30.10.2020 08:23

UPC-Sunrise-MegadealJetzt könnten die Abos günstiger werden

UPC-Besitzerin Liberty Global darf Sunrise kaufen. Das hat die Weko entschieden. Zum ersten Mal kann ein Unternehmen der Swisscom die Stirn bieten. Doch was heisst das für die Kunden? Die wichtigsten Antworten.

von
Dominic Benz
Barbara Scherer

Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick erklärt die Folgen des Mega-Deals zwischen UPC und Sunrise.

Darum gehts

  • Es der Megadeal in der Telecombranche: UPC kauft Sunrise.

  • Die Weko hat der Fusion zugstimmt.

  • Die wichtigsten Fragen zur Mega-Fusion.

Die UPC-Besitzerin Liberty Global darf Sunrise kaufen. Die Wettbewerbskommission (Weko) hat den Megadeal am Freitag bewilligt. Doch was bedeutet das für die Kunden? Und wie wird der neue Telecomanbieter heissen? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was haben die Kunden vom Deal?

Mit einem Zusammenschluss von UPC und Sunrise wird es ein Unternehmen geben, das die wichtigen Bereiche Breitbandinternet, Kabel, TV und Mobile abdeckt. Das kommt den Kunden zugute. «Die Konsumenten können dann von Bundle-Angeboten profitieren», sagt Jean-Claude Frick zu 20 Minuten. Laut dem Telecomexperten von Comparis dürften die Preise für die Abos mittel- oder langfristig leicht sinken. «Ein Abo wird zudem attraktiver, weil es grundsätzlich mehr kann.» So hatte UPC bisher kein eigenes Mobile-Netz. Das ändert sich mit dem Kauf von Sunrise. «Mit dem direkten Zugriff auf das 5G-fähige Netz von Sunrise kommt dann alles aus einer Hand», so Frick.

Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hingegen glauben nicht, dass die Preise nun gross fallen werden. Denn der Kaufpreis sei relativ hoch. Damit sich der Deal überhaupt lohne, dürfte das neue Unternehmen nicht zum «exzessiven Preisdrücker werden», so die Analysten in einem Kommentar. «Wir gehen deshalb davon aus, dass sich der Wettbewerb zukünftig weniger um die Preise als um die Qualität der Netzwerke und des Angebots dreht.»

Wie wird das Unternehmen künftig heissen?

Wie das neue Unternehmen letztlich heissen wird, ist noch unklar. Laut Frick bedeutet die Übernahme von Sunrise aber nicht zwangsläufig, dass man den Brand sterben lässt und auf den Namen UPC setzt. «Die Chance dafür ist allerdings gross», so der Experte. Möglich wäre auch, dass das Unternehmen einen völlig neuen Namen erhält. «Das wäre ein Neustart mit einem neuen Angebot.» Telecomexperte Ralf Beyeler von Moneyland sieht das anders: «Sunrise hat den besseren Namen als UPC.» Darum werde das neue Unternehmen wohl Sunrise heissen.

Muss sich die Swisscom jetzt warm anziehen?

Der Deal zwischen UPC und Sunrise ist laut Frick für die Schweizer Telecombranche sehr wichtig. Die Swisscom würde einen grossen Konkurrenten erhalten. «Erstmals würde es ein Unternehmen geben, das der Swisscom die Stirn bieten kann. Das hat es bisher noch nie gegeben», so der Experte. Wie Sunrise in der Mitteilung schreibt, werde das neue Unternehmen über die Grösse verfügen, um Innovationen voranzutreiben und in neue Dienstleistungen zu investieren. Das kombinierte Unternehmen werde gut positioniert sein, um den Ausbau der Netzinfrastruktur der nächsten Generation, einschliesslich 5G und zukünftiger Technologien, fortzusetzen.

War da nicht schon mal was?

Bereits im letzten Jahr wollten sich die Unternehmen zusammentun. Damals aber in umgekehrter Folge: Sunrise wollte für 6,3 Milliarden Franken UPC schlucken. Doch der Deal platzte, weil sich Sunrise-Grossaktionär Freenet bis zum Schluss vehement gegen den Deal stemmte. Nach der gescheiterten Übernahme mussten sowohl der Sunrise-CEO Olaf Swantee als auch der Verwaltungsratspräsident Peter Kurer ihren Posten räumen.

Wie reagieren die Anleger?

Seit der Ankündigung der Sunrise-Übernahme im August, ist der Preis für die Sunrise-Aktie in die Höhe gesprungen. Damals legte die Aktie rund 27 Prozent auf über 109 Franken zu. Seither hat sich der Preis gehalten: Am Freitagmorgen kostet eine Sunrise-Aktie rund 110 Franken.

Das sind die Unternehmen

UPC beschäftigt in der Schweiz und in Österreich 1600 Mitarbeiter. Derzeit gibt es 971‘000 TV- und 646’000 Internetabonnenten, 500’000 Kunden haben ein Festnetz- und 223'000 ein Mobilabo. Das Unternehmen betreibt ausserdem den Sportkanal Mysports. Die UPC-Besitzerin Liberty Global mit Sitz in London ist eines der weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen konvergente Videos, Breitband und Kommunikation und ist in sechs europäischen Ländern unter den Brands Virgin Media, Telenet und UPC tätig.

Beim Telecomkonzern Sunrise arbeiten derzeit 1739 Personen. Im Gegensatz zu UPC verfügt Sunrise über ein eigenes Mobilnetz. Neben dem Mobilfunk bietet Sunrise ebenfalls TV-, Internet und Festnetzdienste an.

Dieser Artikel wurde in einer ersten Version am 8. August 2020 veröffentlicht. Er wurde aufgrund der aktuellen Entwicklung angepasst.

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208 Kommentare
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Jeboteamk

01.11.2020, 00:13

Kurac wird billiger

Upc kunde

31.10.2020, 23:41

Und wieder muss ich den Anbieter wechseln🙄 War einmal bei Sunrise & dies tu ich mir nicht noch einmal an.

Naja,

31.10.2020, 23:41

Nachdem ich mal cablecom(upc)Kunde „war“ (und mit denen Erfahrung habe(!!!) und zu Swisscom wechselte, anschliessend aber zügelte und im neuen Dorf der Empfang von sc hm.... war, und deshalb zu sunrise ging. Was soll ich dazu sagen??? Am jetzigen Ort sind beide netzabdeckungen gut bis sehr gut. Ich werde wohl, auf grund der Cablecom-ERFAHRUNGEN, mein Sunrise-Abo demnach zur Swisscom zurück wechseln.