Aktualisiert 21.10.2016 09:01

Kevin Thornton Jetzt redet der Skandal-Springreiter

Nach dem Tod eines Pferdes und den gravierenden Vorwürfen gegen ihn nimmt Springreiter Kevin Thornton Stellung: Er vermutet Neider hinter der «Hetzjagd».

von
Simon Ulrich

Kevin Thornton spricht über die schweren Vorwürfe und seine Trainingsmethoden.

Das Ganze sei nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, sagt Kevin Thornton. Eine regelrechte Hetzjagd habe gegen ihn stattgefunden. «Es gab Hasspostings und Gewaltaufrufe bis hin zu Morddrohungen gegen mich», so der 28-Jährige. Sein Name habe dadurch Schaden genommen. «Es wird nicht einfach, meinen guten Ruf wiederherzustellen».

Thornton stand im Verdacht, seinen Schimmelhengst «Flogas Sunset Cruise» mit der Gerte geprügelt und so in den Erschöpfungstod getrieben zu haben. Ein erster ärztlicher Bericht, der kürzlich erschienen ist, entlastet den Springreiter allerdings. Denn beim Tier wurden weder Schweissspuren und Verkrustungen noch Sporen- oder Gertenspuren gefunden. «Der Bericht zeigt eindeutig, dass ich nichts Unrechtes getan habe», ist Thornton überzeugt.

Kritisierte Trainingsmethoden

Die Vorwürfe gegen Thornton reissen aber nicht ab. Eine Person, die sich per Mail auf der 20-Minuten-Redaktion meldete und anonym bleiben will, kritisiert die Trainingsmethoden des gebürtigen Iren aufs Schärfste: «Thornton verwendet Hindernisse mit kantigen Metallstangen, die extrem schwer sind. Er ist ein Barrer vom Schlimmsten.»

Thornton weist den Vorwurf des Barrens (siehe Box) vehement zurück. Er habe die umstrittene Trainingsmethode noch nie angewendet. «Barren führt beim Tier zu Angst und Verunsicherung. Um das Beste aus einem Pferd herauszuholen, muss es dem Reiter vertrauen», sagt der Springreiter, der seit einigen Jahren im Kanton Bern tätig ist. Falls ein Pferd seine Leistung nicht erbringe, dann traktiere er es nicht, sondern gebe es weg.

«Im Reitsport geht es um viel Geld»

Thornton glaubt, dass vor allem Neid die Ursache für all die Vorwürfe sei. «Ich bin sportlich erfolgreich, zudem konnte ich schon ein paar Rösser an die besten Reiter der Welt verkaufen», sagt er. Hinter den Anschuldigungen, die über ihn kursieren, vermutet er auch die Konkurrenz. «Im Reitsport geht es um viel Geld, da ist manchmal jedes Mittel recht, um einen Kontrahenten auszuschalten.»

Fürs Erste will sich Thornton eine kleine Auszeit vom Reitsport nehmen. Er müsse erst einmal wieder einen klaren Kopf bekommen, etwas Abstand zum ganzen Trubel um seine Person gewinnen. «Den Pferden gegenüber wäre es nicht fair, wenn ich nicht bei der Sache bin.»

* ist eine von der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) verbotene Trainingsmethode. Mittels Barren soll das Pferd gezwungen werden, höher über Hindernisse zu springen. So funktioniert das umstrittene Barren: Nach dem das Sprungpferd die Stange taxiert hat, wird das Hinternis heimlich angehoben. Somit verschätzt sich das Pferd beim Absprung und schlägt an der Stange an. Vom Ereignis geprägt soll es künftig die Hindernisse immer höher einschätzen, als sie in Wirklichkeit sind. Das Pferd wird deshalb die Beine besser anziehen und auch vorsichtiger und höher springen.

* ist eine von der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) verbotene Trainingsmethode. Mittels Barren soll das Pferd gezwungen werden, höher über Hindernisse zu springen. So funktioniert das umstrittene Barren: Nach dem das Sprungpferd die Stange taxiert hat, wird das Hinternis heimlich angehoben. Somit verschätzt sich das Pferd beim Absprung und schlägt an der Stange an. Vom Ereignis geprägt soll es künftig die Hindernisse immer höher einschätzen, als sie in Wirklichkeit sind. Das Pferd wird deshalb die Beine besser anziehen und auch vorsichtiger und höher springen.

* ist eine von der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) verbotene Trainingsmethode. Mittels Barren soll das Pferd gezwungen werden, höher über Hindernisse zu springen. So funktioniert das umstrittene Barren: Nach dem das Sprungpferd die Stange taxiert hat, wird das Hinternis heimlich angehoben. Somit verschätzt sich das Pferd beim Absprung und schlägt an der Stange an. Vom Ereignis geprägt soll es künftig die Hindernisse immer höher einschätzen, als sie in Wirklichkeit sind. Das Pferd wird deshalb die Beine besser anziehen und auch vorsichtiger und höher springen.

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