«Ich erhole mich zu Hause» – Jetzt soll sich chinesisches Tennis-Ass Peng Shuai zu Wort gemeldet haben
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«Ich erhole mich zu Hause»Jetzt soll sich chinesisches Tennis-Ass Peng Shuai zu Wort gemeldet haben

Die chinesische Tennis-Spielerin wird seit Tagen vermisst. Auf Twitter publizieren chinesische Staatsmedien am Mittwoch ein Statement von ihr. Beobachter zweifeln an dessen Echtheit.

von
Patrick McEvily
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Die chinesische Tennis-Spielerin Peng Shuai ist seit Tagen nicht mehr auffindbar.

Die chinesische Tennis-Spielerin Peng Shuai ist seit Tagen nicht mehr auffindbar.

AFP
Dies, nachdem sie auf den sozialen Medien erzählte, dass sie eine Beziehung mit dem Politiker Zhang Gaoli hatte und vom ehemaligen Vizeminister der Volksrepublik China sexuell missbraucht worden war. 

Dies, nachdem sie auf den sozialen Medien erzählte, dass sie eine Beziehung mit dem Politiker Zhang Gaoli hatte und vom ehemaligen Vizeminister der Volksrepublik China sexuell missbraucht worden war.

imago/Xinhua
Nur eine halbe Stunde später war der Post wieder gelöscht und von der ehemaligen Wimbledon-Siegerin fehlte jede Spur. 

Nur eine halbe Stunde später war der Post wieder gelöscht und von der ehemaligen Wimbledon-Siegerin fehlte jede Spur.

imago images / Imaginechina

Darum gehts

  • Die Welt hat seit Tagen nichts mehr von der chinesischen Spielerin Peng Shuai gehört.

  • Der Verdacht lag nahe, dass sie wegen kritischer Äusserungen über einen hohen Politiker mundtot gemacht wurde.

  • Am Mittwoch veröffentlichten chinesische Medien einen angeblichen Brief von ihr. Doch Kritiker bezweifeln, dass dieser echt ist.

Die seit Tagen vermisste chinesische Tennis-Spielerin Peng Shuai hat offenbar einen offenen Brief an den Vorstehenden des Welttennis-Verbandes geschrieben. Darin erklärt sie, dass Gerüchte, wonach sie gegen ihren Willen festgehalten und sexuell missbraucht worden sei, nicht stimmten. «Ich werde nicht vermisst und meine Sicherheit ist auch nicht gefährdet. Ich bin zu Hause und erhole mich, alles ist gut. Danke, dass ihr euch um mich sorgt», schreibt sie.

Der staatliche chinesische Fernsehsender CGTN hat das Statement auf seinem europäischen Twitter-Kanal publiziert. Doch Beobachter des Falles scheinen der Echtheit des Dokuments nicht zu trauen. Auf Twitter schreibt der amerikanische Tennis-Journalist Ben Rothenberg zum Eintrag: «Von den chinesischen Staatsmedien und ‹von› Peng Shuai. Zutiefst verdächtig.» Auch andere melden ihre Zweifel an.

WTA-Chef glaubt nicht an die Echtheit des Briefes

Shuai hatte online einem ehemaligen Vizepremierminister sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Der Post wurde bereits nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Seither war sie nicht mehr auffindbar. Bereits vor dem am Mittwoch publizierten Statement versicherten Regierungsvertreter Chinas, dass es der Sportlerin gut gehe. In der Tennis-Gemeinschaft löste der Fall weltweit Betroffenheit aus.

Die WTA reagierte am Mittwoch ebenfalls. In einer Mitteilung schreibt der Vorsitzende, Steve Simon, dass das chinesische Statement vom selben Tag seine Vorbehalte nur noch bestärkt hätte. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Tennis-Spielerin den Brief selbst verfasst hätte. Dies auch, weil sie weiterhin über sämtliche Kanäle nicht zu erreichen sei. Ihr Handeln in der Affäre nennt er «unglaublich mutig».

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Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

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