Durchmesserlinie Zürich: Jetzt kommt die heikelste Phase

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Durchmesserlinie ZürichJetzt kommt die heikelste Phase

Die Bauarbeiten für das SBB-Grossprojekt Durchmesserlinie in Zürich kommen in eine entscheidende Phase: Die Tunnelbohrmaschine wird bald die Limmat unterqueren. Diese letzten 200 Meter sind wegen des Grundwassers sehr anspruchsvoll.

Auf den bereits geschafften 4,1 Kilometern durch den Zürichberg von Oerlikon zum Central bohrte sich die Maschine bis jetzt vor allem durch festen Molassefels. Nun ändert sich aber die Geologie und die Bohrmaschine erwartet unter der Limmat erstmals lockereres Gestein im Grundwasser.

«Die neue Bodenbeschaffenheit macht ein anderes Bohrverfahren nötig», erklärte Roland Kobel, Gesamtprojektleiter der Durchmesserlinie, am Montag vor den Medien in Zürich. Die SBB hatte zu einem Rundgang geladen, auf dem sie den Blick frei machte auf die eindrücklichen Untertag-Baustellen dieses Grossprojekts.

Nicht nur das Bohrverfahren muss gemäss SBB geändert werden, nötig ist auch ein Umbau der Tunnelbohrmaschine, die sich derzeit 17 Meter unter dem Central befindet. «Es müssen etwa alle Luken dicht gemacht werden», erklärte Kobel. Bei den Tunnelelementen seien zudem Abdichtungen notwendig, damit kein Wasser durchkomme.

Bevor die Bohrmaschine aber mit der Arbeit beginnen kann, muss das Gelände darüber gesichert werden. Dafür werden zur Zeit unter dem Bahnhofquai sieben Rohre in den Boden gepresst. So entsteht ein halbkreisförmiges Gewölbe, unter dem die Maschine durchfahren wird. «Das ist nötig, damit sich der Boden nicht absetzt», sagte Kobel.

Arbeit rund um die Uhr

Bis im Herbst werde jeweils vom Montag- bis am Samstagmorgen rund um die Uhr gearbeitet. Gemäss Kobel soll die Tunnelbohrmaschine im August unter der Limmat ihre Arbeit aufnehmen. «Spätestens im November soll der Bohrkopf der Tunnelbohrmaschine den Hauptbahnhof erreichen», sagt der Gesamtprojektleiter.

«Wir sind mit der Planung auf Kurs», sagte Kobel weiter. Vom Budget von zwei Milliarden Franken seien bis jetzt rund 40 Prozent ausgegeben worden, gut 800 Millionen Franken. «Wichtige Schritte wie der neue Tiefbahnhof Löwenstrasse, der gesamte Innenausbau oder die Erneuerung des Bahnhofs Oerlikon stehen noch bevor.»

Ein weiterer wichtiger Abschnitt der Durchmesserlinie ist die Letzigrabenbrücke, die von Altstetten zum Bahnhof Löwenstrasse führt. Dieses rund 1,2 Kilometer lange einspurige Bauwerk wird gemäss SBB die längste Eisenbahnbrücke der Schweiz. Bis jetzt hat die SBB sieben Brückenpfeiler errichtet.

Die Durchmesserlinie wird den Bahnhof Zürich-Oerlikon mit dem neuen Tiefbahnhof Löwenstrasse beim Hauptbahnhof verbinden. Ab Dezember 2013 sollen der neue Bahnhof in Betrieb genommen werden und die ersten S-Bahn-Züge auf der neuen Tunnelstrecke verkehren. Ab 2015 sind dann die ersten Fernverkehrszüge vorgesehen. (sda)

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