Tauwetter: Jetzt kommt der grosse Matsch
Aktualisiert

TauwetterJetzt kommt der grosse Matsch

Letzte Nacht fiel noch verbreitet Schnee, doch damit ist es jetzt vorbei: Die Temperaturen steigen, der Regen kommt – und mit ihm der Pflotsch.

von
mlu

Ein Abgang mit einem Paukenschlag: Bevor sich der Schnee für ein paar Tage verziehen wird, liess er es in der Nacht auf Montag noch einmal richtig krachen. Im Aargau fielen rund 20 Zentimeter, ebenso im Thurgau. In Eglisau mass die weisse Schicht gar 30 Zentimeter. Und das, obwohl es für Schneefall bereits zu warm ist. Klaus Marquard, Meteorologe bei MeteoNews: «Je intensiver der Niederschlag war, desto eher fiel Schnee statt Regen.» Das erklärt auch, wieso in der letzten Nacht die Niederschlagsgrenze zwischen 400 und 600 Metern schwankte.

Die heftigen Niederschläge sorgten auf den Strasse für ein Chaos. Alleine die Kantonspolizei Bern meldete über vierzig Unfälle. Der schwerste ereignete sich auf der Autobahn 6 zwischen Lyss und Studen, als mehrere Fahrzeuge ineinander krachten. Neun Personen wurden verletzt. Die Kapo Solothurn hatte vierzehn Unfälle zu verzeichnen, verletzt wurde aber niemand.

Warmer Tag in den Föhntälern

Im Verlaufe des Montags wird sich die Schneefallgrenze stark verschieben: In der Westschweiz auf rund 2000 Meter, im Osten dürfte sie bei rund 1500 Metern zu liegen kommen. Im Flachland ist weiterhin mit Regen zu rechnen, der die weisse Pracht in eine graue Pampe verwandeln dürfte. Wo Schneehaufen die Dolendeckel verdecken, kann das Regenwasser nicht in die Kanalisation fliessen.

SF Meteo warnt deshalb vor überfluteten Kellern und empfiehlt, die Dolendeckel freizuschaufeln. Der ergiebige Regen und das Schmelzwasser könne ausserdem an kleineren Gewässern zu lokalen Überschwemmungen führen.

Erhebliche Lawinengefahr

Der Niederschlag wird in Richtung der Alpen abnehmen, im Graubünden lässt der Himmel seine Schleusen geschlossen. Die Föhntäler dürfen sich über einen warmen Tag freuen: Bereits um 7.30 Uhr wurden in Vaduz 11 Grad gemessen, in Altdorf kletterte die Quecksilbersäule auf 10 Grad. Im Flachland werden rund 4-5 Grad erwartet.

Die Lawinengefahr wird denn auch fast schweizweit als erheblich eingestuft, wie der Webseite des Institutes für Schnee- und Lawinenforschung zu entnehmen ist. Im westlichen Wallis zwischen Sion und dem Genfersee herrscht grosse Lawinengefahr - Stufe 4.

Die Wärme dürfte nur von kurzer Dauer sein: Zwar rechnet Meteorologe Marquard am Dienstag und Mittwoch mit rund 5-6 Grad und wechselhaftem Wetter, doch bereits am Donnerstag erwartet er wieder Dauerfrost. Die gute Nachricht für alle Schlittelfreudigen: Auch der Schnee dürfte dann wieder sein Comeback feiern. (mlu/sda)

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