Umweltschutz: Jetzt setzen Getränkehersteller auf Plastikflaschen ohne Etiketten
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UmweltschutzJetzt setzen Getränkehersteller auf Plastikflaschen ohne Etiketten

Valser-Wasser kommt in einer neuen Flaschengrösse ohne Etikette auf den Markt. Damit sollen Plastiketiketten eingespart werden, die ausgerollt einer Länge von Zürich bis Paris entsprechen.

von
Fabian Pöschl
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Bei Valser-Wasser ist die Etikette weg.

Bei Valser-Wasser ist die Etikette weg.

20min/Taddeo Cerletti
Das gilt aber nur für die 750-ml-Plastikflaschen von Valser.

Das gilt aber nur für die 750-ml-Plastikflaschen von Valser.

20min/Taddeo Cerletti
Coca-Cola testet die etikettenfreie Flasche beim Mineralwasser und will so Plastik einsparen.

Coca-Cola testet die etikettenfreie Flasche beim Mineralwasser und will so Plastik einsparen.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

Im Kampf gegen die Umweltverschmutzung geht Coca-Cola Schweiz einen neuen Schritt. Die Firma schafft bei der Plastikflasche die Etikette ab. Infos zum Inhalt finden sich in der Flasche eingeprägt respektive auf dem Deckel aufgedruckt.

Seit Montag gibts das Valser-Mineralwasser in der neuen 750-ml-Flasche ohne Label bei ausgewählten Supermärkten wie Coop und Manor. Wenn es sich bewährt, prüft der Getränkehersteller laut einer Sprecherin, das gesamte Sortiment auf Plastikflaschen ohne Etikette umzustellen.

Die Technologie habe die Firma gemeinsam mit dem Verpackungspartner speziell für den Schweizer Markt entwickelt. Jedoch gibt es etwa in Japan schon seit einiger Zeit Flaschen ohne Etikett, unter anderem auch von Coca-Cola.

500 Kilometer Plastiketiketten sparen

Mit der 750-ml-Valser-Flasche lassen sich in einem Jahr laut der Sprecherin Plastiketiketten einsparen, die ausgerollt einer Länge von Zürich bis Paris entsprechen. Die Strecke zwischen den beiden Städten misst fast 500 Kilometer.

Die Cola-Sprecherin räumt ein, dass die Prägung der Flasche Energie verbraucht. Allerdings sei der Energieverbrauch etwa gleich hoch wie bei einer herkömmlichen Beschriftung, weil die Produktion des Etiketts wegfalle und der Recycling-Prozess einfacher sei.

Coca-Cola nutzt rezykliertes PET und schraubt den Deckel fest

Bei Umweltschützern und Umweltschützerinnen kommt das gut an. Nationalrat Beat Flach von der Grünliberalen Partei begrüsst «alles, was Verpackung spart», wie er zu 20 Minuten sagt. Auch Babette Sigg Frank, Präsidentin des Schweizerischen Konsumentenforums, ist auf Anfrage «begeistert, dass die Firma nun weniger Material verbraucht. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung», so Sigg.

Es könne allenfalls sein, dass die Einprägung in der Flasche weniger gut lesbar sei als der Aufdruck bei herkömmlichen Etiketten. Angesichts der Abfallvermeidung sei das aber vernachlässigbar. «Es ist Mineralwasser, da braucht es keine ellenlange Erklärung, was drinsteckt», so Sigg.

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