USA: Jetzt vergleicht sich Kanye West mit Polizeiopfer George Floyd

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USAJetzt vergleicht sich Kanye West mit Polizeiopfer George Floyd

Nachdem Werbepartner ihre Verträge mit dem Rapper kündigten, zeigt sich Kanye West ansatzweise einsichtig. Er nimmt seine Anschuldigungen zum Fall George Floyd zurück.

von
Erika Unternährer
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Kanye West hat sich bei der Black-Lives-Matter-Community entschuldigt. 

Kanye West hat sich bei der Black-Lives-Matter-Community entschuldigt. 

VQH
Er nahm auch seine Anschuldigung gegen den durch Polizeigewalt getöteten George Floyd zurück. 

Er nahm auch seine Anschuldigung gegen den durch Polizeigewalt getöteten George Floyd zurück. 

AFP
Der Rapper hatte behauptet, Floyd sei einer Überdosis an Fentanyl erlegen und nicht durch Erstickung zu Tode gekommen.

Der Rapper hatte behauptet, Floyd sei einer Überdosis an Fentanyl erlegen und nicht durch Erstickung zu Tode gekommen.

Getty Images via AFP

Darum gehts

Und plötzlich kam die Reue: Wie Insider.com berichtet, entschuldigte sich Kanye West am Freitag für getätigte Aussagen im Fall George Floyd. Floyd war im Mai 2020 durch Polizeigewalt zu Tode gekommen: Der Polizist Derek Chavin hatte dem Mann die Luft abgeschnürt, indem er sein Knie auf den Nacken des am Boden liegenden Floyds drückte – und zwar für neun Minuten und 29 Sekunden.

Der Vorfall sorgte für weltweite Empörung, die Bewegung «Black Lives Matter» wurde laut und forderte Gerechtigkeit. West hingegen fand für den Vorfall kein Verständnis. Er behauptete, Floyd sei nicht durch Erstickung, sondern an einer Überdosis Fentanyl gestorben.

«Weiss jetzt, wie sich ein Knie im Nacken anfühlt»

Gegenüber Paparazzi sagte der Musiker nun: «Mit meiner Aussage habe ich die schwarze Community verletzt.» Dafür wolle er sich entschuldigen. Dadurch, was Adidas und die Medien ihm gerade antun würden, hätte Gott ihm gezeigt, «wie es sich anfühlt, ein Knie im Nacken zu haben.» Damit vergleicht er seine aktuelle Situation mit dem gewaltsamen Tod von George Floyd.

Adidas und andere Werbepartner hätten kürzlich die Zusammenarbeit mit West eingestellt. Dadurch habe er über zwei Milliarden Franken an nur einem Tag verloren, heisst es auf Insider.com weiter.

Geschäftspartner springen reihenweise ab

Die Unternehmen haben sich von West distanziert, nachdem sich der Rapper diskriminierende und rassistische Eskapaden geleistet hatte: Anfang Oktober tauchte er an der Yeezy Fashion Show in Paris in einem Hemd mit dem Schriftzug «White Lives Matter» auf – laut der Anti-Defamation League ein Ausdruck mit rassistischen Konnotationen, welcher zudem von rechts-extremistischen Gruppen als Slogan verwendet wird. West stritt die Vorwürfe jedoch mit der Begründung ab, dass sein Schriftzug als Scherz gemeint gewesen sei.

Doch damit nicht genug: Kaum eine Woche später wurde sein Twitter-Account gesperrt, nachdem er einen Tweet mit dem antisemitischen Inhalt «going death con 3 on JEWISH PEOPLE» postete. Damit konfrontiert, erklärte West, dass der Kommentar komplett aus dem Kontext gerissen worden sei und dass der Ausdruck bedeute, «zusätzliche Verteidigung zu bekommen», die er selbst auch brauche. Mittlerweile ist sein Account wieder online – wahrscheinlich dürfte der neue Twitter-Chef Elon Musk dabei eine tragende Rolle gespielt haben.

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