«Ich will nichts Illegales» - Massnahmenkritische Fasnachts-Aktion – jetzt redet der Organisator
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«Ich will nichts Illegales»Massnahmenkritische Fasnachts-Aktion – jetzt redet der Organisator

Am Sonntag soll in der Basler Innenstadt «gegässlet», also fasnächtlich durch die Strassen gezogen werden. Der Aufruf – «ob geimpft oder ungeimpft» – wurde fleissig in den sozialen Medien. Fasnächtler und Fasnächtlerinnen kritisieren ihn. Nun rechtfertigt sich der Initiant.

von
Seline Bietenhard
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Ein Aufruf zum fasnächtlichen Beisammensein am Sonntag wurde auf diversen Kanälen geteilt. 

Ein Aufruf zum fasnächtlichen Beisammensein am Sonntag wurde auf diversen Kanälen geteilt.

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Die Polizei Basel-Stadt ist informiert. Eine Bewilligung wurde von den Veranstaltern nicht eingeholt. Trommeln und Piccolo spielen ist am Sonntag ohnehin verboten und kann gebüsst werden.

Die Polizei Basel-Stadt ist informiert. Eine Bewilligung wurde von den Veranstaltern nicht eingeholt. Trommeln und Piccolo spielen ist am Sonntag ohnehin verboten und kann gebüsst werden.

Kapo BS
Via Whatsapp-Nachrichten werden letzte Vorkehrungen getroffen.

Via Whatsapp-Nachrichten werden letzte Vorkehrungen getroffen.

Screenshot Whatsapp

Darum gehts

  • Am Sonntag soll in Basel durch die Innenstadt gezogen werden, auch wenn sonntags das Trommeln und Piccolo spielen verboten ist.

  • Der Organisator der Aktion redet von einem Missverständnis.

  • Er wolle «nichts Illegales veranstalten» und verweist an die Eigenverantwortung der Teilnehmenden.

  • Auch vom Dresscode, der via Whatsapp verbreitet wurde, wisse der Organisator nichts.

Am Sonntag soll in Basel in fasnächtlicher Manier durch die Innenstadt gezogen werden, auch wenn sonntags das Trommeln und Piccolo spielen verboten ist. Ein entsprechender Aufruf wurde auch von Massnahmen-Kritikern und -Kritikerinnen fleissig in den sozialen Medien geteilt. Die Aktion wurde von aktiven Fasnächtlern und Fasnächtlerinnen scharf kritisiert und die Cliquen distanzierten sich davon.

«Das ist ein Missverständnis», sagt jetzt der Organisator der Aktion. «Ich rief nicht zum Trommeln und Pfeifen auf in meiner Nachricht, sondern zu einem anständigen und friedlichen Marsch», so der Baselbieter Unternehmer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er wolle «nichts Illegales» veranstalten und verweist auf die Eigenverantwortung der Teilnehmenden. «Beim Gässle vom Sonntag geht es nicht um Corona, sondern um die drohende Spaltung der Gesellschaft», sagte der Organisator zu 20 Minuten. Die jüngsten Entwicklungen seien schrecklich, deshalb habe er sich zu dieser Aktion entschieden. Er wolle, dass die Menschen mit Respekt und Anstand miteinander umgehen.

Was aber dabei nicht ganz aufgeht – der Unternehmer rief explizit zum «Gässle» auf. Der Begriff ist fasnächtlich besetzt. Dazu gehört nun mal gemäss Tradition der Marsch von kostümierten Piccolo- und Trommelformationen, sowie Guggenmusikern ohne festen Routenplan durch die Gassen der Basler Altstadt, wie auch auf der Seite des Basler Fasnachts Comité zu lesen ist.

«Jeder soll selber entscheiden»

Auch vom Dresscode, der via Whatsapp verbreitet wurde, wisse der Organisator nichts. «Ich habe nichts von einem Dresscode geschrieben. Alle dürfen sich so kleiden, wie sie möchten», sagte der Mann. Er habe nur geschrieben, dass er keine Demonstration wolle, auch keine Plakate oder Parolen. «Jeder soll selber entscheiden, was er macht», so der Unternehmer. Der Baselbieter rege laut eigenen Aussagen bereits seit anderthalb Jahren diverse Leute zu Diskussionen an und sammelte diverse Kontaktdaten von Personen, an die er seinen Aufruf senden könnte.

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Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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