umplatziert, aber auch das brachte nichts. Das Häuschen wurde weiter geplündert und auch Blumentöpfe umgeworfen, sowie die Erde rausgewühlt. «Da dachte ich mir schon, dass das keine Katze sein kann», so Fässler weiter. 

Ihm sei dann eingefallen, dass er noch eine Wildkamera im Keller habe. Er platzierte diese in der Nähe des Tisches und liess sie über Nacht eingeschaltet. Und tatsächlich: Dank dem Bewegungssensor entstand eine Aufnahme, die den «Übeltäter» auf frischer Tat ertappte, so der 74-Jährige. Natürlich meine er das mit dem «Übeltäter» nicht ganz so ernst. Im Gegenteil: «Ich bin absolut begeistert. Erst neulich lief mir ein Hermelin vor die Linse und nun das. Ich habe noch nie einen lebendigen Dachs gesehen und dann auch noch so einen grossen.» Um sich die Dimensionen besser vorzustellen: Der Tisch sei 80 Zentimeter hoch, das Tier sei so gross wie ein Hund. Für Fässler ist klar: Den Dachs zu vertreiben, kommt nicht infrage. Er möchte noch weitere Aufnahmen von dem nächtlichen Besucher ergattern und sein Verhalten weiter beobachten.

Der Morgen danach: Der Dachs hat alles umgeworfen, was ihm in die Pfoten kam. 

Der Morgen danach: Der Dachs hat alles umgeworfen, was ihm in die Pfoten kam. 

privat 

«Für das Tier ist das wie McDonald’s»

«Uns beschäftigt der Dachs sehr, wir erhalten immer mal wieder Schadenmeldungen», wie Martin Cavegn, Wildhüter vom Jagdbezirk Vorderrhein, auf Anfrage sagt. Wenn ein Dachs einmal eine rentable Futterquelle entdeckt habe, gebe er sie nicht so schnell wieder her. Empfinde man den Dachs als ungebetenen Gast, solle  man es mit Einzäunen des betroffenen Gebietes versuchen. «Der Dachs buddelt sich allerdings ohne Probleme auch einfach unten durch», so Cavegn. Das Tier habe viel Kraft, selbst ein Stein, der zum Beschweren auf eine Kompostabdeckung gelegt wurde, könne ihn nicht aufhalten. «Gerade wenn Essensreste im Kompost landen, ist das für den Dachs wie bei McDonald’s», so Cavegn weiter. 

Der Dachs sei grundsätzlich ein Allesfresser: Auch Vogelfutter, das in diesem Fall unter anderem Rosinen und Erdnüsse enthält, führe er sich genüsslich zu Gemüte. Nur wenn wirklich grosse Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen entstünden, werde ein Dachs geschossen. Das geschieht aber laut Cavegn wirklich nur im äussersten Fall. «Der Dachs ist natürlich ein Schlingel, aber das Verhalten entspricht seiner Natur. Schön, dass es der Grundstückbesitzer locker sieht», so Cavegn weiter.  

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