Aktualisiert 06.12.2018 18:11

Avec BoxJetzt kommen Läden ohne Kasse in die Schweiz

Nicht einmal einen Self-Checkout hat das neue Ladenkonzept von Valora: Die Avec Box kommt ganz ohne Kassen aus – alles läuft über eine App.

von
rkn
1 / 5
Valora testet die K Kiosk Box. Dort muss man seine Waren nicht einmal mehr selber scannen. Der Einkauf wird über die App geregelt. Im Bild: Ein klassischer Kiosk von Valora.

Valora testet die K Kiosk Box. Dort muss man seine Waren nicht einmal mehr selber scannen. Der Einkauf wird über die App geregelt. Im Bild: Ein klassischer Kiosk von Valora.

Keystone/Marcel Bieri
Im neuen Ladenformat namens Avec Box von Valora müssen Kunden künftig nicht mehr an der Kasse anstehen. (Im Bild: Visualisierung des Ladenkonzepts)

Im neuen Ladenformat namens Avec Box von Valora müssen Kunden künftig nicht mehr an der Kasse anstehen. (Im Bild: Visualisierung des Ladenkonzepts)

kein Anbieter
Kiosk-Betreiber Valora plant das neue Ladenformat ohne Kassen für 2019.

Kiosk-Betreiber Valora plant das neue Ladenformat ohne Kassen für 2019.

Keystone/Martin Ruetschi

Der Kioskbetreiber Valora plant im Frühjahr 2019 die Eröffnung des ersten Ladens, der ganz ohne Kassen auskommt. Zugang, Einkauf sowie die Bezahlung erfolgten über eine eigens dafür entwickelte App, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

So beschreibt Valora den Ablauf: Kunden scannen vor dem Geschäft einen QR-Code mit der Avec-App, daraufhin erhalten sie Zugang zum Laden. Dort wählen sie ihre Produkte und scannen den aufgedruckten Barcode mit dem Handy. Die Bezahlung erfolgt ebenfalls über die App. Ob das über Kreditkarte, Paypal oder andere Services geschehen wird, verrät Valora noch nicht.

So funktioniert der kassenlose Laden

Mit diesem Video wirbt Valora für das neue Ladenkonzept. (Video: Valora)

Mit diesem Video wirbt Valora für das neue Ladenkonzept. (Video: Valora)

Die SBB habe das Baugesuch für das neue Format Avec Box bei der Stadt Wetzikon eingereicht, hiess es weiter. Das Angebot im 53 Quadratmeter grossen Geschäft bestehe aus einem Convenience-Sortiment mit hohem Anteil an Nahrungsmitteln und Frischprodukten.

Sieben Tage, 24 Stunden

Vorgesehen seien Öffnungszeiten, wie es das Gesetz oder die SBB als Vermieterin zulasse, idealerweise an sieben Tagen die Woche während 24 Stunden. Während der Stosszeiten am Morgen und am Abend würden Mitarbeiter vor Ort sein, um die Kunden beim Einkaufen zu unterstützen.

Da es sich um ein in der Schweiz völlig neues Ladenkonzept handle, müssten zuerst Erfahrungen gesammelt werden, wurde betont. Eine Lancierung in weiteren Orten sei zwar vorgesehen, für konkrete Aussagen sei es aber noch zu früh.

Ähnlich wie bei Amazon Go

Daneben erprobt der Kioskkonzern bekanntlich weitere neue Formate. So wird im nächsten April im Hauptbahnhof Zürich ein sogenannter Avec X eröffnen, der als Versuchslabor dienen soll.

In den USA gibt es bereits ähnliche Ladenkonzepte: Ende 2016 eröffnete Amazon das erste Geschäft unter dem Namen «Amazon Go». Auch dort basiert alles auf einer App, Kassen oder Self-Checkout gibt es nicht.

Coop und Migros sind nicht interessiert

Auch Händler in der Schweiz dürften künftig vermehrt mit solchen Ladenkonzepten experimentieren, sagt Marketing-Experte Emanuel de Bellis von der Universität St. Gallen zu 20 Minuten. «In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird es Läden ohne Kassen aber bestimmt nicht flächendeckend geben», so de Bellis.

Der Grund sei, dass derzeit der Widerstand gegen solche Konzepte auf Konsumentenseite gross ist. Das dürfte erklären, warum Sprecher der grossen Detaillisten Coop und Migros zu 20 Minuten sagen, sie hätten derzeit keine Pläne, künftig Läden ohne Kassen anzubieten. (rkn/sda)

Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert

Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Erfahren Sie dank des Dienstes zuerst, welcher Boss mit dem Rücken zur Wand steht oder ob Ihr Job bald durch einen Roboter erledigt wird. Abonnieren Sie hier den Wirtschafts-Push (funktioniert nur in der App)!

Social Media

Sie finden uns übrigens auch auf Facebook, Instagram und Twitter!

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.