Öffentliches WLAN: Jetzt machen Private Basel zum Hotspot
Aktualisiert

Öffentliches WLANJetzt machen Private Basel zum Hotspot

Während die Stadt seit Jahren von öffentlichem WLAN redet, macht der private Verein Freifunk Dreiländereck jetzt vorwärts. In Grenzach (D) funktioniert das bereits.

von
lha
Noch sind es wenige grüne Punkte, doch bis Ende Jahr wollen die Freifunker die gesamte Basler Innerstadt mit kostenlosem WLAN versorgen.

Noch sind es wenige grüne Punkte, doch bis Ende Jahr wollen die Freifunker die gesamte Basler Innerstadt mit kostenlosem WLAN versorgen.

Für die Basler Regierung ist das Thema erledigt: Ein öffentliches WLAN in der Innerstadt hält sie für zu teuer und zu riskant. Ein entsprechender Vorstoss aus dem Grossen Rat wurde mit diesen Argumenten abgeschrieben. Auch die Basler Verkehrsbetriebe haben vor wenigen Tagen angekündigt, mit ihren Trams wieder offline zu gehen.

Was dem Staat offenbar zu umständlich ist, erledigt nun der private Verein Freifunk Dreiländereck – und zwar subito. Bis Ende Jahr soll die gesamte Innenstadt ein flächendeckender Hotspot sein, berichtet die «BZ Basel» am Montag.

Nicht nur das: «Wir sind daran, im ganzen Dreiländereck einen offenen, kostenlosen Internetzugang zu realisieren», sagt Vereinsmitglied Tilo Levante gegenüber der Zeitung. Dass dieses Ziel durchaus realisierbar ist, zeigt das Beispiel des Städtchens Grenzach, das dank über 60 Zugangspunkten weitgehend vernetzt ist.

Private sollen ihr Internet teilen

Die öffentliche Versorgung mit Internet funktioniert bei den Freifunkern, wenn Private ihren Zugang mit der Öffentlichkeit teilen. Dazu müssen sie sich einen programmierbaren WLAN-Sender anschaffen. Diese Geräte verbinden sich dann miteinander zu einem Maschennetzwerk, innerhalb dessen man unkompliziert und kostenlos online gehen kann. Die Geräte sind mit einer Software versehen, die den privaten Intenetanschluss der Teilneher öffentlich und gleichzeitig sicher macht.

Auch rechtlich birgt das Modell keine Risiken. Weil der Verein Freifunk Dreiländereck als Provider auftritt, kann er für mögliche illegale Nutzungen durch einzelne User nicht haftbar gemacht werden. Für die Teilnehmer hat es einen weiteren Bonus: Sollte die eigene Verbindung einmal ausfallen, wird man via Sender mit dem nächsten Netz verbunden.

Grosse Bewegung in Deutschland

In unserem nördlichen Nachbarland sind die Freifunker schon etabliert. Dort sind schon über 120 lokale Gruppen aktiv. Ihre Wurzeln hat die Bewegung in Berlin, wo vor acht Jahren die ersten Freifunker ihre Sender installierten.

Die Freifunker erklären in einem Video die Vorteile ihres selbstverwalteten öffentlichen Internets.

Freifunk verbindet! from Philipp Seefeldt on Vimeo.

Deine Meinung