Weil am Rhein (D): Jetzt spricht der Halter des Hundes, der aus dem Auto geholt wurde

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Weil am Rhein (D)Jetzt spricht der Halter des Hundes, der aus dem Auto geholt wurde

Der 23-jährige Basler ist sich sicher, dass für den Hund keine Gefahr bestand. Er will Anzeige gegen die Frau erstatten, die sagt, sie habe das Tier gerettet. Nun ist die Sache bei der Lörracher Staatsanwaltschaft.

von
Steve Last
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Dieser viermonatige Pomsky (Husky-Zwergspitz-Mischling) wurde letzte Woche aus einem Auto in Weil am Rhein (D) geholt.

Dieser viermonatige Pomsky (Husky-Zwergspitz-Mischling) wurde letzte Woche aus einem Auto in Weil am Rhein (D) geholt.

20min/News-Scout
Eine Leimentalerin entdeckte den Hund, der in einem Auto eingesperrt war.

Eine Leimentalerin entdeckte den Hund, der in einem Auto eingesperrt war.

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Sie sagt, das Tier sei apathisch gewesen und schliesslich umgekippt.

Sie sagt, das Tier sei apathisch gewesen und schliesslich umgekippt.

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Darum gehts

  • Ein Husky-Mischling wurde vergangene Woche aus einem Auto in einer Tiefgarage geholt.

  • Eine Frau schlug die Heckscheibe ein, weil sie fürchtete, der Hund überhitze.

  • Der Halter meldet sich nun zu Wort. Er ist sich sicher, dass keine Gefahr für das Tier bestand.

In der Garage des Rheincenters in Weil am Rhein (D) an der Schweizer Grenze hat eine Leimentalerin die Scheibe eines VW Polo mit Zürcher Kennzeichen eingeschlagen, um einen Hund aus dem Auto zu retten. Das Tier sei apathisch gewesen und schliesslich umgekippt. Die Frau befürchtete, dass er im Polo überhitzt, wie sie zu 20 Minuten sagt.

Nun meldet sich der Halter des Hundes zu Wort. Der 23-jährige Basler war mit seiner Freundin in einem Mietauto im Rheincenter, wie er sagt. Tatsächlich seien die Fenster geschlossen gewesen, bestätigt er. Dazu sei es aber zufällig gekommen, weil das Auto sie automatisch zumache, wenn man den Schlüssel länger in der Tür stecken lasse.

Entgegen den Aussagen von Miriam Tozzo, die die Scheibe des Autos einschlug, ist sich der Halter aber «absolut sicher», dass der Hund nicht in Gefahr war. Der viermonatige Pomsky (ein Mischling aus Husky und Zwergspitz) sei höchstens 20 Minuten im Auto gewesen. «Die Garage war zudem belüftet», sagt der Basler. Nach Angaben von Tozzo war der Hund aber mindestens 45 Minuten im Auto eingesperrt, ehe sie mit dem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Scheibe eingeschlagen hatte. 

Fürchtete Diebstahl

«Als ich zurückkam und die eingeschlagene Scheibe sah, hatte ich Angst, dass der Hund gestohlen wurde», sagt der Mann. Die Scheibe sei ihm egal gewesen, aber um seinen Hund habe er sich Sorgen gemacht: «Ich habe mich nur noch gefragt, wo ist mein Hund?», so der Halter. Zudem macht er Tozzo Vorwürfe und will Anzeige erstatten: «Sie hat mich als Tierquäler beschimpft und mir gedroht», erzählt er. Als er den Hund endlich gesehen habe, sei es ihm gut gegangen. Er habe sich an den Scheibentrümmern aber an der Pfote verletzt.

Nadja Wüthrich vom Tierschutzbund Basel hatte in den Raum gestellt, dass der Hund möglicherweise illegal importiert wurde. Auch gegen diesen Vorwurf wehrt sich der Halter. «Der Hund ist völlig legal», sagt er. Das Tier sei aus der Slowakei, sei gechippt und habe alle Impfungen.

Wie gehts jetzt weiter?

Die Staatsanwaltschaft Lörrach (D) hat ein Verfahren eröffnet, wie sie gegenüber 20 Minuten bestätigt. Ermittelt werde derzeit wegen Sachbeschädigung (Einschlagen der Autoscheibe) und Verstosses gegen das Tierschutzgesetz (Hund bei hoher Temperatur im Auto gelassen). Die Behörden müssen nun beides abklären, für beides gilt die Unschuldsvermutung, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.

Die Sache könnte noch komplizierter werden, wenn der Halter neben der Sachbeschädigung noch Anzeige wegen Ehrverletzung oder gar Drohung erstattet. Auf der anderen Seite hatte Tozzo gesagt, sie habe eine Beschwerde gegen die Polizei eingereicht, weil diese aus ihrer Sicht nicht richtig reagiert habe. Eine Aufsichtsbeschwerde liege aber nicht vor, wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitteilte.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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