25.06.2020 05:53

Preiserhöhung bei Publibike

«Jetzt kostet die Miete für ein Velo fast so viel wie für ein Auto»

Der Leihvelo-Anbieter Publibike hat die Preise angepasst. Kunden regen sich über die Preiserhöhung auf. Doch diese war dringend nötig – bisher schrieb Publibike nur rote Zahlen.

von
Barbara Scherer
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Der Leihvelo-Anbieter Publibike hat die Preise erhöht.

Der Leihvelo-Anbieter Publibike hat die Preise erhöht.

KEYSTONE
Stammkunden ärgern sich über die teureren Preise.

Stammkunden ärgern sich über die teureren Preise.

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Neu müssen Kunden mit Abo eine Grundgebühr pro Velo, das sie ausleihen, bezahlen.

Neu müssen Kunden mit Abo eine Grundgebühr pro Velo, das sie ausleihen, bezahlen.

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Darum gehts

  • Der Veloverleiher Publibike hat seine Preise erhöht.
  • Langjährige Nutzer ärgern sich darüber.
  • Doch eine Preiserhöhung war unumgänglich: Publibike hat keinen Gewinn eingebracht.
  • Zudem sind nicht alle Abos teurer geworden.

In der Corona-Krise ist das Velo beliebter geworden. Viele wollen so den öffentlichen Verkehr umgehen. Doch genau jetzt erhöht die Posttochter Publibike die Preise für ihre Mietvelos. Das nervt die Stammkunden: Im Online-Forum Reddit lassen sie ihrem Frust freien Lauf.

«Jetzt kostet die Miete für ein Velo fast so viel wie für ein Mobility-Auto: Das ist unglaublich teuer», schreibt ein User. Andere haben wegen der Preiserhöhung sogar ihr Publibike-Abo gekündigt. «Es war vorher schon teuer, aber es hat sich gelohnt. Jetzt überlege ich mir, ob ich Publibike weiterhin nutzen will», schreibt ein anderer Stammkunde.

Neue Grundgebühr für jedes Velo

Die Publibike-Nutzer ärgern sich besonders über die neu eingeführte Grundgebühr. Wer ein Velo oder E-Bike ausleiht, muss auch mit Abo eine Grundtaxe bezahlen. Zuvor konnten Kunden mit einem Jahres- oder Monatsabo die Velos ohne zusätzliche Kosten mieten.

Wer ein Abo des Veloverleihers hat, konnte auch mehrere Zweiräder gleichzeitig auszuleihen – ohne einen Aufpreis zu bezahlen. Doch damit ist jetzt Schluss. Die Abo-Kosten hat Publibike dafür grösstenteils gesenkt. Für Angestellte von Firmenkunden bleiben die Preise gleich. Wer im Moment ein Abo besitzt, muss nicht sofort die neuen Preise zahlen: Erst wenn das Abo ausläuft, greifen die neuen Preise.

Mehrere Velos ausleihen bleibt möglich

Auch in Zukunft können Kunden mit einem Abo mehrere Velos ausleihen: Pro Velo muss einfach die Grundgebühr bezahlt werden. Doch eigentlich ist es nicht im Sinn von Publibike, dass mehrere Fahrräder mit einem Abonnement ausgeliehen werden können.

Die Mehrfachausleihen sei nur aus technischen Gründen beim Launch des Systems möglich gewesen. Im Abo war dies nicht vorgesehen. «Leider mussten wir feststellen, dass die Möglichkeit, mehrere Fahrräder mit demselben Konto ausleihen zu können, auch den Vandalismus gefördert hat», sagt der Publibike-Sprecher zu 20 Minuten. Mit einer Grundgebühr pro Velo wolle man dem entgegenwirken.

Miete pro Monat ist günstiger

Die Preisanpassungen seien nötig gewesen, erklärt ein Sprecher auf Anfrage: «Wir müssen unsere Einnahmen verbessern, der jetzt eingeführte Grundtarif ist in der Branche üblich.» So hat die Posttochter bis jetzt keine schwarzen Zahlen geschrieben. Es sei verständlich, wenn sich Kunden ärgerten, dass sie mehr bezahlen müssten.

«Es werden aber nicht alle Tarife angehoben», erklärt der Sprecher. Die Spontanausleihe bleibe praktisch gleich teuer und die Preise für zwei Abonnemente sänken: So bezahlen Kunden für das Monatsabo «B-Flex» neu nur noch 9 statt 29 Franken, dafür ist die Grundgebühr von null auf 1 Franken beziehungsweise 2.50 Franken für ein E-Bike gestiegen. Das Jahresabo «B-Fit» kostet dafür neu satte 99 statt 60 Franken.

Welches Abo lohnt sich?

Publibike bietet drei verschiedene Abos an. Das Monatsabo «B-Flex» lohnt sich laut Sprecher für alle, die während eines Monats sowohl E-Bikes als auch Velos ausleihen wollen. Das Jahresabo «B-Fit» ist für budgetbewusste Nutzer interessant. Denn die Grundgebühr für das Velo entfällt. Für «B-More» bezahlt man auch pro Jahr. Dieses Abo kostet pro Jahr 179 Franken und ermöglicht grosse Flexibilität für Nutzer, die gerne zwischen Velos und E-Bikes wechseln.

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19 Kommentare
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Roci

25.06.2020, 08:55

Es gibt im Brockenhäusern Fahrräder für 30 Franken ich verstehe die Aufregung absolut nicht

Roci

25.06.2020, 08:55

Es gibt im Brockenhäusern Fahrräder für 30 Franken ich verstehe die Aufregung absolut nicht!

Roci

25.06.2020, 08:54

Es gibt im Brockenhäusern Fahrräder für 30 Stutz ich verstehe die Aufregung absolut nicht!