Carlo Janka: «Jetzt habe ich die grossen drei»
Aktualisiert

Carlo Janka«Jetzt habe ich die grossen drei»

Carlo Janka wird immer unheimlicher: Mit erst 23 Jahren hat der «Iceman» bereits WM-Gold, Olympia-Gold und nun auch den Gesamtweltcup gewonnen. Unmittelbar nach dem Gewinn der grossen Kugel fand Janka kaum Worte dafür, konnte seinen fantastischen Triumph aber bereits sehr gut einordnen.

von
Philipp Reich

Als erster Schweizer seit Paul Accola 1992 hat Carlo Janka den Gesamtweltcup gewonnen. Der Bündner sicherte sich die grosse Kugel im vorletzten Rennen der Saison dank seiner unglaublichen Nervenstärke. Nach dem ersten Riesenslalom-Lauf lag Janka in Führung und brauchte den Sieg, um Benjamin Raich vor dem abschliessenden Slalom entscheidend zu distanzieren. Wie schon bei seinem Olympia-Sieg vor zwei Wochen liess der erst 23-jährige «Iceman» jedoch nichts anbrennen und rettete seinen Vorsprung souverän ins Ziel. Die grosse Kugel gehörte ihm.

Krönung einer noch jungen Karriere

Nach dem WM-Titel im Riesenslalom 2009 in Val d'Isère, dem Olympia-Sieg im Riesenslalom von Whistler ist der Gewinn des Gesamtweltcups die Krönung seiner noch jungen Karriere. «Jetzt habe ich die grossen Drei», freute sich Janka. «Ich weiss fast nicht, was ich sagen soll. Das ist einfach fantastisch.» So gelassen wie er wirkte, war Janka bei seiner Fahrt allerdings nicht. Er sei vor dem zweiten Lauf «ein bisschen nervös und angespannt» gewesen. «Ich fühlte mich oben am Start schon sehr allein. Aber mein Gefühl war gut und ich konnte das umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte», analysierte der Bündner seine Fahrt gewohnt sachlich.

Den Gewinn der grossen Kristallkugel ordnet Janka sehr hoch ein. «Der Gesamtweltcup ist sehr speziell, weil man über die ganze Saison hinweg gut fahren muss und ich hatte wirklich ein fantastisches Jahr.» Besonders freute den Bündner auch, dass Dani Albrecht als Vorfahrer wieder über die Rennpiste flitzen konnte. «Das passt natürlich perfekt. Es macht Spass, dass Dani wieder da ist und es hat mich überrascht, wie gut er schon wieder fährt.»

Raich: «Ich habe es nicht verdient»

Benjamin Raich, der schon zum dritten Mal in seiner Karriere Gesamtweltcup-Zweiter wird, präsentierte sich nach der Entscheidung als äusserst fairer Verlierer. «Natürlich bin ich enttäuscht. Aber er ist sensationell gefahren, schon die ganze Saison», erklärte der Österreicher. «Er war besser als ich, Zweiter ist besser als Dritter.» Warum es für ihn wieder nicht gereicht hat, wusste Raich genau. «Carlo hat viele Siege herausgefahren, was ich in dieser Saison nicht gemacht habe. Natürlich wäre ich auch gerne oben gestanden, aber ich habe es heuer nicht verdient.»

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