Trotz Zusammenarbeit mit Schweizer Bauern – Jetzt verkauft ausgerechnet Landi Hundefutter aus China
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Trotz Zusammenarbeit mit Schweizer BauernJetzt verkauft ausgerechnet Landi Hundefutter aus China

Newsscout P. nervt sich über die Landi: Der Laden verkauft Snacks für Hunde aus China. Der Schweizer Tierschutz kennt das Problem: Futter für Katzen und Hunde kommt oft aus Asien.

von
Barbara Scherer
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Newsscout P.* nervt sich über diesen Snack für Hunde in der Landi.

Newsscout P.* nervt sich über diesen Snack für Hunde in der Landi.

Newsscout
Denn er stammt aus China, wie die Abkürzung PRC auf der Packung zeigt.

Denn er stammt aus China, wie die Abkürzung PRC auf der Packung zeigt.

Newsscout
Die Landi gehöre schliesslich den Schweizer Bauern und sollte einheimische Produkte verwenden, so P.

Die Landi gehöre schliesslich den Schweizer Bauern und sollte einheimische Produkte verwenden, so P.

Tamedia AG

Darum gehts

  • In der Landi gibt es Snacks für Hunde, die aus China stammen.

  • Das nervt Newsscout P. Denn die Landi gehört schliesslich Schweizer Bauern.

  • Auch der Schweizer Tierschutz wünscht sich mehr einheimisches Tierfutter.

Newsscout P.* ist enttäuscht von der Landi: Als er dort Futter für seinen Hund kaufen wollte, musste er feststellen, dass dieses aus China stammt. «Das geht gar nicht», sagt P. Die Landi gehöre schliesslich den Schweizer Bauern und sollte einheimische Produkte verwenden.

Dabei handelt es sich um die Snacks für Hunde der Marke «Bitsdog» mit der Geschmacksrichtung Chicken Filet. «Es gibt doch genug Schweizer Hühner, um Hundefutter herzustellen», so P. Die Tierhaltung in China sei sehr schlecht und sollte nicht durch Importe unterstützt werden.

Bei Landi heisst es auf Anfrage, dass das Unternehmen wenn immer möglich bei Lieferanten aus der Schweiz bestellt. Der Snack komme aber aus China, da dieser Lieferant die Verfügbarkeit der gefragten Menge sicherstellen könne.

Landi hat Büro in China

Da Landi das Hundefutter aus China entsprechend ausweist, sei es schlussendlich den Kundinnen und Kunden überlassen, ob sie das Produkt kaufen, sagt Marketing-Expertin Adrienne Suvada von der ZHAW zu 20 Minuten: «Die Landi hat sogar ein Büro in China, daher ist diese Zusammenarbeit bekannt.»

Auch sei es nicht realistisch, das ganze Angebot mit Schweizer Produkten abzudecken. Dafür habe die Landi zu viele Artikel im Angebot. «Die Landi deklariert eigentlich vorbildlich bereits auf der Webseite, welche Produkte aus der Schweiz oder EU stammen», so Suvada.

Herkunft von Tierfutter ist oft unklar

Geht es um tiergerechte Produkte, wird die Landi vom Schweizer Tierschutz STS unterstützt. «Wir überprüfen das Sortiment regelmässig und geben der Landi Feedback», erklärt Luzia Oeschger von der Fachstelle Heimtiere beim STS. Ob ein kritisches Produkt entfernt wird, entscheide aber schlussendlich die Landi selber.

«Obwohl so schon viele aus Tierschutzsicht problematische Produkte aus dem Sortiment entfernt werden konnten, sind wir da nicht immer gleicher Meinung», so Oeschger. Auch Futter für Katzen und Hunde sei schon ein Thema gewesen. Wichtig sei als erster Schritt, dass die Herkunft ersichtlich ist.

«Das ist leider bei vielen Händlern nicht der Fall», sagt Oeschger. In den meisten Fällen sei nämlich unklar, woher die tierischen Bestandteile im Futter stammen. Unklar sei dann auch, wie die Haltungsbedingungen der Tiere aussahen.

«Dann steht nur Asien oder Europa auf der Packung. Das sagt nichts zum Tierwohl aus», so Oechger. Der STS setzt sich dafür ein, dass tierische Produkte im Hunde- und Katzenfutter vermehrt aus der Schweiz stammen. Dabei sollte auch erkenntlich sein, aus welcher Tierhaltung das Fleisch stammt.

*Name der Redaktion bekannt.

Das ist die Landi

Die Landi Schweiz AG betreibt rund 270 Läden in der Schweiz und beschäftigt rund 4000 Mitarbeitende und 300 Lernende. Hauptaktionärin ist die Schweizer Agrargenossenschaft Fenaco. Weitere Anteile halten die Laveba Genossenschaft in St. Gallen und der Genossenschaftsverband Schaffhausen (GVS). Die Marke Landi steht auch für die schweizweit 183 landwirtschaftlichen Genossenschaften und Aktiengesellschaften. Die Mitglieder der Landi sind aktive Schweizer Bäuerinnen und Bauern.

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