«New Born Fame»: Jetzt können schon Babys Selfies schiessen
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«New Born Fame»Jetzt können schon Babys Selfies schiessen

Einmal aufs Vögelchen drücken – und schon schickt das Baby ein Selfie an Twitter. Das Projekt der holländischen Designerin Laura Cornet sorgt für heisse Diskussionen.

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Ein harmloses oder gruseliges Spielzeug? Mit dem Mobile der holländischen Designerin Laura Cornet können Neugeborene aus dem Kinderbettchen Selfies schiessen.

Ein harmloses oder gruseliges Spielzeug? Mit dem Mobile der holländischen Designerin Laura Cornet können Neugeborene aus dem Kinderbettchen Selfies schiessen.

Laura Cornet
Drückt der junge Spross etwa das Vögelchen, landet der Beitrag bei Twitter. Bekommt das Baby das blaue plüschige «F» in die Finger sendet das Spielzeug den Eintrag an Facebook. Allerdings ist das Projekt «New Born Fame» nur ein Konzept, das zu einer Diskussion anregen soll.

Drückt der junge Spross etwa das Vögelchen, landet der Beitrag bei Twitter. Bekommt das Baby das blaue plüschige «F» in die Finger sendet das Spielzeug den Eintrag an Facebook. Allerdings ist das Projekt «New Born Fame» nur ein Konzept, das zu einer Diskussion anregen soll.

Laura Cornet
Trotzdem hat die Designerin bereits Anfragen von Eltern bekommen, die das Spielzeug kaufen wollen. Sie konzipiert derzeit ein neues Modell. Dieses soll die Selfies nicht direkt ins Internet, sondern «nur» an die Smartphones der stolzen Eltern senden.

Trotzdem hat die Designerin bereits Anfragen von Eltern bekommen, die das Spielzeug kaufen wollen. Sie konzipiert derzeit ein neues Modell. Dieses soll die Selfies nicht direkt ins Internet, sondern «nur» an die Smartphones der stolzen Eltern senden.

Laura Cornet

Der Facebook-Newsfeed von Laura Cornet war eines Tages plötzlich voll mit Baby-Fotos. Das brachte die holländische Designerin auf eine Idee. Sie rief das Projekt «New Born Fame» ins Leben: Auf den ersten Blick ein harmloses Mobile, das Eltern über dem Bettchen aufhängen können.

Doch das herzige Spielzeug aus Stoff hat es in sich. Drückt der Sprössling auf das Vögelchen, wird ein Tweet abgesetzt. Bekommt das Baby das blaue «F» in die Finger, schiesst das Neugeborene ein Selfie, das automatisch an Facebook übermittelt wird.

Generation Facebook-Mütter

«New Born Fame» ist allerdings nur ein Konzept und soll übermütigen Eltern den Spiegel vorhalten und zu einer Diskussion anregen. Eine Studie von Microsoft zeigt, dass 62 Prozent der Mütter von Kindern unter drei Jahren auf Facebook sind. Mehr als 96 Prozent dieser Facebook-Moms gaben an bereits ein Bild ihres Kindes auf das soziale Netzwerk gestellt zu haben, wie CNN berichtet.

Verletzung der Persönlichkeitsrechte

Laut Nachforschungen der Designerin sind heutzutage knapp die Hälfte aller Babys innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt online sichtbar. «Doch die Neugeborenen haben der Veröffentlichung nicht zugestimmt», so Cornet gegenüber CNN. Dass die stolzen Eltern mit dem Posten der Bilder aber die Persönlichkeitsrechte ihrer Kinder verletzen, ist den wenigsten bewusst. «Sobald Kinder sprechen oder gar Zeichen geben können, müsste man sie um Erlaubnis fragen. Spätestens mit zwölf Jahren aber, weil sie dann strafmündig sind», sagt Pro-Juventute-Medienexperte Laurent Sédano kürzlich gegenüber 20 Minuten.

Hass-Mails wegen Spielzeug

Das Mobile-Spielzeug der Designerin hat international für viel Furore gesorgt. Sie bekam sogar Hass-Mails zugesandt. «Ich halte die Idee ja selbst für etwas gruselig», so Cornet gegenüber CNN. Allerdings gab es auch positive Reaktionen: «Einige Eltern wollten das Spielzeug sogar kaufen», so die Designerin, die noch keine Kinder hat. Sie denkt nun darüber nach, das Mobile zu überarbeiten, sodass Fotos nicht direkt auf soziale Netzwerke, sondern an die Smartphones der Eltern geschickt werden.

Trotzt allem Trubel um ihr Projekt hat sie Verständnis für die stolzen Eltern. «Wenn man Kinder bekommt, ändern sich die Dinge – plötzlich werden Babys herzig», so Cornet. Sie wisse ja selbst nicht, wie sie sich verhalten würde, wenn sie Kinder hätte. Sie selbst ist sich aber nicht sicher, ob ihr Kind ein solches Mobile-Spielzeug nutzen dürfte.

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