Aktualisiert 28.11.2004 20:39

Jetzt sollen Embryonen adoptiert werden können

Das Ja zum Stammzellen- Forschungsgesetz fiel mit einer Zweidrittelsmehrheit deutlich aus. Die Gegner verlangen nun eine Adoptionsmöglichkeit für Embryonen.

Die Forschung an Stammzellen überzähliger Embryonen wird in der Schweiz unter strengen Auflagen erlaubt. Die Referendumsvorlage erhielt

1156613 Ja-Stimmen – das sind 66,4%. Am deutlichsten war die Zustimmung mit 84,6% im Kanton Genf, am geringsten im katholischen Wallis (53,7%). Die Stimmbeteiligung lag bei 36,2%.

Das Resultat sei ein Vertrauensbeweis für die Forschung, betonte Bundesrat Pascal Couchepin. Das Gesetz, das im März 2005 in Kraft treten soll, verhindere auch «Forschungsabenteuer».

Die Gegner aus religiösen und links-grünen Kreisen sind enttäuscht. Sie befürchten einen Wildwuchs bei der Forschung und eine Zulassung des Klonens. Laut Christoph Keel vom Anti-Komitee muss es nun möglich werden, Embryonen adoptieren zu können. Dies werde in vielen Ländern praktiziert. In den USA seien letztes Jahr 25 Kinder auf diese Weise zur Welt gekommen. Das Komitee fordert auch zwei Sitze

in der nationalen Ethikkommission und die konsequente Anwendung des Gesetzes.

(Quelle: AP/SDA)

Stammzellen: Das ist erlaubt

Stammzellen-Forschung darf nur an überzähligen Embryonen betrieben werden, die durch künstliche Befruchtung entstanden sind.

Das betroffene Paar muss der Forschung schriftlich zustimmen.

Die Stammzellen dürfen dem Embryo nur bis zum siebten Tag entnommen werden.

Verboten ist es, einen Embryo zu Forschungszwecken zu erzeugen, das Erbgut zu verändern oder einen Klon zu bilden.

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