Menschenmassen : Jetzt überwacht die Polizei die Zermatter Wintersportler
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Menschenmassen Jetzt überwacht die Polizei die Zermatter Wintersportler

In den sozialen Medien kursieren Bilder aus Skigebieten, auf denen Wintersportler dicht an dicht in die Gondeln drängen. Betroffene Bergbahnen haben nun ihre Sicherheitsmassnahmen verschärft.

von
Mira Weingartner
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Polizisten überwachen in Zermatt nun die Wintersportgäste.

Polizisten überwachen in Zermatt nun die Wintersportgäste.

zvg
«Ich musste über eine Stunde im Gedränge warten», sagt ein Leserreporter (25) über Saas Fee.

«Ich musste über eine Stunde im Gedränge warten», sagt ein Leserreporter (25) über Saas Fee.

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Immer wieder hätten Mitarbeitende der Bergbahn Wintersportler auffordern müssen, sich an die Regeln zu halten – nicht alle hätten Folge geleistet.

Immer wieder hätten Mitarbeitende der Bergbahn Wintersportler auffordern müssen, sich an die Regeln zu halten – nicht alle hätten Folge geleistet.

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Darum gehts

  • Trotz hoher Corona-Fallzahlen kam es am Wochenende zu Menschenansammlungen in Skigebieten.

  • Bilder der Menschenmassen sorgen auf Social Media für Furore.

  • In Zermatt und Saas-Fee wurden nun die Massnahmen verschärft.

  • Denn: «Auch Bergbahnen müssen ein Schutzkonzept erarbeiten und umsetzen», schreibt das BAG.

In Zermatt kontrolliert neu die Polizei, dass die Corona-Regeln im Wintersportgebiet eingehalten werden: An der Talstation patrouilliert seit Sonntagmorgen die Zermatter Regionalpolizei. Der Grund für diese neue Massnahme sind wohl Bilder vom Vortag, die im Netz für Furore sorgen: Auf den Fotos sind Wintersportler zu sehen, die Schulter an Schulter zu den Gondeln drängen.

Ähnliche Aufnahmen wurden auch in Saas-Fee geschossen. «Als ich abends nach einem gelungenen Skitag den Alpin-Express zurück ins Dorf nehmen wollte, musste ich über eine Stunde im Gedränge warten», sagt ein Leserreporter (25) aus Solothurn. Immer wieder hätten Mitarbeitende der Bergbahn Wintersportler auffordern müssen, sich an die Regeln zu halten – nicht alle hätten Folge geleistet.

Infektiologe Andreas Cerny schätzt die fotografierten Situationen als riskant ein: «Ich würde meinen, dass hier die Ansteckungsgefahr höher ist als in einer Bar, einem Restaurant oder an einem Konzert mit korrekt umgesetztem Schutzkonzept», meint der Infektiologe. In der aktuellen Situation seien solche Ballungszentren zu vermeiden: «Dies, weil zum jetzigen Zeitpunkt rekordmässig viele infizierten Personen unter uns sind und sich das Virus unter den dargestellten Umständen leicht von einer Person auf die andere überträgt», sagt Cerny.

«Corona-Massnahmen fielen Herdentrieb zum Opfer»

Markus Hasler, Chef der Zermatt Bergbahnen AG spricht von einer «Momentaufnahme». «Solche Bilder könnten auch in jeder Stadt am Bahnhof, an Tramhaltestellen und Einkaufszentren gemacht werden», sagt er auf Anfrage von 20 Minuten. Die Bilder aus Zermatt seien am frühen Samstagmorgen, noch vor Betriebsbeginn, geschossen worden. «Hier fielen die Corona-Massnahmen kurzzeitig dem Herdentrieb zum Opfer», sagt Hasler. Während des gesamten Betriebes werde das Schutzkonzept aber stets eingehalten.

Dennoch hat das Zermatter Unternehmen reagiert und setzt nun nebst Eigenverantwortung auch auf Autorität. Der Auftritt der aufgebotenen Regionalpolizei hat laut Hasler auch prompt Wirkung gezeigt: «Am Sonntagmorgen wurde der geforderte Abstand von allen Anwesenden eingehalten, niemand hat gedrängelt es ist erstaunlich, was die Uniform bewirken kann.»

Auch Bergbahnen müssen Schutzkonzept umsetzen

In Saas-Fee wurde nach einem «Rekordsamstag» ebenfalls aufgerüstet: Die interne Corona-Security wurde von zehn auf zwölf Personen aufgestockt. Trotz der Einführung neuer Massnahmen sprichtauch der Chef der Saastal Bergbahn AG, Simon Bumann von einer «Momentaufnahme einer im stetigen Fluss befindenden Anstehschlange: «Wir tun alles, damit unsere Gäste und Mitarbeiter geschützt sind.» Präventiv wurden etwa die Anstehschlangen nach draussen verlegt, Absperrgitter sollen die Menschen besser verteilen.

«Auch Bergbahnen müssen ein Schutzkonzept erarbeiten und umsetzen», schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage von 20 Minuten. «Die Einhaltung der Schutzmassnahmen (Hygiene, Abstand, Masken) ist zentral, um die Verbreitung zu stoppen und die Menschen vor Ansteckung zu schützen.» Die Kontrolle liege in der Zuständigkeit der Kantone.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Pro Juventute, Tel. 147

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