Keine Réception: Jetzt kommt das Hotel mit Self-Check-in nach Zürich
Aktualisiert

Keine RéceptionJetzt kommt das Hotel mit Self-Check-in nach Zürich

Mitten in Zürich eröffnet das Design-Hotel CitizenM seine erstes Schweizer Haus. Den üblichen Hotel-Schnickschnack gibts dort nicht.

von
Dominic Benz

Die Hotelkette CitizenM eröffnet in Zürich seine erste Unterkunft (Video: 20 Minuten).

Self-Check-in, spartanisch eingerichtete Zimmer, Wohnzimmer-Lobby, Kunstsammlung – mit diesem Konzept will CitizenM den Schweizer Hotelmarkt aufmischen: Am 1. August eröffnet die holländische Gruppe hierzulande ihr erstes Haus mit 160 Zimmern an prominenter Lage in Zürich: Am Talacker 42, in unmittelbarer Nähe des Paradeplatzes und direkt neben dem legendären Club Kaufleuten.

Hotel-Mitgründer Robin Chadha ist überzeugt, dass die neue Herberge in der Schweiz ein Erfolg wird. «Zürich passt perfekt zu CitizenM», sagt Chadha zu 20 Minuten. Sein Konzept: Viel Technik, schickes Design, Einfachheit. Den sonst üblichen Hotel-Schnickschnack gibt es nicht. Alles ist aufs Nötigste reduziert.

Keine Warteschlangen

Eine Réception gibt es daher nicht. Gäste checken selber über sogenannte Kioske ein: Über einen Touchscreen stellt man sich selber eine Karte als Zimmerschlüssel aus. Das Ein- und Auschecken soll so weniger als eine Minute dauern. Das verhindere mühsame Warteschlangen, versprechen die Holländer.

Spartanisch eingerichtet sind auch die Zimmer. Auf den Kaffeekocher oder die Minibar verzichtet das Hotel. Standard sind ein King-Size-Bett, eine Dusche – und ein iPad. Mit diesem steuert man das Licht, den TV und die Temperatur. Unterschiedliche Zimmer-Kategorien gibt es nicht. Alles Zimmer sind rund 17 Quadratmeter und sehen immer gleich aus.

Was halten Sie von solchen neuen Hotels? Wollen Sie persönlich an der Réception bedient werden? Erzählen Sie uns von Ihren Hotel-Vorlieben.

Wohnzimmer statt Lobby

Man biete den Gästen nur das an, was sie wirklichen wollten, teilt das Unternehmen mit. Gyms oder Swimmingpools gibt es daher ebenso wenig wie herkömmliches Hotelpersonal. Bei CitizenM heissen die Angestellten Ambassadoren. Sie unterstützen die Gäste bei Problemen sowie Fragen und arbeiten gleichzeitig an der Hotelbar.

Laut CitizenM gibt es im Hotel keine Lobby, dafür ein «Wohnzimmer». Dieses sieht in jedem Hotel anders aus. Ausgestattet ist der Raum mit Büchern, ausgewählter Kunst und Design-Möbeln von Vitra. Gäste sollen sich dort unterhalten, lesen, arbeiten oder TV schauen.

Unter 200 Franken

Die reduzierte Ausstattung soll sich in den Preisen widerspiegeln. Konkrete Zahlen nennt das Hotel zwar noch nicht. Man wolle die Nacht aber um 30 Prozent günstiger als die Konkurrenz und damit weit unter 200 Franken anbieten. In Amsterdam kostet das Zimmer rund 100 Franken, in New York 160 Franken.

Weltweit betreibt CitizenM 15 Hotels, etwa in London, Paris und Shanghai. Bei der Expansion tritt das Unternehmen aufs Gas: In diesem Jahr sollen fünf neue Hotels entstehen, im nächsten Jahr sieben, unter anderem auch eines in Genf. Weitere Hotels in Genf und Zürich sollen folgen. «Wir suchen aktiv nach weiteren Möglichkeiten in diesen beiden Städten», sagt Chadha

«Es wird mehr solche Hotels geben»

Für Hotelexperte Norbert Hörburger von der HTW Chur haben solche Konzepte Zukunft. «Vor allem in der Budget- und Stadthotellerie wird es solche Unterkünfte immer mehr geben», sagt er auf Anfrage. Hotels mit Self-Check-in können an Personal sparen und hätten eine viel tiefere Kostenbasis. Daher könne man auch die Zimmer günstiger anbieten.

Laut Hörburger sei die Qualität in solchen Hotels nicht schlechter. Das Personal könne sich mehr um die Gäste kümmern und sei flexibler für verschiedene Tätigkeiten einsetzbar. Digitale Assistenten wie der Self-Check-in befreien zudem die Gäste vor lästigen Routinetätigkeiten, etwa dem Ausfüllen von Formularen an der Réception: «Kunden wollen Schnelligkeit, Flexibilität und Unabhängigkeit», sagt der Experte.

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