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In Gorilla-Gehege gefallenJetzt spricht die Familie des Buben

Erstmals äussern sich die Eltern des Vierjährigen, der in Cincinnati in ein Affengehege fiel. Weil ein Gorilla daraufhin erschossen wurde, sind viele sauer. Auf die Eltern und den Zoo.

von
gux
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Deonne Dickerson (l.) und Michelle Gregg sind die Eltern des vierjährigen Buben, der am 28. Mai 2016 im Zoo von Cincinnati gerettet wurde und wegen dem Gorilla Harambe erschossen wurde. Im Netz schlägt Mutter und Vater ein Shitstorm entgegen.

Deonne Dickerson (l.) und Michelle Gregg sind die Eltern des vierjährigen Buben, der am 28. Mai 2016 im Zoo von Cincinnati gerettet wurde und wegen dem Gorilla Harambe erschossen wurde. Im Netz schlägt Mutter und Vater ein Shitstorm entgegen.

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Auf Facebook bedankte sich Michelle Gregg bei den Mitarbeitern des Zoos. Ausserdem schrieb sie: «Jeder der mich kennt, weiss, dass ich gut auf meine Kinder aufpasse.»

Auf Facebook bedankte sich Michelle Gregg bei den Mitarbeitern des Zoos. Ausserdem schrieb sie: «Jeder der mich kennt, weiss, dass ich gut auf meine Kinder aufpasse.»

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Der 181 Kilogramm schwere Gorilla Harambe ...

Der 181 Kilogramm schwere Gorilla Harambe ...

ZVG

Nach seinem metertiefen Fall in ein Gorilla-Gehege geht es einem kleinen Jungen aus Cincinnati, Ohio, den Umständen entsprechend gut. Der Vierjährige sei aus dem Spital entlassen und nach Hause gebracht worden, teilten Mitarbeiter des Zoos von Cincinnati und die Familie des Buben am Sonntag mit.

Die Angehörigen dankten dem Zoo für dessen schnelle Reaktion, nachdem sich der Junge am Samstag durch eine Absperrung gezwängt und gut viereinhalb Meter tief in die Affengrube gestürzt war. Der 181 Kilogramm schwere Gorilla Harambe hatte sich den Vierjährigen daraufhin gegriffen und wurde von Spezialisten des Zoos erschossen.

«Wir wissen, dass das keine leichte Entscheidung war»

Die Experten hatten die Situation als lebensgefährlich eingestuft. Betrachtet man, mit welcher Wucht der Menschenaffe den Vierjährigen mit sich schleift (siehe Video ab 0:24), kann man es ihnen kaum verdenken. Dennoch sagen Zoobesucher, die die Szene beobachteten: «Es sah aus, als ob Harambe den Buben beschützen wollte. Der Gorilla zog den Buben weg von der schreienden Menschenmenge.»

Die Familie des Buben, die die Medien um Zurückhaltung bat, liess über einen Anwalt ausserdem mitteilen: «Unser Junge ist zuhause und wohlauf. Unser Dank aus ganzem Herzen geht an die Mitarbeiter des Cincinnati Zoos, die so schnell reagiert haben. Wir wissen, dass das keine leichte Entscheidung war und die Mitarbeiter um den Verlust ihres Gorillas trauern.»

Der Grossvater sagte dem Lokalsender WLWT5 zudem: «Unfälle passieren. Wir sind Gott dankbar, dass der Junge wohlauf ist; wir sind noch immer erschüttert darüber, was passiert ist.»

Onlinepetition verlangt nach «Gerechtigkeit für Harambe»

Der Unfall und die anschliessende Tötung des Gorillas haben eine Menge Wut ausgelöst. Eine Online-Petition «Gerechtigkeit für Harambe» verlangt, dass die Eltern des Kindes wegen Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflicht zur Verantwortung gezogen werden.

Innerhalb von 24 Stunden haben bereits über 8000 Personen die Petition unterzeichnet. Sie alle dürften sich dem Kommentar dieses Users anschliessen, der auf der Website des Zoos von Cincinnati Folgendes schrieb: «Ihr trauert? Ihr habt einen Gorilla getötet, um ein Kind zu beschützen, dessen Eltern es nicht schaffen, ihre Kinder im Griff zu haben.»

Mehrere Kinder aufs Mal beaufsichtigt

Zoobesucher sagten dem Lokalsender WLWT5, dass der Vierjährige vor seinem Sturz in das Gorilla-Gehege bereits verlangt habe, ins Wasser zu den Affen zu gehen. «Nein, das wirst du nicht, das wirst du nicht tun», habe seine Mutter gesagt. Die Frau habe mehrere Kinder aufs Mal beaufsichtigt, hiess es.

Der traurige Vorfall sei eine Lektion für alle Eltern, sagten verschiedene Zoobesucher. An Kinder gerichtet, sagte die vierfache Mutter Tricia Glenn dem «Independent»: «Hört auf eure Eltern. Wenn sie euch sagen, irgendwo nicht heraufzuklettern, müsst ihr zuhören, denn es können schlimme Dinge passieren, für die dann ein unschuldiges Tier büssen muss.»

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