Aktualisiert 17.03.2020 09:13

Geschlossene Grenzen

Jetzt ist Schluss mit dem Einkaufstourismus

Die Grenzen zu Deutschland sind dicht. Schweizer können im grenznahen Ausland nicht mehr günstig einkaufen. Die hiesigen Detailhändler freuts.

von
F. Pöschl
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Deutschland hat die Grenze zur Schweiz ausser für den Warenverkehr und für Pendler dichtgemacht. Am Zoll in Konstanz kontrollieren Zöllner den Grenzverkehr.

Deutschland hat die Grenze zur Schweiz ausser für den Warenverkehr und für Pendler dichtgemacht. Am Zoll in Konstanz kontrollieren Zöllner den Grenzverkehr.

Keystone/Ennio Leanza
So sieht es am Montagmorgen an der deutsch-schweizerischen Grenze am Grenzübergang Gailingen (Deutschland) und Dörflingen SH aus.

So sieht es am Montagmorgen an der deutsch-schweizerischen Grenze am Grenzübergang Gailingen (Deutschland) und Dörflingen SH aus.

Seit Montagmorgen ist die deutsche Grenze zur Schweiz geschlossen. Nur noch mit einem «triftigen Reisegrund» darf die Grenze passiert werden.

Seit Montagmorgen ist die deutsche Grenze zur Schweiz geschlossen. Nur noch mit einem «triftigen Reisegrund» darf die Grenze passiert werden.

Der Einkaufstourismus von Schweizer Konsumenten in Deutschland ist gestoppt. Das nördliche Nachbarland hat am Montagmorgen die Grenzen ausser für den Warenverkehr und für Pendler dichtgemacht.

Rund 10 Milliarden Franken geben Schweizer Konsumenten pro Jahr im Ausland aus, wie die Credit Suisse in ihrem «Retail Outlook» angibt. Das entspricht mehr als einem Zehntel des gesamten Schweizer Detailhandelsumsatzes. Ein grosser Teil davon fliesst ins grenznahe Ausland.

Einkaufen im Ausland attraktiv wie selten

Mit dem Entscheid Deutschlands zur Grenzschliessung fällt dieser Einkaufstourismus für unbestimmte Zeit aus. Niemand weiss, wie lange die Grenzen dicht bleiben.

Dabei wäre der Einkauf in Deutschland attraktiv wie selten. Gemäss CS-Studie bezahlten Schweizer für einen durchschnittlichen Warenkorb im vergangenen Jahr fast 50 Prozent mehr als in Deutschland. Zudem ist der Franken gegenüber dem Euro so stark wie seit Jahren nicht mehr. Je stärker der Franken gegenüber der Gemeinschaftswährung ist, desto günstiger sind die Einkäufe im Euroraum.

«Lebensmittelhändler profitieren ungemein»

Können Migros, Coop und Co. nun abseits der Hamsterkäufe zusätzlich profitieren, weil die Grenzen dicht sind? Coop gibt sich verhalten. Man rechne weiterhin mit einer starken Nachfrage, sagt eine Sprecherin zu 20 Minuten. Auch die Sprecher von Migros, Aldi Suisse und Lidl Schweiz wollen zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben zur Umsatzentwicklung machen.

Konkreter sind die Experten. Marc C. Riebe von The Location Group sagt: «Lebensmittelhändler profitieren ungemein von der Situation.» Die Schweizer Lebensmitteldetailhändler können je nach Dauer der Grenzschliessungen mit einigen Milliarden Franken mehr Umsatz rechnen, schätzt Riebe. Auch GFK-Expertin Sandra Woehlert sagt: «Die lokalen Händler werden profitieren – stationär und vor allem im lokalen Onlinegeschäft hört man bereits von starken Zuwächsen.»

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