Militär gegen Epidemie: Jetzt kommt Obamas Ebola-SWAT-Team
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Militär gegen EpidemieJetzt kommt Obamas Ebola-SWAT-Team

Ein Militärteam von Ärzten und Pflegern soll bei Ebola-Fällen in den USA schnelle Hilfe bringen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dieser Einsatztruppe.

von
sut

Das Pentagon erhöht sein Engagement im Kampf gegen Ebola. Während 540 US-Fachkräfte im westafrikanischen Liberia mit dem Aufbau von vorerst zwei Krankenstationen beschäftigt sind, wollen US-Militärs jetzt auch im Inland tätig werden. Wie am Sonntag mitgeteilt wurde, stellt das US-Verteidigungsministerium eine medizinische Schnelleingreiftruppe zusammen, die beim Auftreten von Ebola-Fällen in den USA lokalen Spitälern beistehen kann.

Das ist eine von einer ganzen Reihe von Massnahmen, die in den nächsten Tagen zur Beruhigung der nervös gewordenen amerikanischen Bevölkerung beitragen sollen. Dazu vier Fragen und Antworten:

1. Was ist geplant?

Verteidigungsminister Chuck Hagel hat das für den Schutz Nordamerikas zuständige Northern Command mit dem Aufbau der schnellen medizinischen Eingreiftruppe beauftragt. General Chuck Jacoby beginnt nächste Woche im Fort Sam Houston bei San Antonio, Texas, mit dem Training des 30 Mitglieder zählenden Teams. Es wird salopp auch Ebola-SWAT-Team genannt. Dabei steht SWAT für Special Weapons and Tactics (Spezialwaffen und -taktiken).

Das Team soll fünf Ärzte umfassen, zwanzig Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie fünf Ausbildner mit Spezialkenntnissen über den Schutz vor Infektionskrankheiten. Einmal einsatzbereit, soll das Team innerhalb von 72 Stunden überall in den USA tätig werden können.

2. Ist der Militäreinsatz im Innern legal?

Kritiker wenden ein, das aus dem angelsächsischen Recht bekannte Prinzip des «posse comitatus» (Macht der Gemeinschaft) verbiete den Einsatz des Militärs im Inland. Pentagon-Pressesprecher Ronald Kirby sagte am Montag in der MSNBC-Sendung «Morning Joe»: «Wir haben das Recht dazu. Das ist nur eine mögliche Unterstützung für - ich betone - zivile medizinische Behörden, falls diese darum bitten.»

3. Warum wird das SWAT-Team gebildet?

Die Entscheidung, das Militär in den Kampf gegen Ebola einzubeziehen, traf Präsident Barack Obama vergangene Woche nach einer Krisensitzung mit hohen Regierungsmitgliedern. Es geht darum, überforderten Spitälern zu helfen und die angespannten Nerven der Bevölkerung zu beruhigen. Die Ansteckungen zweier Krankenpflegerinnen im Spital von Dallas haben das Vertrauen in die Kompetenz der US-Behörden erschüttert. Konteradmiral Kirby nannte das Eingreifteam eine «zusätzliche Vorsichtsmassnahme um sicherzustellen, dass unsere Nation im Fall neuer Ebola-Fälle schnell, wirksam und sicher reagieren kann».

4. Was trägt daneben zur Beruhigung bei?

Am Montag konnten die Gesundheitsbehörden bei jenen 43 Menschen in Dallas Entwarnung geben, die mit dem inzwischen an Ebola verstorbenen Liberianer Thomas Eric Duncan in Kontakt geraten sein könnten. Die Betroffenen hatten sich in Quarantäne befunden, bis die maximale Frist von 21 Tagen für eine Ebola-Ansteckung abgelaufen war. Dutzende weiterer Menschen bleiben unter Beobachtung. Wie Anthony Fauci vom Nationalen Gesundheitsinstitut am Fernsehen sagte, sind die zwei erkrankten Krankenschwestern in einem stabilen Zustand. Nachdem auch auf einem Kreuzfahrtschiff im Golf von Mexiko Entwarnung gegeben werden konnte, verdichten sich die Anzeichen dafür, dass in den USA vorerst keine Ebola-Epidemie ausbrechen wird.

CNN-Bericht über die Eingreiftruppe:

(Quelle: CNN)

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