Aktualisiert 01.06.2010 11:56

XO 3.0Jetzt kommt der Hundert-Dollar-Tablet-PC

Der von Apples iPad ausgelöste Hype um Tablet-PCs hat auch die Organisation One Laptop Per Child (OLPC) erfasst. Sie will jetzt einen Tablet-Computer für Kinder in Entwicklungsländern fertigen lassen.

von
ddp
Konzept-Studie des XO-3.

Konzept-Studie des XO-3.

Beim XO-Laptop von OLPC konnte das Ziel von hundert Dollar nie erreicht werden. Das neue Vorhaben, der XO 3.0 genannte ein Tablet-Computer, scheint realistischer. Er soll auf einem Gerät des Chip-Herstellers Marvell basieren, dem Moby, von dem ein Prototyp schon angekündigt wurde. Und er soll um die 99 Dollar kosten. Marvell plant, das Gerät grossflächig an Schulen und auch in Gesundheitseinrichtungen zu vermarkten. «Wir wollen, dass der Preis sinkt und dafür ist Menge entscheidend», erklärte One Laptop Per Child Gründer Nicolas Negroponte.

Für einen so grossen Kundenkreis sei der XO-Laptop, den OLPC an Regierungen und Organisationen in Ländern wie Afghanistan und Uruguay verkaufte, nie gedacht gewesen, erklärte Negroponte. Der Rechner kostete schliesslich knapp 200 Dollar (160 Euro), nicht zuletzt wegen der vielen beweglichen Teile. Zudem musste für Schüler, die nicht mit dem lateinischen Alphabet arbeiten, die Tastatur angepasst werden. Trotzdem wurden bislang rund zwei Millionen Geräte abgesetzt.

Tablet-Computer soll im Januar vorgestellt werden

Der Tablet-PC von Marvell soll nach Angaben des Unternehmens mindestens eine integrierte Videokamera bekommen und über einen WLAN-Internetzugang verfügen. Zudem soll er - wie das iPad von Apple - über ein Multi-Touch-Display bedient werden und Videos in HD-Qualität abspielen können. Abweichend vom Konzept des iPads soll der Tablet-Computer von Marvell Steckvorrichtungen für Zusatzgeräte wie eine Maus oder eine Tastatur haben.

Der XO 3.0 werde wahrscheinlich zunächst mit dem Google-Betriebssystem Android oder einem ähnlichen System arbeiten, sagte Negroponte. Später könnten als Betriebssystem Linux-Versionen folgen. Seine Organisation habe zwar mit Microsoft zusammengearbeitet, um den XO Laptop mit Windows kompatibel zu machen, der Tablet-PC werde aber nicht mit Windows laufen, sagte Negroponte. Windows 7 benötige zu viel Speicherplatz und eine zu hohe Rechenleistung.

Nach wie vor sind nicht alle vom Projekt One Laptop Per Child überzeugt. Kritiker hinterfragen nicht nur die Möglichkeit, einen Hundert-Dollar-Computer herzustellen. Manche sehen auch keinen Sinn in einem Computer in Ländern, die nicht einmal über eine Basisinfrastruktur verfügen. Für den XO 3.0 ist Negroponte zuversichtlich: Er will den Computer im Januar auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorstellen.

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