Neue Quarantäneliste – Jetzt sagen Ausländer reihenweise ihre Ferien in der Schweiz ab
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Neue QuarantänelisteJetzt sagen Ausländer reihenweise ihre Ferien in der Schweiz ab

Neu sind Länder wie England, Holland und Belgien auf der Quarantäneliste. Gäste aus diesen Ländern stornieren nun ihre Winterferien. Ein harter Schlag für die Skigebiete.

von
Barbara Scherer
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Schweizer Skigebiete haben sich auf einen guten Winter gefreut. Die neue Quarantäneliste macht ihnen jetzt einen Strich durch die Rechnung.

Schweizer Skigebiete haben sich auf einen guten Winter gefreut. Die neue Quarantäneliste macht ihnen jetzt einen Strich durch die Rechnung.

20min/Simon Glauser
Wegen der neuen Corona-Variante Omikron stehen 19 Länder auf der Liste, …

Wegen der neuen Corona-Variante Omikron stehen 19 Länder auf der Liste, …

20min/Marco Zangger
… darunter Tschechien, Belgien, Holland und England.

… darunter Tschechien, Belgien, Holland und England.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Seit Freitag stehen Belgien, Holland und England wieder auf der Quarantäneliste.

  • Die Gäste aus diesen Ländern stornieren nun alle ihre geplanten Ferien in der Schweiz.

  • Für die Wintersportgebiete ist das eine Katastrophe.

Die fünfte Corona-Welle rollt über Europa. Zusätzlich sorgt die neue Variante Omikron für Unsicherheit. Am Freitag hat der Bundesrat darum die BAG-Quarantäneliste wiederbelebt. 23 Länder (Stand 29.11.) sind drauf, darunter Tschechien, Belgien, Holland und England.

Das trifft die hiesige Tourismusbranche hart. Letzte Woche sprachen zahlreiche Skiregionen von einem sehr guten Winter. Jetzt hagelt es Stornierungen. «Gäste aus England, Belgien und Holland sagen ihre Ferien reihenweise ab», sagt Andreas Züllig, Präsident des Branchenverbands Hotelleriesuisse.

Sogar deutsche Gäste stornieren bereits Buchungen: «Die Deutschen sind immer sehr vorsichtig und sagen darum lieber gleich die Ferien ab», erklärt Züllig. Teilweise werden Aufenthalte, die für Februar gebucht worden sind, abgesagt.

Ein schwerer Schlag für viele Hotelbetriebe. Schliesslich buchen ausländische Gäste wegen der langen Anreise bis zu 14 Tage Ferien. Schweizer übernachten hingegen eher kürzere Zeit. «Die Skigebiete sind jetzt wieder auf einheimische Gäste angewiesen», so Züllig. Diese sagen glücklicherweise ihre Ferien bisher nicht ab.

Skigebiete leiden unterschiedlich stark

Nicht alle Ferienregionen leiden gleich stark unter der neuen Quarantäneliste: In Bern verlieren besonders Adelboden-Lenk-Kandersteg sowie die Jungfrau-Region viele ausländische Touristen. «Vor allem Gäste aus dem Vereinigten Königreich werden ausbleiben», sagt Pascale Berclaz, Direktorin Made in Bern.

Im Wallis trifft es die grossen Skiorte, wie Verbier, Zermatt und Crans-Montana. «Im Wallis stammen zurzeit rund 25 Prozent der Gäste aus Europa», erklärt Damian Constantin, Direktor von Valais/Wallis Promotion. Die Quarantäneregel sei eine Katastrophe für die Wintersportgebiete.

Diese müsse darum bald wieder aufgehoben werden. «Quarantäne macht nur Sinn, wenn die neue Corona-Variante noch nicht in der Schweiz ist, aber das könnte ja jetzt schon nicht mehr der Fall sein», so Constantin. So gibt es bereits einen Verdachtsfall auf Omikron in der Schweiz.

100’000 Personen aus Belgien

Im Kanton Graubünden verbringen vorwiegend Schweizer Gäste ihre Winterferien. Trotzdem tun die Absagen aus dem Ausland weh: So besuchten dieses Jahr bis September fast 100’000 Personen aus Belgien, 33’000 aus Holland und 14’000 aus England die Ferienregion.

«Dass diese Feriengäste nun wegfallen, ist sehr schade. Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht und wie lange die neuen Einschränkungen für sie gelten», sagt Luzi Bürkli, Mediensprecher von Graubünden Ferien.

Das ist Omikron:

Die Omikron-Variante (B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als «besorgniserregend» ein. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Variante hat, steht aber noch nicht fest.

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