Dilek stürzt von Kreuzfahrtschiff – jetzt spricht ihr Sohn

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Suche eingestelltLuzernerin Dilek stürzt in der Nacht von Kreuzfahrtschiff – jetzt spricht ihr Sohn

Die türkische High Society trauert um Dilek Ertek. Nachdem die 68-Jährige Ende Oktober im Südpazifik vom Schiff ins Meer gestürzt war, wurde die Suche nach der Leiche nun eingestellt. Die Ermittlungen über ihren Tod wurden laut ihrem Sohn aber wieder aufgenommen: Er räumt mit Gerüchten auf.   

von
Daniela Gigor
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Dilek Ertek ist im Südpazifik verschwunden und wird seither vermisst. 

Dilek Ertek ist im Südpazifik verschwunden und wird seither vermisst. 

Facebook/Dilek Ertek 
Ihr Sohn schliesst einen Suizid aus. 

Ihr Sohn schliesst einen Suizid aus. 

Facebook/Dilek Ertek 
Die Frau lebte seit über 20 Jahren in Luzern und sie besass auch einen Schweizer Pass. 

Die Frau lebte seit über 20 Jahren in Luzern und sie besass auch einen Schweizer Pass. 

Facebook/Dilek Ertek 

Darum gehts 

  • Die 68-jährige Geschäftsfrau Dilek Ertek ist auf einem Kreuzfahrtschiff von Bord gefallen und verschwunden. 

  • Ihr einziger Sohn glaubt nicht an einen Suizid. Auch Alkohol und Drogen sowie ein gesundheitliches Problem schliesst er aus. 

  • Weil die Schweizerin mit türkischen Wurzeln in Luzern gelebt hatte, will ihr Sohn in Luzern Anzeige erstatten. 

  • In der Türkei gehörte Dilek Ertek zur High Society. 

Am 5. November wäre Dilek Ertek, die in der Türkei zur High Society zählt, 69 Jahre alt geworden. Die Geschäftsfrau, die seit über 20 Jahren in Luzern lebt und auch den Schweizer Pass besitzt, wollte ihren Geburtstag gemeinsam mit ihrem Partner in Tahiti feiern. Los ging die Reise bereits Anfang Oktober. Ertek und ihr Partner (71) reisten in die USA und waren dort mit einem Wohnmobil in Arizona unterwegs, bevor die Reise auf dem Kreuzfahrtschiff Norwegian Spirit in Richtung Tahiti losging. Eine Reise, die für Ertek die letzte werden sollte. 

Denn in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober ist sie spurlos verschwunden: «Auf Videos ist festgehalten, dass eine Person um 1.24 Uhr ins Meer gestürzt ist, die um ihr Überleben kämpft», sagt Erteks einziger Sohn Gökçe Atuk exklusiv gegenüber 20 Minuten. Kurios: Ihr Partner habe seine Mutter erst 18 Stunden später als vermisst gemeldet, obwohl die Frau nicht zu den Mahlzeiten im Speisesaal des Schiffes erschienen war. Atuk flog nach dem Bekanntwerden des Verschwindens seiner Mutter nach Tahiti, wo das Schiff angelegt wurde. Er schliesst einen Suizid gänzlich aus. Auch dass sie von Bord gefallen sein könnte, hält er für nicht glaubwürdig. Sie war 158 Zentimeter gross und die Reling, die Passagieren Schutz vor Stürzen bietet, ist einen Meter hoch. 

«Die Daten ihres Handys haben diverses Beweismaterial ans Licht gebracht. Sie hatte am Tag ihres Verschwindens noch einen Tisch für das Abendessen vom 25. Oktober reserviert.»

 Gökçe Atuk, Sohn von Dilek Ertek

Was sich genau auf dem Schiff abgespielt habe, sei nun Sache der Staatsanwaltschaften von Tahiti und den Bahamas, die die Ermittlungen wieder aufgenommen hätten, nachdem zuerst vieles schiefgelaufen sei, sagt Atuk. So wurde etwa die Kabine des Paares nach dem Verschwinden der Frau wieder weitervermietet, noch bevor die Polizei die Spuren ausführlich sichern konnte. «Die Daten ihres Handys haben diverses Beweismaterial ans Licht gebracht. Sie hatte am Tag ihres Verschwindens noch einen Tisch für das Abendessen vom 25. Oktober reserviert», sagt Atuk, der ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Mutter hatte. 

Atuk kann noch gar nicht fassen, was passiert ist. Aber er will, dass der Fall vollständig aufgeklärt wird. «Meine Mutter hatte immer sehr auf ihr Äusseres geachtet und es stimmt auch nicht, dass ihr Schmuck an Bord verschwunden ist.» Die teuren Schmuckstücke habe sie nicht auf diese Reise mitgenommen, sondern im Safe in Sicherheit zurückgelassen. Ertek war in der Türkei Vertreterin und Lizenznehmerin der Luxusjuweliermarke Tiffany & Co. Atuk schliesst aus, dass seine Mutter alkoholisiert war oder Drogen genommen hat. Auch gesundheitlich war sie laut seinen Aussagen nicht angeschlagen. Sie soll erst vor drei Monaten einen Check vorgenommen haben. Für den Partner von Ertek gilt die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft Luzern ist nicht in die Untersuchungen über das Verschwinden von Ertek involviert, weil bisher noch keine Anzeige vorliegt.  

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