Lieferengpässe an Weihnachten – Jetzt kannst du deine Gschänkli später umtauschen
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Lieferengpässe an WeihnachtenJetzt kannst du deine Gschänkli später umtauschen

Elektronikhändler raten wegen der Lieferprobleme zu frühen Weihnachtseinkäufen. Für einen Umtausch ist es nach den Festtagen aber zu spät. Deshalb kommen Firmen wie Apple und Digitec nun ihrer Kundschaft entgegen.

von
Fabian Pöschl
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Die Kundschaft hat bei Digitec Galaxus neu 100 Tage Zeit für Rückgaben.

Die Kundschaft hat bei Digitec Galaxus neu 100 Tage Zeit für Rückgaben.

Digitec Galaxus
Grund für die Verlängerung sind die Lieferprobleme. Damit können Kundinnen und Kunden jetzt gekaufte Produkte auch nach Weihnachten noch umtauschen.

Grund für die Verlängerung sind die Lieferprobleme. Damit können Kundinnen und Kunden jetzt gekaufte Produkte auch nach Weihnachten noch umtauschen.

20min/Marco Zangger
Auch Apple dehnt die Rückgabefrist im Onlineshop bis 8. Januar aus.

Auch Apple dehnt die Rückgabefrist im Onlineshop bis 8. Januar aus.

Screenshot apple.com/ch

Darum gehts

  • Elektronikhändler warnen wegen Lieferengpässen vor leeren Regalen an Weihnachten.

  • Die Kundschaft soll deshalb schon jetzt Geschenke kaufen.

  • Doch wenn das Geschenk nicht das richtige ist, wäre es zu spät für einen Umtausch.

  • Deshalb verlängern jetzt einige Händler die Rückgabefrist.

Digitec, Migros und Manor haben schon Anfang Oktober vor Last-Minute-Weihnachtseinkäufen gewarnt. Wegen Lieferengpässen könnten zahlreiche Produkte wie Handys, Kinderspielzeug oder Spielkonsolen an Weihnachten nicht verfügbar sein. Wer sicher gehen will, sollte also schon jetzt auf Shopping-Tour gehen.

Doch wenn das jetzt gekaufte Geschenk dann nicht das richtige ist, ist die Enttäuschung an Heiligabend vorprogrammiert. Denn die Rückgabefrist ist dann abgelaufen. Die meisten Händler bieten eine freiwillige Frist von wenigen Tagen bis einen Monat.

Apple gibt Zeit bis 8. Januar, Digitec Galaxus legt 100 Tage drauf

Bis Weihnachten ist das allerdings zu kurz. Doch nun dehnen manche Elektronikhändler und -hersteller die Umtauschfrist aus. So schreibt Apple auf der Webseite, dass alle ab November im Onlineshop gekauften Artikel bis 8. Januar 2022 zurückgegeben werden können. Die Aktion gilt für bis 25. Dezember gekaufte Artikel, danach gelten wieder die regulären Rückgabebedingungen mit einer Frist von 14 Kalendertagen.

Ob die Fristverlängerung wegen der Lieferprobleme geschieht, will der iPhone-Hersteller nicht sagen, wäre aber naheliegend, um die Kundschaft angesichts der Ungewissheit zum Kauf zu bewegen. Ein Sprecher von Digitec Galaxus bestätigt jedoch den Zusammenhang und sagt: «Wir wollen unseren Kundinnen und Kunden in dieser ungewissen Zeit einen möglichst stressfreien Einkauf ermöglichen.»

Digitec Galaxus will die Rückgabezeit ab Freitagmorgen für bis Ende Jahr gekaufte Produkte auf 100 Tage strecken. Einzige Ausnahme sind Marktplatzangebote. Um den vollen Kaufbetrag zurückzukriegen, muss die Verpackung aber noch ungeöffnet sein. Ist es dafür zu spät, zieht Digitec Galaxus je nach Zustand der Ware mindestens zehn Franken oder zehn Prozent vom Kaufpreis ab.

Brack.ch bittet zur Rücksprache mit dem Kundendienst

Auch beim Onlinehändler Brack.ch heisst es auf Anfrage, dass Kundinnen und Kunden nach Absprache mit dem Kundendienst mehr Zeit für die Rückgabe als die üblichen 14 Tage haben können. Unter Umständen nehme Brack.ch originalverpackte Artikel auch nach Monaten noch zurück. Der Onliner handhabe dies aber schon länger und nicht wegen der aktuellen Lieferprobleme oder wegen der Feiertage.

Keine Verlängerung gibts bei den ebenfalls angefragten Elektronikhändlern Melectronics und Steg Electronics, bei den Coop-Töchtern Coop City, Fust, Interdiscount und Microspot sowie bei Media-Markt. Sie beharren auf 14 bis 30 Tagen Umtauschfrist.

In Deutschland verlängert Media Markt allerdings wie beispielsweise auch Amazon die Umtauschfrist. Auf Nachfrage heisst es bei Media-Markt Schweiz, dass man die Hintergründe in Deutschland nicht kennt. Media Markt Schweiz halte sich an die «bereits kulanten, bestehenden und marktüblichen Fristen», sagt eine Sprecherin.

«Jeder Anbieter macht etwas anderes»

In der Schweiz ist der Umtausch von nicht defekten Produkten freiwillig für die Händler. Anders als in der EU, wo die Shops mindestens 14 Tage Zeit geben müssen, gibt es bei uns eine solche Regel nur für Verkäufe an der Haustür und am Telefon. «Das wissen viele Leute nicht und sind dann enttäuscht, wenn die Händler kein Entgegenkommen zeigen», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS).

Der Konsumentenschutz habe jahrelang dafür gekämpft, dass es auch online ein Recht zur Rückgabe gibt, aber die Händler hätten sich dagegen gestellt, weil sie kein Interesse daran hätten. «Jetzt haben wir ein völliges Wirrwarr, jeder Anbieter macht etwas anderes», so Stalder.

10 Millionen weniger iPhones

Wegen der Lieferprobleme durch Chipmangel und die Corona-Massnahmen haben zahlreiche Hersteller Probleme. Apple musste deswegen sein Produktionsziel für das iPhone 13 senken. Apple wollte bis Ende des Jahres 90 Millionen Geräte herstellen, muss sich nun aber mit 80 Millionen zufriedengeben. Die Zulieferer Broadcom und Texas Instruments könnten nicht genügend Halbleiter liefern.

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