Stielike muss bangen: Jetzt lässt CC Dampf ab!
Aktualisiert

Stielike muss bangenJetzt lässt CC Dampf ab!

Lange Zeit war es ruhig im Wallis. Doch im inneren des Vulkans namens Christian Constantin brodelte es. Jetzt ist der Vulkan explodiert; mit einem lauten Knall!

von
Herbie Egli

Vor einigen Wochen verliess Christian Constantin das Stade de Suisse in Bern nach bereits 45 Minuten - und schwieg. Einige Tage später deutete er an, dass er sich erst nach den Spielen im Cup gegen Le Mont, sowie in der Meisterschaft gegen GC und beim FC Basel äussern würde. Bis dahin erfüllte der Präsident seinem Trainer Uli Stielike alle Wünsche - und schickte sogar seinen Sportchef in verlängerten Sommer-Urlaub. Auch nach der nunmehr siebten sieglosen Partie gegen Basel wollte Constantin zunächst eine Nacht schlafen - bevor er sich Luft machte.

«5 Monate, um mir solch einen Mist zu präsentieren!»

Einmal mehr ist der Trainer im präsidialen Fokus, doch dies nicht ganz zu unrecht. Allerdings tritt Constantin ähnlich fest auf das Gaspedal wie die Rennfahrer Hamilton und Massa: «5 Monate, um mir solch einen Mist zu präsentieren!», schimpfte Constantin über die Darbietungen des Teams auf dem Rasen und meinte damit eindeutig seinen Trainer: «Ich lasse mich doch nicht für dumm verkaufen! Wenn er Salamischeiben vor den Augen hat, ist das nicht meine Schuld. Es genügt doch ein einfacher Blick auf die verschiedenen Statistiken, um zu erkennen, dass wir in allen Bereichen katastrophal sind.» Und Constantin nutzte den gestrigen Halloween-Abend auch für ein klares Ultimatum an seinen Trainer: «Die Ampel steht für Uli jetzt auf dunkelgelb. Entweder die Mannschaft reagiert oder ich muss die sportliche Leitung auswechseln!»

Schonfrist für El-Hadary vorbei

Aber nicht nur der Trainer, sondern auch die Spieler kommen nicht ohne Abreibung davon; allen voran der afrikanische Star Essam El-Hadary, der mehr durch seine Allüren, denn durch Paraden auffällt. «Ich habe mich bei den Medizinern erkundigt. El-Hadary war nicht etwa wirklich an der Hüfte verletzt, sondern vielmehr ging es ihm darum, mit einer weiteren Kapriole auf sich aufmerksam zu machen. Im Umfeld des Clubs bis hin zum Torhütertrainer hat man El-Hadary lange Zeit gewähren lassen. Aber solch ein Verhalten kann ich nicht tolerieren.»

Vailati wieder die Nummer 1

Die massive Anschuldigung an die Adresse der ägyptischen Diva ist gleichzeitig die neue Gelegenheit für den Tessiner Publikumsliebling Germano Vailati: «Ja, es stimmt, Vailati hat nun eigentlich eine neue Chance verdient, sofern der Trainer das auch so sieht.» Er könnte damit am 8. November die endgültige Rückkehr ins Sion-Tor feiern - ausgerechnet gegen AC Bellinzona, seine «alte fussballerische Heimat». Sollte Vailati nur in Ansätzen die Leistungen der letzten Spiele mit der U21 und den Teileinsätzen in der Super League bestätigen können, wäre er sogar wieder ein Kandidat für Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld.

Beim FC Sion deutet jedoch alles darauf hin, dass das Verhalten des präsidialen Herrschers von langer Hand geplant - und mit allen Betroffenen frühzeitig abgesprochen - war: Bereits Ende August, nach dem peinlichen 1:3 gegen den FC Zürich gab es eine interne Aussprache. Damals sagte Stielike, es sei bei einer Tasse Kaffee recht gemütlich diskutiert worden.

Nach dem 0:5 in Bern gab es wieder Kaffee, und Stielike bekam seine Wünsche weiterhin erfüllt, denn es blieb nach Aussen ruhig und Sportchef Urfer durfte weitere vier Wochen im Urlaub bleiben. Mit Chassot als neuem Sportchef schien Stielike der Sieger im Machtkampf, doch Stielike blieb mit seinem Team weiterhin nur zweiter Sieger. Am Montag kehrt Urfer endgültig aus dem Urlaub zurück. Nun stellt man sich im Wallis die Frage: Wer erhält als nächster Urlaub?

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