Aktualisiert

U-Boot-TragödieJetzt spricht die Mutter der getöteten Journalistin

Die Schwedin Ingrid Wall hat auf Facebook ihre Trauer über ihre getötete Tochter geschildert. Und sie erinnert daran, wie engagiert ihr Kind war.

von
fal
1 / 12
Grausiger Fund: Forensiker machen den gefundenen Frauentorso bei Amager zum Abtransport bereit. (21. August 2017)

Grausiger Fund: Forensiker machen den gefundenen Frauentorso bei Amager zum Abtransport bereit. (21. August 2017)

Keystone/TV2 via AP
Die Ermittlungen gehen weiter: Polizisten suchen in einem Kanal nach weiteren Leichenteilen der schwedischen Journalistin Kim Wall. (23. August 2017)

Die Ermittlungen gehen weiter: Polizisten suchen in einem Kanal nach weiteren Leichenteilen der schwedischen Journalistin Kim Wall. (23. August 2017)

Keystone/Jens Dresling/Ritzau via AP
Beamte durchkämmen ein Küstengebiet in Kalvebod Faelled in Kopenhagen. (23. August 2017)

Beamte durchkämmen ein Küstengebiet in Kalvebod Faelled in Kopenhagen. (23. August 2017)

Keystone/Martin Sylvest

Die dänische Polizei hat am Mittwoch bestätigt, dass es sich beim Fund eines Frauentorsos vor der Küste Kopenhagens um die vermisste Schwedin Kim Wall handelt. Nun hat sich die Mutter der toten Journalistin gemeldet. Auf Facebook lässt Ingrid Wall ihren Gefühlen freien Lauf. Sie würde «grenzenlose Trauer und Bestürzung» empfinden, gestand die Mutter. Focus.de hat ihre Worte aus dem Schwedischen übersetzt.

«Das Ausmass der Katastrophe können wir noch nicht ermessen, und viele Fragen müssen noch beantwortet werden», schrieb die Mutter. Die Tragödie habe nicht nur die Familie, sondern auch Freunde und Kollegen auf der ganzen Welt getroffen. In den schrecklichen Tagen nach Kims Verschwinden hätten sie unzählige Beweise erhalten, wie geliebt und geschätzt Kim gewesen sei, sowohl als Mensch, Freund und professionelle Journalistin, führte sie weiter aus.

Auf Missstände hingewiesen

Die Mutter geht weiter darauf ein, wie engagiert ihre Tochter gewesen sei. «Sie hat Geschichten aus verschiedenen Teilen des Erdballs gefunden und über sie berichtet, Berichte, die niedergeschrieben werden mussten. Kim reiste für mehrere Monate in die Südsee, um die ganze Welt wissen zu lassen, was mit der Bevölkerung auf den Inseln geschah, die nach Atomexplosionen versunken sind.» Kim habe die Menschheit von mehreren Katastrophen wissen lassen. «Sie erhob ihre Stimme für die Schwachen, Vertriebenen und Marginalisierten.»

Der Stimme hätte es noch lange, lange bedurft. Nun werde dem nicht so sein, schliesst Ingrid Wall ihre Botschaft auf Facebook.

Ein «seltsamer» Typ

Der unter Verdacht stehende U-Boot-Bauer Peter Madsen beharrt immer noch darauf, dass die 30-Jährige, die eine Reportage über ihn machen wollte, bei einem Unfall gestorben sei. Die widersprüchlichen Aussagen von Madsen haben die Polizei veranlasst, den Mann wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in Untersuchungshaft zu nehmen. Madsen behauptete zuerst, die Schwedin auf einer Insel bei Kopenhagen abgesetzt zu haben. Später sagte der Tüftler, Wall sei bei einem Unfall an Bord des U-Boots gestorben. Danach habe er die Leiche über Bord geworfen.

Thomas Djursing, der Biograf des Verdächtigen, sagte unlängst einer dänischen Zeitung, dass der Erfinder ein «seltsamer, aber nicht gewalttätiger Mensch» sei. Auch würde er weder trinken noch Drogen zu sich nehmen. Allerdings habe Madsen «eine Wut auf Gott und die Menschen».

Deine Meinung