Autarkie : Auns plant Volksinitiative für Schweizer Impfstoff
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Autarkie Auns plant Volksinitiative für Schweizer Impfstoff

Für die Auns beweist die Pandemie, dass die Schweiz zu abhängig vom Ausland ist. Sie plant eine Volksinitiative, die die Inlandsproduktion von wichtigen Gütern, wie Impfstoffen verlangt.

von
Daniel Waldmeier
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Noch dieses Jahr sollen mehrere Volksinitiativen lanciert werden, um die Schweiz autarker zu machen. Das Ziel ist, die Inlandsproduktion von wichtigen Gütern zu fördern.

Noch dieses Jahr sollen mehrere Volksinitiativen lanciert werden, um die Schweiz autarker zu machen. Das Ziel ist, die Inlandsproduktion von wichtigen Gütern zu fördern.

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Hinter den Initiativen steht die politische Vereinigung Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns). In einer Krise, wie einer Pandemie, reiche es nicht, sich nur auf den globalen Markt zu verlassen, sagt Geschäftsführer Werner Gartenmann. 

Hinter den Initiativen steht die politische Vereinigung Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns). In einer Krise, wie einer Pandemie, reiche es nicht, sich nur auf den globalen Markt zu verlassen, sagt Geschäftsführer Werner Gartenmann.

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Das soll sich mit den Initiativen ändern. Gartenmann fordert unter anderem eine eigene Impfstoffforschung und -produktion in der Schweiz.

Das soll sich mit den Initiativen ändern. Gartenmann fordert unter anderem eine eigene Impfstoffforschung und -produktion in der Schweiz.

Nicole Philipp/Tamedia AG

Darum gehts

  • Geht es nach der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns), soll die Schweiz die inländische Versorgung mit lebenswichtigen Gütern stärken.

  • Vor allem die Produktion von eigenem Impfstoff und eigenen Medikamenten seien zentral. Mit einer Volksinitiative will die Auns Druck aufbauen.

  • Auch die SP unterstützt dieses Anliegen grundsätzlich. Eine eigene Impfstoffproduktion mache nicht nur wegen Corona Sinn.

«In einer Krise kann man nicht perfekt sein. Aber die Pandemie hat am Image der gut organisierten Schweiz gekratzt», sagt Werner Gartenmann, Geschäftsführer der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns). Das Szenario Pandemie sei bekannt gewesen, trotzdem habe sich in der Krise die «katastrophale Abhängigkeit» vom Ausland gezeigt.

Die SVP-nahe Organisation will darum noch in diesem Jahr mehrere Volksinitiativen lancieren, um die Schweiz autarker zu machen. «Wir wollen Bund und Kantone zwingen, die verschiedenen Bedrohungsszenarien – von der Pandemie über Blackouts bis zum Cyberangriff – ernst zu nehmen.» Ein Ziel der Initianten: Die Schweiz soll die inländische Versorgung mit lebenswichtigen Gütern, wie Impfstoffen, Medikamenten und Schutzausrüstungen sicherstellen und die Pflichtlager ausbauen.

«Bundesrat ist nicht gewillt, aus den Fehlern zu lernen»

Gartenmann sagt: «Verschimmelte Masken in den Lagern der Armeeapotheke und einen Mangel an Desinfektionsmitteln oder Impfstoffen darf es nicht mehr geben.» In einer Krise, wie einer Pandemie, reiche es nicht, sich nur auf den globalen Markt zu verlassen. Dies zeige unter anderem die mögliche Beschlagnahmung von Impfstofflieferungen durch die EU. «Die Schweiz braucht wieder eine eigene Impfstoffforschung und -produktion. Gleiches gilt für wichtige Medikamente, wie Antibiotika.» Eine Feuerwehr rentiere auch nicht – trotzdem würde man sie auch nicht einfach einsparen.

Die Autarkie-Initiative sei dringend, weil die Corona-Pandemie leider noch nicht vorbei sei, sagt Gartenmann. «Erschreckend ist, dass der Bundesrat und die zuständigen Bundesämter offenbar jetzt noch nicht gewillt sind, die Lehren aus den Fehlern zu ziehen.» Jetzt müsse etwas gehen. «Uns ist bewusst, dass die Schweiz nie über lange Zeit vollständig autark sein kann. Aber was das Pandemiejahr zeigt, ist katastrophal.»

SP bekundet Sympathien für Initiative

Wohlwollend will SP-Co-Präsident Cédric Wermuth die Autarkie-Initiative der Auns prüfen: «Es freut uns, wenn man auch auf rechter Seite langsam zur Einsicht gelangt, dass der freie Markt nicht alles regeln kann. Wenn die Auns etwas Richtiges vorschlägt, dann spielt der Absender für mich keine Rolle.»

Wermuth hofft aber, dass es für die Impfstoffproduktion im Land die Volksinitiative nicht mehr braucht: «Das Parlament hat die Gesetzesgrundlage dafür geschaffen. Damit ist der Auftrag an den Bundesrat klar.» Eine eigene Impfstoffproduktion mache nicht nur wegen Covid Sinn, sondern auch für die Zukunft. «Wenn die Befürchtungen der Wissenschaftler eintreffen, muss man künftig wegen des Klimawandels mit gehäuften Pandemien rechnen.»

Eher punktuell müsse man bei der Aufarbeitung der Pandemie die Pflichtlager überprüfen. «Bei den Masken etwa hat sich gezeigt, dass wir Produktionskapazitäten haben müssen, um schnell genug Masken zu produzieren. Die alten Masken aus den Lagern haben sich hingegen nur bedingt als tauglich erwiesen.

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Deine Meinung

76 Kommentare
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Slainte45

02.04.2021, 08:07

Mit scheinbar grossartigen (Schnaps)ideen kommt man in die Presse. Grosse Sprüche, einfach und nicht zu ende gedacht. Soll die kleine Schweiz mit Steuergeldern paralell zur den Basler- und andern international tätigen privaten Pharmakonzernen für den Eigenbedarf der kleinen Schweizmarkt wirklich eine eigene staatlich Pharmaindustrie aufbauen? Wahnsinn! Oder soll unser Staat privaten Pharmafirmen für Investitionen mit Steuergeldern unter die Arme greifen und die Aktionäre (der Impfstoffeigentümmer) kassieren die daraus folgenden fetten Gewinne. Pharmafirmen dürfen zudem für Medikamente, von der Politik zu mindest geduldet, in der Hochpreisinsel Schweiz wesentliche höhere Preise verlangen. Offensichtlich ist das für die belehrenden Herren der AUNS und der SP simpel und problemlos zu bewerkstelligen.

disco-volante

02.04.2021, 04:27

Geht und lasst euch impfen. Genau das ist der Grund dafür, dass sich das Virus Lauffen verändert. Wer sich mit diesem Thema auskennt, der weiss das, nur dass er mit dieser Tatsache diffamiert wird. Virologen sollten die Menschheit warnen, nur die Regierung geht bewusst nicht darauf ein. Sie schürt die Angst und bindet damit den Bürger an sinnlose Verpflichtungen. Das Ziel wurde erreicht.

Rico665

01.04.2021, 09:01

Alle Länder sind abhängig vom jeweiligen Ausland. Das nennt sich Globalisierung. Das fanden bisher alle toll, weil es die Taschen füllte. Hmmm...