Grippewelle rollt an: Jetzt hustets und schnupfts wieder überall
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Grippewelle rollt anJetzt hustets und schnupfts wieder überall

Besonders viele Schweizer suchen derzeit das Stichwort Grippe im Netz. Ärzte und Apotheken bestätigen: Konsultationen und Grippemittelverkäufe sind deutlich angestiegen.

von
ann
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«Einen massiven Anstieg an Patienten», vermeldet das Hirslanden-Gesundheitszentrum in Bern. Die Leute kämen ins Praxiszentrum wegen grippaler Infekte, Grippe oder sogar wegen Lungenentzündungen.

«Einen massiven Anstieg an Patienten», vermeldet das Hirslanden-Gesundheitszentrum in Bern. Die Leute kämen ins Praxiszentrum wegen grippaler Infekte, Grippe oder sogar wegen Lungenentzündungen.

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Das deckt sich mit der Nachfrage nach Grippe- und Erkältungsmitteln in den Apotheken der Dr. Bähler Dropa AG: «Mittel gegen Halsweh, Husten, Schnupfen und Fieber waren in der vergangenen Woche deutlich stärker nachgefragt.»

Das deckt sich mit der Nachfrage nach Grippe- und Erkältungsmitteln in den Apotheken der Dr. Bähler Dropa AG: «Mittel gegen Halsweh, Husten, Schnupfen und Fieber waren in der vergangenen Woche deutlich stärker nachgefragt.»

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Ein Blick auf die Datenauswertung von Google-Grippetrend zeigt: Die Suchanfragen in der Schweiz sind in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen und haben fast die Spitzenwerte des Vorjahres erreicht. (Stand 13.1.2014)

Ein Blick auf die Datenauswertung von Google-Grippetrend zeigt: Die Suchanfragen in der Schweiz sind in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen und haben fast die Spitzenwerte des Vorjahres erreicht. (Stand 13.1.2014)

In den Büros, an den Unis und in den Schulen bleiben derzeit vermehrt Sessel und Stühle leer. Arbeitnehmer, Studenten und Schüler müssen das Bett hüten, weil ihr Hals kratzt, die Nase läuft und der ganze Körper schmerzt. Im Hirslanden Praxiszentrum am Bahnhof in Bern kann man dies bestätigen. «Im Moment haben wir einen massiven Anstieg an Patienten», sagt Sprecherin Stefanie De Borba. Sie kämen ins Praxiszentrum wegen grippaler Infekte, einer Grippe oder sogar Lungenentzündungen. Die Konsultationen hätten bereits in den vergangenen zwei Wochen zugenommen. «In den letzten Tagen sind sie aber noch einmal deutlich angestiegen.»

Dies deckt sich mit der Nachfrage nach Grippe- und Erkältungsmitteln in den Apotheken der Dr. Bähler Dropa AG. «Mittel gegen Halsweh, Husten, Schnupfen und Fieber waren in der vergangenen Woche deutlich mehr gefragt», sagt Marketingleiter Johnny Schuler. Die Nachfrage sei bereits höher als zur selben Zeit im Vorjahr.

Indikator Internet

Auch Thomas Steffen, Kantonsarzt von Basel Stadt, bestätigt, dass ihn bereits einzelne Meldungen einer Häufung von Grippefällen erreicht hätten. Die anrollende Grippewelle bestätigt auch «Google Grippe Trends», das die grippebezogenen Suchanfragen in den vergangenen Tagen und Wochen auswertet.

Besonders in den Kantonen Zürich und Bern sind die Sucheingaben markant angestiegen. Waren es am 28. Dezember noch eine mittlere Anzahl Anfragen, befanden sie sich am 4. Januar bereits im Bereich «hoch» und stiegen bis zum 11. Januar erneut an. Im Vergleich zum Jahr 2013/2014 erreichen die Sucheingaben schon fast den Spitzenwert des Vorjahres.

Noch nichts von einer Grippewelle macht derweil das Bundesamt für Gesundheit (BAG) aus. Im Sentinella-Meldesystem, bei dem schweizweit zirka 200 Praxen wöchentlich ihre Grippefälle melden, liegt die Grippeaktivität noch unter 30 Prozent. Der Vergleich der Google-Auswertungen mit den Sentinella-Zahlen der vergangenen Jahre zeigt aber, dass sich die Datenkurven ziemlich decken. Die Google-Statistik zeigt die Grippewelle einfach ein bis drei Wochen früher an.

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