03.11.2020 12:50

Coronavirus – ZentralschweizZentralschweizer Kantone beschliessen neue Massnahmen

Die Corona-Massnahmen in den Zentralschweizer Kantonen wurden verschärft. Die Kantone Nidwalden und Uri beschränken die Anzahl Personen an Veranstaltungen, der Kanton Luzern schafft weitere Testkapazitäten.

von
Nadine Wechsler
1 / 6
Veranstaltungen mit hunderten Teilnehmern wie hier bei den Stansern Musiktagen sind nicht erlaubt. Auf Bundesebene sind 50 Personen zugelassen, in Nidwalden und Uri neu nur noch 30.

Veranstaltungen mit hunderten Teilnehmern wie hier bei den Stansern Musiktagen sind nicht erlaubt. Auf Bundesebene sind 50 Personen zugelassen, in Nidwalden und Uri neu nur noch 30.

Archiv Key
Die kleinere zulässige Teilnehmerzahl soll bewirken, dass sich weniger Menschen treffen und mit dem Coronavirus anstecken.

Die kleinere zulässige Teilnehmerzahl soll bewirken, dass sich weniger Menschen treffen und mit dem Coronavirus anstecken.

Archiv Key
Uri führt die 30er-Grenze auf Freitag und befristet bis Ende November ein. In Nidwalden tritt die Neuerung auf Mittwoch und unbegrenzt in Kraft.

Uri führt die 30er-Grenze auf Freitag und befristet bis Ende November ein. In Nidwalden tritt die Neuerung auf Mittwoch und unbegrenzt in Kraft.

Archiv Key

Darum gehts

  • Nach den Kantonen Schwyz und Obwalden haben nun auch Nidwalden und Uri beschlossen, die Besucheranzahl an Veranstaltungen auf 30 zu beschränken.

  • Im Kanton Zug wurde ein Kredit in Höhe von 44 Millionen Franken beantragt, um sich am Härtefallprogramm des Bundes beteiligen zu können.

  • Der Kanton Luzern hat die Test- und Spitalkapazitäten angepasst.

Die Zentralschweizer Kantone reagieren auf die zweite Coronawelle: Nidwalden und Uri haben ihre Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus verschärft, in Luzern baut das Kantonsspital seine Covid-Kapazitäten aus, und Zug bereitet eine Finanzhilfe für die Wirtschaft vor.

Als erste Zentralschweizer Kantone hatten Schwyz und Obwalden die maximale Grösse privater Veranstaltungen auf 30 Personen beschränkt, am Dienstag zogen Nidwalden und Uri nach. Der Bund hatte die Grenze bei 50 Personen festgelegt. Diese gilt weiterhin in Luzern und Zug.

Die kleinere zulässige Teilnehmerzahl soll bewirken, dass sich weniger Menschen treffen und mit dem Coronavirus anstecken. Uri führt die 30er-Grenze auf Freitag und befristet bis Ende November ein. In Nidwalden tritt die Neuerung auf Mittwoch und unbegrenzt in Kraft.

Nidwalden weitet zudem die Maskenpflicht an den Schulen aus. Wie die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, müssen neu auch diejenigen der Sekundarstufe I eine Maske tragen. Gleiches gilt neu für Kindergärtnerinnen. Geschlossen werden die Erotik- und Sexbetriebe.

Hilfe für Härtefälle

Nidwalden kündigte ferner an, Grundlagen zu erarbeiten, damit Seilbahnen und Unternehmen von der vom Bund geplanten Coronahilfe profitieren können. Es geht dabei um ein Härtefallprogramm und eine Hilfe für touristische Transportunternehmen.

Einen Schritt weiter ist hier der Kanton Zug: Der Regierungsrat beantragte am Dienstag dem Kantonsrat bereits einen Rahmenkredit von 44 Millionen Franken, um sich an dem Härtefallprogramm des Bundes beteiligen zu können. Als Sofortmassnahme stellt Zug zudem 500'000 Franken zur Verfügung.

Bei den geplanten Härtefallmassnahmen gehe es um die Substanzerhaltung in volkswirtschaftlicher Sicht, teilte der Zuger Regierungsrat mit. Es gehe nicht mehr wie im Frühling mit den Covid-19-Krediten um eine Sicherstellung der Liquidität.

Grössere Testkapazität

Im Kanton Luzern wurden die Test- und Spitalkapazitäten der Pandemielage angepasst. Um mehr Tests zu ermöglichen, wurde in Entlebuch ein Drive-in-Testzentrum eröffnet. Zwei weitere solche Einrichtungen sind bereits in Luzern und Nottwil in Betrieb.

Das Kantonsspital kündigte zudem an, an seinem Standort in Luzern die Zahl der medizinisch nicht dringenden Eingriffe herunterzufahren. Im Gegenzug werden für Covid-Patienten mehr Plätze zur Verfügung gestellt. Weniger stark betroffen sind die Standorte Sursee und Wolhusen des Luzerner Kantonsspitals.

Im Kanton Luzern waren 2200 Personen wegen eines positiven Coronatests in Isolation. 100 waren hospitalisiert, von ihnen mussten 13 in die Intensivstation verlegt werden.

Insgesamt waren am Dienstag in der Zentralschweiz über 180 Coronapatienten in Spitalpflege: In Zug waren 36 hospitalisiert, in Uri waren es 4, in Obwalden 12, in Nidwalden 11 und in Schwyz 21.

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.